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„Billige Mühle“: Herrenknecht-Chef spottet über E-Auto von Tesla

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Von: Valentin Betz

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Die Herrenknecht AG ist eigentlich im Tunnelbau tätig und hat mit E-Autos nicht viel zu tun. Ihr Chef äußerte sich dennoch dazu - und spottete dabei über Tesla.

Stuttgart/Schwanau - Wenn es um die Wirtschaft in Baden-Württemberg geht, verengt sich der Blick schnell auf einige, wenige Namen. Mercedes-Benz ist dabei wohl das absolute Aushängeschild im Südwesten Deutschlands. Dabei gibt es auch abseits der Automobilindustrie große Unternehmen. Die Herrenknecht AG gehört mit etwa 5.000 Angestellten und einer Milliarde Euro Umsatz zu den Marktführern im Bereich Tunnelbau. Die gigantischen Vortriebsmaschinen kommen überall auf der Welt zum Einsatz, wo Tunnel gebohrt werden müssen.

Das Unternehmen aus Schwanau in Baden-Württemberg wurde von Martin Herrenknecht gegründet. Dieser sprach im Interview mit dem Handelsblatt nun auch über die E-Mobilität und Mercedes-Benz. Er hob im Gespräch den deutschen Fahrzeughersteller hervor und sparte andererseits nicht an Häme und Kritik am großen Konkurrenten Tesla.

E-Autos: Herrenknecht-Chef zieht Modelle von Mercedes-Benz denen von Tesla vor

Dabei ist Martin Herrenknecht alles andere als ein Fan der E-Mobilität. Besonders den politischen Druck zum Umstieg auf E-Autos sieht der Herrenknecht-Chef als CDU-Mitglied kritisch. „Die Grünen vermitteln uns, dass das Elektroauto CO2-frei ist. Und niemand hat jemals hinterfragt, wie und wo die Batterien gefertigt und entsorgt werden“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Martin Herrenknecht hinterfragt zudem, ob der Strombedarf für E-Autos reichen wird, sobald Verbrenner verboten werden. An den Visionen deutscher Autobauer wie VW lässt der Unternehmer da kein gutes Haar. „Vor allem, wenn wir alle Elektroautos fahren müssen, wie der Volkswagenfuzzi Herbert Diess postuliert“, so Herrenknecht.

Auf die Kritik vom Handelsblatt, mit derlei Aussagen nicht gerade fortschrittlich zu wirken, reagiert Martin Herrenknecht indes gelassen. „Wieso? Ich habe ein Elektrofahrzeug von Mercedes, keine billige Mühle von Tesla“, kontert er. Der Unternehmer aus Baden-Württemberg zieht Mercedes-Benz also deutlich dem US-Pionier vor. Erst dieses Jahr hatte die damalige Daimler AG den „Tesla-Killer“ EQS vorgestellt, der die Fans allerdings spaltete. Aber auch an Mercedes-Benz übt Martin Herrenknecht Kritik.

Chef von Herrenknecht kritisiert Mercedes-Benz für Fokus auf China und verspottet Tesla

Denn der Unternehmer aus Baden-Württemberg hält nichts von der starken Kooperation von Mercedes-Benz mit China. Er fürchtet, China werde „in ein paar Jahren unseren Markt mit billigen E-Autos überschwemmen“, wenn deutsche Konzerne den Fahrzeugbau zu sehr vernachlässigen. Er ist nicht der einzige mit der Befürchtung, China könnte Mercedes-Benz für immer zerstören. Für Martin Herrenknecht kommt die E-Mobilität bis auf Weiteres nur auf Kurzstrecken infrage. „Wenn ich mehr als 100 Kilometer unterwegs bin, nehme ich meinen Verbrenner. In der Stadt hat das Elektroauto eine Zukunft, darüber hinaus wie hier auf dem Land eher nicht“, erklärt er dem Handelsblatt.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 6. Oktober 2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

Im Übrigen ist Herrenknecht nicht nur kein Fan der E-Autos von Tesla. Auch sonst hat er wenig für das Unternehmen von Elon Musk übrig. Für den „Hyperloop“ von Tesla hatte sich Elon Musk nämlich einst bei Herrenknecht über Tunnelbohrmaschinen erkundigt. „Er wollte für eine Tunnelbohrmaschine, die zehn Millionen Euro kostet, nur zwei Millionen bezahlen. Letztendlich hat er eine 20 Jahre alte Maschine gekauft“, spottet Herrenknecht. Dem geplanten Hochgeschwindigkeitstunnel von Musk unterstellt er „ein schwaches Konzept, auch die Qualität des Tunnels ist lau“.

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