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Wegen Hitzewelle: Tesla bittet E-Autos nur zu bestimmten Zeiten zu laden

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Von: Julian Baumann

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Tesla-Autos stehen neben einer Tesla-Ladestation der neuesten Generation auf dem Gelände vom Euref-Campus Berlin.
Die Supercharger von Tesla sollten während einer Hitzewelle nur zu bestimmten Zeiten verwendet werden, um einen Kollaps des Stromnetzes zu verhindern. © Jens Kalaene/dpa

Aufgrund einer Hitzewelle in Texas bittet Tesla die Kunden, ihre E-Autos nur noch zu bestimmten Zeiten zu laden. Auch in Deutschland steigen die Temperaturen immer weiter an.

Stuttgart/Austin - Das Wetter in Deutschland zeigt sich aktuell von seiner heißesten Seite, doch auch der US-Bundesstaat Texas erlebt mit Temperaturen von deutlich über 35 Grad einen regelrechten Hitzesommer. Der Autohersteller Tesla bittet die Kunden deshalb, ihre E-Autos nur noch zu bestimmten Zeiten an den Superchargern zu laden. Tesla-Boss Elon Musk schaltete das Supercharger-Netz auch für alle frei, die mit dem E-Auto aus der Ukraine flüchten.

In Texas wird dagegen derzeit befürchtet, das Ladenetzwerk könne aufgrund der hochgedrehten Klimaanlagen kollabieren. Tesla bietet seinen Kunden deshalb sogar einen Preisnachlass an, wie das Portal teslarati berichtet. Obwohl es auch in Deutschland und vor allem in Baden-Württemberg derzeit Temperaturen von deutlich über 30 Grad gibt, sieht die EnBW, die für einen Großteil der Ladesäulen im Südwesten verantwortlich zeichnet, keine solchen Herausforderungen, wie ein Sprecher gegenüber BW24 erklärte.

Hitzewelle in Texas: Tesla bietet Kunden Preisnachlass, wenn sie morgens und abends laden

Weltweit setzen sich E-Autos von Herstellern wie Mercedes-Benz oder Tesla immer mehr durch. Im Gegensatz zu Verbrenner-Modellen, die laut EU-Beschluss ab 2035 nicht mehr verkauft werden dürfen, speist eine E-Auto-Batterie nicht nur den Antrieb, sondern nahezu jede technische Funktion des Fahrzeugs. Bei Eiseskälte im Winter drohen E-Autos deshalb gewisse Gefahren. Das liegt vor allem daran, dass in der kalten Jahreszeit zum einen deutlich mehr geheizt und sehr viel früher das Licht angeschaltet werden muss. In Texas wird aktuell jedoch befürchtet, dass das Stromnetz durch den vermehrten Einsatz von Klimaanlagen überlastet werden könnte.

Um einem eventuellen Kollaps des Stromnetzes in Texas vorzubeugen, wandte sich Tesla mit einer Bitte an seine Kunden, die eine Userin auf Twitter teilte. „Es wird erwartet, dass eine Hitzewelle in den kommenden Tagen das Netz in Texas überlastet“, heißt es in der Nachricht. „Der Netzbetreiber empfiehlt, ein Laden der E-Autos zwischen 15 und 20 Uhr zu vermeiden.“ Gerade in dieser Zeitspanne ist es besonders heiß und es wird erwartet, dass die Klimaanlagen das Stromnetz maximal beanspruchen. Tesla bietet laut teslarati den Kunden sogar einen Preisnachlass von 50 Prozent, wenn sie ihr E-Auto außerhalb der genannten Zeiten laden.

40 Grad in Deutschland erwartet: Ladesäulen der EnBW sind „auf extreme Wetterbedingungen ausgelegt“

Nicht nur Texas leidet derzeit unter einer extremen Hitzewelle. In Deutschland herrschen bereits seit einigen Tagen Temperaturen von über 30 Grad. In dieser Woche soll die 40-Grad-“Hitzezunge“ die Bundesrepublik erreichen. Die EnBW, zu der auch die Tochter Netze BW gehört, sieht jedoch keine Gefahr hinsichtlich eines kollabierenden Stromnetzes. „In der aktuellen Lage sehen die Netze BW keine solchen Herausforderungen“, erklärte Heiko Willrett, Pressesprecher Vertrieb und Elektromobilität bei der EnBW, gegenüber BW24. „Für die aktuelle Anzahl an Klimaanlagen und Ventilatoren ist das Verteilnetz der Netze BW ausreichend gerüstet.“

Die EnBW hat als Treiber der E-Mobilität im Südwesten in mehreren großen Städten sogenannte Ladeparks eröffnet - beispielsweise in Ludwigsburg, Karlsruhe und Stuttgart. Aber auch insgesamt ist das Netzwerk an Ladesäulen des Anbieters weit ausgebaut. Den Bedarf, den Kunden aufgrund einer möglichen Überlastung zu bestimmten Ladezeiten zu raten, sieht die EnBW nicht. „Wir legen großen Wert auf die durchgehende Verfügbarkeit unserer Ladestandorte, die bei deutlich über 99 Prozent liegt“, so Willrett. „Aus unserer Sicht ist die Situation hierzulande eine andere als in Texas. Für einen Aufruf, das Laden in bestimmte Tageszeiten zu verlegen, sehen wir aktuell keinen Anlass.“

Auch darüber, dass sich die extrem hohen Temperaturen auf die Ladesäulen oder den Ladevorgang auswirken können, müssen sich E-Autofahrer keine Sorgen machen. „Unsere Ladeinfrastruktur ist auf extreme Wetterbedingungen ausgelegt und kann daher auch mit der aktuellen Hitzewelle umgehen“, stellte EnBW-Sprecher Heiko Willrett klar. „Aufgrund der hohen Ladeleistungen sind unsere Schnellladesäulen aktiv gekühlt. Damit sind auch ihre Bauteile und Technik während eines Ladevorgangs vor zu hohen Temperaturen geschützt.“

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