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Tesla-Mitarbeiter schlafen auf dem Boden - Elon Musk ist begeistert: „Talentiert und hart arbeitend“

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Von: Julian Baumann

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Blick in die Tesla Giga-Fabrik in Shanghai.
Tesla setzt die Arbeit in China trotz Corona-Lockdown fort. Die Angestellten übernachten in der Fabrik. © Ding Ting/dpa

Die Mitarbeiter am größten Produktionsstandort von Tesla müssen im Werk übernachten. Elon Musk ist von seinen Angestellten begeistert.

Stuttgart/Shanghai - Der US-Autobauer Tesla produziert die beliebten E-Autos inzwischen auch außerhalb der Vereinigten Staaten. Nach der Gigafactory 1 in Reno (Nevada) und der Photovoltaikfabrik von Tesla-Tochter SolarCity in Buffalo (New York), eröffnete der E-Auto-Marktführer im Jahr 2019 die größte Produktionsanlage in Shanghai (China) gefolgt von der „Giga Berlin“ im März 2022 als Produktionsstandort in Deutschland. Aufgrund vieler Neuinfektionen mit dem Coronavirus befindet sich die China-Metropole Shanghai aktuell erneut in einem Lockdown, was sich auch auf die Tesla-Produktion am Standort auswirkt.

Der Corona-Lockdown in Shanghai zwang Tesla bereits im März, die Produktion in der Gigafactory temporär zu unterbrechen. Ende März konnte Tesla in China erneut nicht produzieren und aktuell sorgen Lieferprobleme für Verzögerungen im größten Tesla-Produktionswerk. Die Mitarbeiter am chinesischen Standort verbringen ihre Corona-Quarantäne in der Fabrik und schlafen dort auf dem Boden. Tesla-Boss Elon Musk zeigte sich in einem Interview mit der Financial Times von seinen Angestellten in China begeistert. Das hat aber offenbar auch wirtschaftliche Hintergründe.

Tesla-Werk im Lockdown: Mitarbeiter schlafen auf dem Boden - „verlassen nicht einmal die Fabrik“

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hatte das Coronavirus und die mehreren Lockdowns auch drastische Auswirkungen auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg. So standen beispielsweise auch bei Mercedes-Benz und Porsche temporär die Bänder still. Während die beiden weltbekannten Autobauer aus Stuttgart die Produktion auch zum Schutz der Mitarbeiter herunterfuhren, will Tesla in China die Produktion offenbar aufrechterhalten. Im April habe Tesla sogar von den strengen Corona-Auflagen in Shanghai profitiert, da die Mitarbeiter ihre Quarantäne quasi am Band absolvieren mussten, hieß es einem Bericht der britischen Tageszeitung Guardian zufolge.

Tesla-Boss Elon Musk ist seinen Mitarbeitern in China besonders angetan. „In China gibt es einfach eine Menge sehr talentierter, hart arbeitender Menschen, die fest an die Produktion glauben“, sagte der Tech-Milliardär gegenüber der Financial Times. „Sie schuften nicht nur um Mitternacht, sondern auch um 3 Uhr morgens, sie verlassen nicht einmal die Fabrik.“ Laut dem besagten Bericht des Guardian liegt das aber weniger an dem Glauben der Mitarbeiter an die Produktion. Stattdessen sei ein Verlassen des Betriebs schlichtweg nicht möglich gewesen und die Angestellten hätten auf dem Boden der Fabrik übernachten müssen.

Tesla-Chef Elon Musk befürwortet stark kritisierte Arbeitsbedingungen in China

Die Arbeitsbedingungen in China werden seit langem stark kritisiert. Im Reich der Mitte gilt der sogenannte „996“-Takt. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends an sechs Tagen die Woche arbeiten dürfen, was beispielsweise in Deutschland per Gesetz überhaupt nicht möglich ist. Wissenschaftler einer australischen Universität bezeichneten dieses Vorgehen bereits als „moderne Sklaverei“. Das scheint allerdings mit den Arbeitsvorstellungen des Tesla-Chefs kompatibel zu sein, der laut Berichten selbst rund um die Uhr arbeitet. „Niemand hat jemals mit einer 40-Stunden-Woche die Welt verändert“, sagte Elon Musk vor einiger Zeit und empfahl, die Arbeitszeit mindestens zu verdoppeln.

Dass die Arbeitsbedingungen in der Tesla-Fabrik in China besonders schlecht seien, deckten bereits Berichte von vor rund zwei Jahren auf. Zudem wurde damals bekannt, dass die Bandarbeiter in der Gigafactory nur rund 1.500 Dollar pro Monat (etwa 1.440 Euro) verdienen. Das ist deutlich weniger als die Tesla-Gehälter am deutschen Standort. Demnach sind die Bedingungen für die chinesischen Angestellten des US-Autobauers auch abseits des derzeitigen Corona-Lockdowns deutlich schlechter als an den anderen Standorten. Tesla plant allerdings, das Produktionswerk deutlich zu erweitern.

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