1. bw24
  2. Auto
  3. Tesla

Neues Tesla-Taxi geht bei Fahrt in Flammen auf: Unternehmer will dennoch weiter auf E-Autos setzen

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Ein Tesla Model 3, das als Taxi verwendet wurde, steht in Flammen.
Ein Tesla-Taxi fängt während der Fahrt Feuer und brennt vollständig aus. Der Fahrer will dennoch weiterhin auf E-Autos setzen. © Screenshot: Youtube/Taxi Times

In Hamburg ging ein Tesla-Modell, das als Taxi verwendet wurde, bei der Fahrt in Flammen auf. Der Fahrer reagierte darauf überraschend entspannt.

Stuttgart/Hamburg - Die E-Klasse von Mercedes-Benz ist wohl das klassischste Taxi-Modell überhaupt. Der Stuttgarter Autokonzern kündigte zum Schock der Branche allerdings an, die kommende E-Klasse nicht mehr als Taxi anbieten zu wollen. In Albanien ist dagegen noch immer eine Mercedes-E-Klasse als Taxi unterwegs, die bereits über 1,5 Millionen Kilometer auf dem Tacho hat. Mit dem Hochlauf der E-Auto-Produktion werden allerdings auch elektrische Modelle als Taxi immer beliebter. In Stuttgart sind beispielsweise bereits Tesla-Taxis unterwegs und auch in der großen Hansestadt im Norden setzen Taxiunternehmen offenbar auf Modelle des US-Herstellers.

Ein Taxifahrer aus Hamburg hatte am Sonntag, 23. Oktober, wohl nicht gerade einen normalen Arbeitstag. Dem Portal Taxi Times zufolge geriet sein neues Taxi der Marke Tesla während der Fahrt in Brand. Dass E-Autos aufgrund der Batterien besonders oft Feuer fangen, ist ein weit verbreitetes Gerücht. Laut einer Studie fangen Verbrenner und Hybriden aber häufiger Feuer als E-Autos. Im Falle des Tesla-Taxis in Hamburg war die Batterie aber auch nicht der Auslöser des Feuers, das in kurzer Zeit das neue Fahrzeug nahezu vollständig zerstörte. Der Taxifahrer blieb aber trotzdem überraschend entspannt.

Tesla-Taxi fängt bei der Fahrt Feuer - Flammen erreichen E-Auto-Batterie nicht

Manfred Bley hatte sich an einer Tankstelle einen Kaffee geholt und war gerade wieder in sein Tesla-Taxi gestiegen, als er nach rund 500 Metern einen seltsamen Geruch feststellte. Wie er gegenüber Taxi Times erklärte, dachte er sich zunächst nichts dabei. „Ich war der Meinung, der Geruch kommt von draußen“, sagte er. Nur kurze Zeit später seien aber bereits Qualm und Flammen aus dem Fahrzeuginneren zu sehen gewesen, weswegen Bley das Tesla-Taxi abstellte und den Notruf wählte. Bis zum Eintreffen der Hamburger Polizei breitete sich das Feuer immer mehr aus. „Ich habe tatsächlich noch den Wagen verschlossen, weil ich dachte, ich könnte so die Batterie sichern“, erklärte er.

E-Autos fangen zwar nicht öfter Feuer als Fahrzeuge mit anderen Antriebsarten, ein brennender Stromer stellt die Feuerwehren aber vor ganz besondere Herausforderungen. Die Firma „Q4Flo“ aus Maulbronn bereitet Feuerwehren in ganz Deutschland auf den Kampf gegen brennende E-Autos vor. In Hamburg musste der Taxifahrer allerdings zunächst auf das Eintreffen der Feuerwehr warten, wie er erzählte. Erst kam „die Polizei, dann die Bild-Zeitung und dann erst die Feuerwehr“, sagte Manfred Bley. Zu diesem Zeitpunkt stand der Tesla bereits vollständig in Flammen. Der Hamburger Feuerwehr zufolge erreichten die Flammen die Hauptbatterie des Fahrzeugs glücklicherweise aber nicht, weswegen der Brand vergleichsweise schnell gelöscht werden konnte.

Trotz brennendem Tesla: Taxifahrer ist auch weiterhin von E-Autos überzeugt

Obwohl für das erst 10 Monate alte Tesla-Taxi jede Hilfe zu spät kam, hatte der Taxifahrer Glück, dass das Feuer nicht die Hauptbatterie erreicht hatte, bevor die Feuerwehr eintraf. Aufgrund der erhöhten Gefahr einer chemischen Reaktion mussten nachfolgend dennoch besondere Maßnahmen ergriffen werden. Da ein Abschleppdienst den Transport des ausgebrannten Tesla verweigerte, blieb er laut Taxi Times zunächst an Ort und Stelle stehen. „Jetzt geht es erst einmal darum, dass ein Gutachter bestellt wird, der die Schadensursache feststellt. So ist es mir auch von Tesla erklärt worden“, sagte Manfred Bley.

Wenn das neue Taxi während der Fahrt aus bislang ungeklärten Gründen Feuer fängt, könnte man meinen, dass man als Unternehmer und Taxifahrer genau überlegt, ob man sich nochmal ein E-Auto als Taxi zulegt. Manfred Bley zeigte sich trotz des Schocks aber ungewöhnlich entspannt. „Ich bin mir sicher, dass Tesla hinter seinem Fahrzeug steht und mich bei der Schadensklärung unterstützen wird“, erklärte er und sagte, er sei auch weiterhin von E-Autos überzeugt.

Gerade in den Großstädten wie Hamburg, München oder Stuttgart sind bereits jetzt viele elektrische Taxis unterwegs, und die Zahl dürfte in Zukunft noch weiter steigen. In Basel ist auch die Polizei in Teslas unterwegs, bei einer Verfolgungsjagd sperrte das E-Auto die Beamten im Fahrzeug ein.

Auch interessant

Kommentare