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Gemeinde verbannt ab Juli E-Autos von Tesla von den Straßen

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Von: Julian Baumann

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Autos von Tesla stehen an den Elektro-Ladestationen in der nordostchinesischen Provinz Liaoning.
In einer Gemeinde sind E-Autos von Tesla ab Juli für mindestens zwei Monate verboten (Archivbild). © Yan Bo/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa

Ab Juli 2022 sollen E-Autos von Tesla in einer Gemeinde von den Straßen verbannt werden. Grund dafür sind offenbar Sicherheitsbedenken aufgrund eines Führungstreffens.

Stuttgart/Beidaihe - E-Autobauer Tesla betreibt in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai ein großes Produktionswerk. Kürzlich geriet die Produktion in der ersten Gigafactory außerhalb der Vereinigten Staaten mehrmals aufgrund eines drastischen Corona-Lockdowns ins Stocken. Die Tesla-Mitarbeiter mussten auf dem Boden der Fabrik schlafen. Für das US-Unternehmen ist China inzwischen mit Abstand der größte Absatzmarkt. In einem Küstenbezirk sollen die E-Autos von Tesla ab dem 1. Juli allerdings für mindestens zwei Monate von den Straßen verschwinden.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters teilte ein Beamter der örtlichen Verkehrspolizei mit, dass die Tesla-E-Autos ab dem 1. Juli aus dem Küstenbezirk Beidaihe östlich der chinesischen Hauptstadt Peking verbannt werden sollen. Grund dafür ist offenbar nicht die oftmals fälschlicherweise angenommene höhere Brandgefahr der Stromer oder ähnliche Probleme, sondern ein Treffen hochrangiger Führungskräfte in der Gemeinde.

Tesla E-Autos dürfen ab Juli nicht mehr in Küstenbezirk nahe Peking fahren

Die Volksrepublik China ist zwar der größte Absatzmarkt für Autos weltweit, auf dem sowohl E-Autos westlicher Hersteller als auch große SUV von beispielsweise Mercedes-Benz oder Porsche besonders beliebt sind, aufgrund der autoritär bis totalitären Regierung aber auch sehr umstritten. Soziale Medien wie Facebook sind in China beispielsweise gesperrt und auch die Modekette H&M wurde aus den chinesischen Online-Stores verbannt. E-Autos westlicher Hersteller sind bei den chinesischen Kunden zwar gefragt, den Behörden bei einem Besuch hochrangiger Führungskräfte aber offenbar ein Dorn im Auge.

Vor wenigen Wochen erteilten chinesische Behörden Tesla-Modellen Reuters zufolge bereits ein Fahrverbot in der Innenstadt von Chengdu. Hintergrund für diese Maßnahme war der Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der Millionenstadt im Südwesten des Landes. Auch für das Verbot von Tesla-E-Autos in Beidaihe ist vermutlich ein hoher Besuch der Grund, obwohl die Behörden solche Beschränkungen offiziell nicht angekündigt hatten. In dem Küstenbezirk findet allerdings ein alljährliches Führungstreffen der kommunistischen Partei statt, bei dem unter strenger Geheimhaltung über Personalentscheidungen und politische Ideen diskutiert wird.

Tesla-Kameras: Chinesische Behörden äußerten bereits Sicherheitsbedenken

Dass die E-Autos von Tesla aufgrund ihrer Optik nicht prestigeträchtig genug für ein Treffen der regierenden Partei Chinas sind, lässt sich nur vermuten. Laut Reuters hatten chinesische Behörden aber bereits im vergangenen Jahr Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Kameras der Tesla-Modelle geäußert und ihnen den Zugang zu bestimmten Komplexen verweigert. Tesla-Boss Elon Musk sagte damals zwar, dass die E-Autos die Kameras nicht zum Spionieren einsetzen würden, gab mehrere Monate später aber zu, dass die Daten durchaus langfristig gespeichert werden.

In den modernen Automodellen nahezu aller Hersteller sind gleich mehrere Kameras installiert, die den Fahrer beispielsweise beim Einparken oder beim Spurwechsel unterstützen sollen. Eine Tesla-Kamera zeichnete beispielsweise auf, wie ein Autofahrer mit Steinen und Dosen beworfen wurde, nur weil er Tesla fuhr. Ob die Tesla-E-Autos nach September wieder auf den Straßen von Beidaihe fahren dürfen, wird sich zeigen. Bis dahin müssen die Fahrer den Küstenbezirk aber offenbar umfahren. In einer Waschstraße in Nordrhein-Westfalen sind Tesla-Modelle übrigens auch nicht geduldet. Grund dafür ist, dass sich die Heckklappen der Autos im Waschvorgang unvermittelt öffnen.

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