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Massenentlassung bei Tesla: Elon Musk will bis zu 10.000 Stellen streichen

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk, Tesla-Chef, nimmt an der Eröffnung der Tesla-Fabrik Berlin Brandenburg teil.
Laut einer internen E-Mail plant Tesla-Boss Elon Musk rund 10.000 Stellen bei dem E-Autobauer zu streichen. © Patrick Pleul/dpa

Beim E-Autobauer Tesla stehen offenbar große Veränderungen an. In einer E-Mail an die Belegschaft verkündete Elon Musk, 10 Prozent der weltweiten Stellen streichen zu wollen.

Stuttgart/Austin - Der E-Autobauer Tesla mit Hauptsitz in Austin (Texas) gilt in der weltweiten Autoindustrie als Platzhirsch im Bereich der E-Autos. Vor den aktuellen Problemen innerhalb der Branche, der anhaltenden Chipkrise, den Folgen des Ukraine-Krieges und der Corona-Situation in China, ist aber auch das Unternehmen von Elon Musk nicht sicher. Der umstrittene Visionär sorgte vor wenigen Tagen erneut für Schlagzeilen: Elon Musk drohte Tesla-Mitarbeitern mit einem Rauswurf, sollten sie weiter im Homeoffice bleiben.

Eine interne E-Mail des Tesla-Chefs, die dem Nachrichtenmagazin Spiegel und dem US-Sender CNBC vorliegt, könnte nun aber noch deutlich weitreichendere Folgen für die Mitarbeiter des Autoherstellers bedeuten. In dem Schreiben vom 3. Juni kündigt Elon Musk an, zehn Prozent der weltweiten Tesla-Belegschaft wegen einer „Überbesetzung“ streichen zu wollen. Im Gegenzug soll die Anzahl an Mitarbeitern auf Stundenlohnbasis gesteigert werden.

Paukenschlag bei Tesla: Elon Musk will offenbar 10.000 Mitarbeiter entlassen

Das US-Unternehmen Tesla eröffnete Ende März die „Giga Berlin“ in Brandenburg, einen ersten Produktionsstandort in Deutschland. Bei voller Kapazität sollen in der Fabrik in Grünheide rund 12.000 Mitarbeiter angestellt sein. Bislang ist die Zahl der Angestellten bei Berlin allerdings noch deutlich geringer. Umso mehr verwundert die E-Mail von Tesla-Chef Elon Musk, der von einer „Überbesetzung“ im Unternehmen spricht. „Tesla wird die Zahl der Angestellten um zehn Prozent reduzieren, da wir in vielen Bereichen überbesetzt sind“, heißt es in dem Schreiben, das an „Alle“ adressiert war. „Merke, dass dies nicht für Mitarbeiter gilt, die tatsächlich Autos, Batterien oder Solar-Installationen herstellen“, heißt es weiter.

Das noch vergleichsweise junge Unternehmen Tesla ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Laut dem Jahresbericht 2021 waren bis zum 31. Dezember mehr als 100.000 Menschen bei Tesla und den Tochtergesellschaften, wie beispielsweise SolarCity, angestellt. Eine Reduzierung der Belegschaft um 10 Prozent würde demnach eine Streichung von rund 10.000 Stellen bedeuten. In dem Schreiben vom 3. Juni heißt es aber zugleich auch, dass die Anzahl der Angestellten auf Stundenlohnbasis gesteigert werden soll. Elon Musk hatte erst kürzlich auf Twitter verkündet, nichts von einem Zwei-Klassen-System zu halten: „Alle sind Arbeiter“, schrieb der Tesla-Boss.

Personalabbau bei Tesla: Vermutungen über die Gründe - Lieferprobleme und Twitter-Übernahme

Dass Elon Musk bei Tesla einerseits rund 10.000 Menschen entlassen und andererseits die Anzahl an Mitarbeiter auf Stundenlohnbasis erhöhen will, klingt zunächst wie ein Widerspruch. Deshalb waren wohl viele Nutzer auf Twitter über eine erneute Meldung zu diesem Thema auf dem Kurznachrichtendienst verwirrt. „Die Gesamtzahl der Mitarbeiter wird steigen, aber die Zahl der Angestellten sollte ziemlich gleich bleiben“, schrieb Elon Musk am 4. Juni. Dem Spiegel zufolge gehen Experten der Autobranche davon aus, dass von dem Personalabbau in erster Linie der sogenannte indirekte Bereich betroffen sei. Dazu gehört beispielsweise die Finanz- und Rechtsabteilung oder auch der Einkauf und das Personalwesen.

Dass es beim US-Autohersteller aktuell Probleme gibt, zeigen auch mehrere Hundert Kommentare in einem Tesla-Forum. Deutsche Besteller beklagen sich darüber, dass die Auslieferung des Model 3 bis 2023 verschoben wurde. Eine Tesla-Mitarbeiterin soll auf eine Kundenanfrage geantwortet haben, dass man mit „globalen Herausforderungen in der Lieferkette“ zu kämpfen habe. Das könnte auch der Grund für den Personalabbau sein, Elon Musk hatte vor einigen Tagen von einem „superschlechten Gefühl“ in Bezug auf die Entwicklung der derzeitigen Wirtschaftslage gesprochen. Es gibt jedoch auch Vermutungen darüber, dass der Personalabbau mit dem geplanten Twitter-Kauf des Tesla-Chefs zusammenhängen könnte. Elon Musk will den Kurznachrichtendienst für rund 44 Milliarden Dollar übernehmen, aktuell liegt das Projekt jedoch auf Eis.

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