1. bw24
  2. Auto
  3. Tesla

Wie an der Tankstelle: Tesla führt nächtliche Sparpreise an Superchargern in Deutschland ein

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Ein E-Auto-Modell von Tesla lädt an einer der unternehmenseigenen Ladestationen, Supercharger genannt.
Tesla bietet in Deutschland seit dem 11. Oktober an den Superchargern nächtliche Sparpreise an. © IMAGO/Kay-Helge Hercher

E-Autohersteller Tesla führt in Deutschland Sparpreise an seinen Supercharger-Stationen ein. Ähnlich wie beim Tanken ist das Laden damit je nach Tageszeit unterschiedlich teuer.

Stuttgart/Austin - Eine Berechnung des Automobilclubs ADAC ergab, dass die aktuelle Preisexplosion auch das Autofahren deutlich teurer macht. Während die Benzin- und Dieselpreise aktuell wieder leicht sinken, müssen vor allem Fahrer von E-Autos sehr tief in die Taschen greifen. Ein Experte warnte sogar, dass die Strompreisexplosion den Umstieg auf E-Autos gefährden könnte. Wer ein batteriebetriebenes Modell an einer Ladesäule lud, musste im Gegensatz zu den variierenden Benzinpreisen an der Tankstelle bislang den vom Betreiber festgelegten Tarif bezahlen.

US-Autohersteller Tesla, der seit Ende März auch in Deutschland produziert, will laut einer Mitteilung nun auch in Deutschland Sparpreise an seinen hauseigenen Supercharger-Stationen einführen. Die Preise pro Kilowattstunde werden dann zwar noch immer je nach derzeitigem Strompreis variieren, nachts soll das E-Auto-Laden aber deutlich günstiger werden. In den USA sind nächtliche Sparpreise an den Tesla-Stationen bislang auch nur im Bundesstaat Kalifornien Standard.

Tesla will im Zuge der Expansion „kostengünstigere Ladeoptionen bieten“

Jeder, der regelmäßig Auto fährt, weiß, dass die Benzin- und Dieselpreise an den Tankstellen je nach Uhrzeit und Wochentag stark variieren können. Laut dem ADAC sind die Kraftstoffpreise im Durchschnitt zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten, doch auch in der Zeit zwischen 18 und 19 Uhr können Autofahrer sparen. Zudem gilt allgemein die Regel, dass das Tanken unter der Woche günstiger ist als am Wochenende. Mit dem Hochfahren der E-Autoproduktion und der voranschreitenden Transformation werden aber immer mehr Autofahrer zu einem batteriebetriebenen Modell greifen.

Aufgrund der steigenden Strompreise musste auch E-Autohersteller Tesla die Preise an den Supercharger-Stationen von ehemals 38 auf 49 Cent anheben. In Deutschland, wo Tesla mit 1.900 Ladesäulen die meisten auf dem europäischen Kontinent betreibt, meldeten Fahrer Anfang Oktober sogar einen Preis von 74 Cent pro Kilowattstunde. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben aber im Zuge der Expansion daran, den Kunden kostengünstigere Ladeoptionen zu bieten. „Ab dem 11. Oktober bieten wir an bestimmten Ladestationen einen Rabatt für nächtliches Laden an“, teilte der Hersteller mit. „In den kommenden Wochen werden weitere Standorte hinzukommen.“

Tesla-Supercharger: Kosten sollen außerhalb der Spitzenzeiten niedriger sein

Von der Tageszeit abhängige Ladekosten für E-Autos gab es zuvor in Europa nicht. Der Energieversorger EnBW, der den Ausbau der Ladeinfrastruktur in 17 Ländern vorantreibt, hat mit einem „Viellader-Tarif“ und einem Vorteils-Tarif für private EnBW-Kunden zwar ebenfalls Alternativen zum Standard-Tarif, die Uhrzeit oder der Wochentag spielt dabei aber keine Rolle. An den Superchargern von Tesla sollen die Stromkosten dagegen günstiger sein, wenn man außerhalb der Spitzenzeiten lädt. Nachts, in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens wurden seit der Einführung des Sparpreises Kosten zwischen 56 und 46 Cent pro Kilowattstunde statt den bisherigen 74 Cent gemeldet.

Tesla will die Supercharger-Stationen bald für alle anderen E-Auto-Marken öffnen, an manchen Säulen des Unternehmens von Elon Musk können E-Autos, die nicht von Tesla stammen, bereits jetzt laden. Demnach könnten bald nicht nur die Tesla-Kunden von dem nächtlichen Spartarif an den 1.900 Ladesäulen in Deutschland profitieren, auch wenn diese Tesla-Ladesäulen laut einem Bericht illegal sind. Das Unternehmen selbst gibt in der Mitteilung an, durch die nächtlichen Begünstigungen auch das regionale Stromnetz zu entlasten, da die Menge an E-Autos, die gleichzeitig am Stromnetz lädt, entzerrt wird.

Auch interessant

Kommentare