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„Dein hässliches E-Auto ist viermal so schlimm“: Kritiker klebt Zettel an Tesla-Modelle

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Von: Julian Baumann

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Ein Tesla Model Y lädt in New York an einer Ladesäule. Rechts oben: Die Notiz des Tesla-Klebers.
Ein Unbekannter klebt Zettel auf Modelle von Tesla. Darauf sind die angeblichen Inhaltsstoffe der E-Auto-Batterie verzeichnet. © IMAGO/Richard B. Levine & Reddit/Burt-Maklin-FBI (Fotomontage: BW24).

Ein Unbekannter hat an mehrere Tesla-Modelle Zettel geklebt, auf denen er detailliert aufzeigt, dass E-Autos seiner Meinung nach deutlich umweltschädlicher sind als Verbrenner.

Stuttgart/Las Vegas - In der Casino-Stadt Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada geht offenbar ein E-Auto-Gegner um. In einem Reddit-Thread erklärte ein User, dass ein Unbekannter an mehreren Modellen des US-Herstellers Tesla mit Klebstoff Zettel angebracht hat. Darauf wird der angebliche Schadstoffverbrauch bei der Produktion eines Tesla-Akkus aufgelistet und das fragwürdige Fazit gezogen, dass E-Autos „viermal so schlimm“ für die Umwelt seien, wie herkömmliche Verbrenner.

Obwohl sich E-Autos weltweit bereits als ebenbürtige Alternativen zu den altgedienten Verbrenner-Modellen etabliert haben, reißt die Kritik an den batteriebetriebenen Modellen nicht ab. Ein Pick-up-Fahrer parkte beispielsweise eine Tesla-Ladestation zu und schoss mit einem frechen Sticker gegen E-Autos. Der Unbekannte in Las Vegas hat für seine Kritik an den Stromern eine detaillierte Art gewählt, auch wenn die Ausführungen wohl kaum einer Überprüfung standhalten.

Tesla-Kleber: Berechnung auf Notizen soll Umweltfreundlichkeit von E-Autos widerlegen

„Irgendwer klebt in Vegas Notizen mit einem Klebestift an Teslas“, schrieb der User, der offenbar selbst Tesla-Fahrer ist, im Reddit-Thread. „Auch auf einen Tesla neben meinem.“ Da der Nutzer zu diesem Eintrag einen Screenshot der besagten Notiz beifügte, lässt sich das Anliegen des Unbekannten nachvollziehen. Darauf zu sehen ist eine Art Grafik, die erklärt, dass eine Tesla-Batterie aus Lithium, Magnesium, Kupfer, Nickel, Kobalt und Aluminium besteht. Zusätzlich sind noch Mengenangaben in Pfund (lbs) angegeben, die in Bezug auf die Behauptung des Unbekannten aber eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Akkus von Tesla sind inzwischen allesamt Lithium-Ionen-Batterien, wie bei nahezu allen modernen E-Autos. Deshalb ist die auf der Notiz angegebene Zusammensetzung - wenn man die Inhaltsstoffe der Kathode berücksichtigt - wohl akkurat. Deutlich abenteuerlicher wird es jedoch bei einer Berechnung, die über der Grafik steht. Laut dieser würden 550 Tonnen Erz raffiniert, um 24 Pfund (10,89 Kilogramm) Lithium herzustellen. Um dieses Erz zu transportieren seien zudem 900 bis 1000 Gallonen Benzin nötig und in dem Raffinerie-Prozess würden pro Tag 75 Wagenladungen an Schwefelsäure verbraucht, heißt es weiter.

Reddit-Nutzer verweist auf Tesla-Report, andere reagieren weniger nüchtern - „wenn ich dich erwische“

Obwohl E-Autos bei der Fahrt komplett emissionsfrei sind, werden bei der Produktion - vor allem der Batterie - tatsächlich noch immer Emissionen erzeugt. In den vergangenen Jahren sind die Lithium-Ionen-Batterien aber zunehmend umweltfreundlicher geworden. Der unbekannte Tesla-Kleber aus Las Vegas kommt nach seinen fragwürdigen Berechnungen allerdings zu einem ganz anderen Fazit. „Also ist dein hässliches E-Auto viermal so schlimm für die Umwelt, wie irgendein herkömmlicher Verbrennungsmotor“, heißt es am Ende der Notiz. Zudem stellt der Verfasser klar, dass Öl absolut nicht knapp sei. „Die Politiker sagen, es sei knapp, weil sie dadurch mehr Geld machen.“

In dem Reddit-Thread verweist ein anderer Nutzer allerdings auf den sogenannten Tesla Impact Report vom vergangenen Jahr. Der E-Autobauer berechnet dabei den CO₂-Ausstoß eines Tesla-Modells während der gesamten Lebensdauer inklusive der Herstellungskette. Während der Ausstoß bei der Herstellung der Batterien zumindest in den USA tatsächlich über denen eines Verbrenner-Modells liegt, stoßen die Stromer bei der Nutzung nahezu kein CO₂ aus. Auf lange Sicht ist ein batteriebetriebenes Fahrzeug demnach umweltfreundlicher als eines mit Verbrennungsmotor.

In dem Thread haben weitere User mit dem Vorgehen des E-Auto-Gegners aber ganz andere Probleme. „Mangelnde Fakten beiseite, wenn ich dich dabei erwische, wie du etwas an mein Auto klebst, dann kommt meine vier Jahrzehnte andauernde Serie, in der ich nie verhaftet wurde, zu einem spektakulären Ende“, schrieb einer. „Ernsthaft, meine rechte Faust wird dann an deine Wange geklebt“, stimmte ein anderer zu. „Da hat wohl heute Morgen jemand vergessen sein Lithium zu nehmen“, scherzt ein weiterer Nutzer.

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