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Tesla kassiert Shitstorm, weil auf wichtiges E-Auto-Zubehör verzichtet wird

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Von: Julian Baumann

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Ein Tesla Model Y lädt an einer Supercharger-Station.
Tesla-Modelle werden künftig ohne Ladekabel für die Heimsteckdose ausgeliefert. Das traf bei den Kunden auf Kritik. © Tesla Deutschland

US-Autobauer Tesla ändert den Lieferumfang seiner E-Autos und verzichtet auf ein wichtiges Zubehör. Es hagelt Kritik seitens der Kunden - Elon Musk muss einschreiten.

Stuttgart/Austin - US-Unternehmen Tesla produziert die beliebten E-Auto-Modelle inzwischen auch in Deutschland: In der Tesla-Gigafactory bei Berlin werden die Model Y für den europäischen Markt produziert. Beim Erreichen der finalen Kapazitätsstufe sollen in dem zweiten Tesla-Werk außerhalb der Vereinigten Staaten jährlich 500.000 Autos vom Band laufen. Aktuell kämpft Tesla in Berlin aber mit zahlreichen Problemen, auch beim Personal.

Eine kürzlich angekündigte Änderung des Lieferumfangs bei den Tesla-Modellen dürfte demnach auch die Modelle aus Grünheide bei Berlin betreffen. Der Hersteller hat sich dazu entschieden, das Ladekabel für die Haushaltssteckdose nicht mehr dem Lieferumfang der Modelle beizulegen, sondern separat anzubieten, berichtet das t3n-Magazin. Das führte bei den Kunden derart für Unmut, dass sich sogar Tesla-Boss Elon Musk auf Twitter erklären musste.

Tesla ändert Lieferumfang und kassiert Shitstorm - Hersteller rudert zurück

Tesla hat mit den sogenannten Supercharger-Stationen ein eigenes Netzwerk an Ladesäulen aufgebaut, an denen inzwischen auch E-Autos anderer Hersteller wie beispielsweise Mercedes-Benz aufgeladen werden können. Bislang war im Lieferumfang aber auch ein Ladekabel für das Aufladen per Steckdose in der eigenen Garage beigelegt. Ein solcher Ladevorgang ist allerdings sehr langsam und im schlimmsten Fall könnte dadurch sogar die Hausinstallation in Brand geraten, berichtet t3n. „Die statistisch gemessene Nutzung war extrem niedrig“, schrieb Elon Musk auf Twitter. „Deshalb dachten wir, das Ladekabel sei Verschwendung.“

Ganz so nutzlos scheinen die Tesla-Kunden das Ladekabel für die Heimsteckdose allerdings nicht zu finden, weswegen der Hersteller nach der Ankündigung mit deutlichem Gegenwind konfrontiert wurde. Tesla ruderte deshalb zumindest teilweise zurück. Ursprünglich sollte das separat angebotene Ladekabel 400 US-Dollar (rund 370 Euro) kosten. Der Tesla-Chef lenkte dabei inzwischen ein. „Basierend auf dem negativen Feedback, das wir erhalten haben, werden wir die Kosten für das Ladekabel auf 200 US-Dollar senken“, schrieb Elon Musk. Außerdem soll das Kabel einfacher zusammen mit dem Auto bestellt werden können.

Elon Musk empfiehlt Wall Connector statt Laden an der Heimsteckdose

Dass die Tesla-Kunden das Ladekabel für die Heimsteckdose durchaus als sinnvoll erachten, zeigt auch die Tatsache, dass das Kabel in dem Tesla-Shop derzeit ausverkauft ist, berichtet das Portal teslarati.com. Elon Musk empfiehlt dagegen eine andere Möglichkeit, das E-Auto zu Hause aufzuladen. „Ein solches Ladekabel ist nicht notwendig, wenn man einen Tesla Wall Connector hat“, schrieb er auf Twitter. „Oder wenn man einfach die Supercharger verwendet.“

Der Wall Connector von Tesla ist eine Wandladestation, die von einer Elektrofachkraft sowohl im Innen- als auch im Außenbereich von Privatimmobilien angebracht werden kann und laut dem Tesla-Shop eine effiziente und bequeme Ladelösung für zu Hause bietet. Der Tesla-Chef selbst empfiehlt, den Wall Connector vor der Auslieferung des Autos installieren zu lassen. Laut t3n ist der Shitstorm aufgrund des fehlenden Ladekabels im Lieferumfang der Modelle ungewöhnlich. Tesla hat kürzlich die Autopreise über Nacht massiv erhöht, was deutlich weniger Kritik von den Kunden einbrachte.

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