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Tesla ruft rund 60.000 E-Autos wegen Software-Fehler zurück

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Von: Julian Baumann

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Eine Model-3-Limousine von Tesla steht bei einem Tesla-Händler an ein Ladegerät angeschlossen.
Aufgrund eines Software-Problems muss Tesla rund 60.000 E-Autos zurückrufen. Ein Update behebt den Fehler. © David Zalubowski/dpa

Laut dem Kraftfahr-Bundesamt muss Tesla weltweit rund 60.000 E-Autos zurückrufen. Auch die Produktion in der „Giga Berlin“ könnte betroffen sein.

Stuttgart/Grünheide - E-Autobauer Tesla hat aktuell mit Problemen zu kämpfen. Der Hochlauf der beiden neuesten Fabriken, der „Giga Berlin“ in Grünheide und der „Giga Texas“ in Austin, verläuft nur schleppend. Konzern-Boss Elon Musk bezeichnete die beiden Werke kürzlich als „riesige Geldverbrennungsöfen“, die Millionen an Produktionskosten verschlingen. Einem Bericht des Kraftfahr-Bundesamtes (KBA) zufolge muss der US-Hersteller nun rund 60.000 Einheiten der Mittelklassemodelle Model Y und Model 3 zurückrufen.

Das Model Y von Tesla ist, wie auch das Model 3, ein E-Auto für den Massenmarkt und wird unter anderem auch in der Giga Berlin in Brandenburg hergestellt. Deshalb ist von dem weltweiten Rückruf laut Berichten auch die Produktion in Grünheide betroffen. Deutsche Besteller beklagten bereits eine Auslieferungsverzögerung des Model Y bis 2023. Gemäß KBA-Angaben soll es bei den 59.129 E-Autos von Tesla zu Software-Fehlern kommen, durch die das automatische Notrufsystem ausfallen könnte.

Tesla: Rückruf wegen Ausfall des Notruf-Systems „E-Call“

Erst Mitte Mai musste Tesla weltweit rund 130.000 Fahrzeuge zurückrufen, da ein Bauteil zu überhitzen drohte. Solche Software-Fehler kommen auch bei anderen Herstellern immer wieder vor, lassen sich mithilfe eines Updates aber in den meisten Fällen schnell beheben. Beim aktuellen Tesla-Rückruf führt der Fehler zu einem Ausfall des „E-Call“-Systems bei den Model Y und Model 3. Diese Technologie benachrichtigt bei einem schweren Unfall selbstständig den Notruf und ist für den Fall gedacht, wenn der Fahrer selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Ein Ausfall dieser Technik würde bedeuten, dass Tesla-Fahrer im Falle eines schlimmen Unfalls möglicherweise keine Hilfe bekommen.

Laut dem KBA gibt es im Rahmen des Rückrufs von rund 60.000 Tesla-Autos weltweit allerdings keine Berichte über Sach- oder Personenschäden. Dem Teslamag zufolge seien die Probleme durch ein Software-Update sogar bereits behoben worden. Die deutschen Kunden werden dennoch dazu aufgefordert, entweder den Hersteller zu kontaktieren oder eine Vertragswerkstatt von Tesla aufzusuchen.

Tesla: Auslieferungsverzögerung könnte mit Software-Fehler zusammenhängen

Dass von dem weltweiten Tesla-Rückruf aufgrund eines Software-Fehlers auch die Produktion in der Giga Berlin betroffen ist, ist nicht eindeutig geklärt. Mehrere deutsche Besteller beklagten vor wenigen Tagen jedoch erneut Auslieferungsverzögerungen des Model Y „auf unbestimmte Zeit“. Im tff-Forum war als Grund unter anderem ein Software-Problem im Gespräch. Inzwischen scheinen die Probleme aber zumindest teilweise behoben worden zu sein. Im Forum meldeten mehrere Kunden, dass sie ihr Model Y abholen konnten.

Allerdings steht das erste Tesla-Werk in Deutschland derzeit ohnehin nicht unter einem guten Stern. Eine Gewerkschafterin erklärte kürzlich dem Spiegel, dass viele Mitarbeiter Tesla wieder verlassen, um zu ihrem alten Arbeitgeber zurückzukehren. Ihr zufolge werden in Grünheide neue Mitarbeiter besser bezahlt als diejenigen, die schon länger am Standort angestellt sind. Das führt unter der Belegschaft zu Spannungen.

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