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Elon Musk will Tesla zum „wertvollsten Unternehmen der Welt“ machen und kündigt Fabrik-Offensive an

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk mit verschränkten Armen.
Tesla-Chef Elon Musk hat große Zukunftspläne: Neben den bestehenden Gigafabriken will der E-Autobauer bis zu acht weitere errichten. © Political-Moments/Imago

Tesla-Boss Elon Musk hat große Zukunftspläne: Auf der Hauptversammlung des E-Autobauers verkündete er, bis 2030 weitere acht Gigafabriken errichten zu wollen.

Austin, Texas - US-Autobauer Tesla gilt allgemeinhin als Branchenprimus im Bereich der E-Autos, dem inzwischen sogar Traditionskonzerne wie Mercedes-Benz, VW oder auch General Motors und Ford hinterherfahren. Elon Musk will aber offenbar noch viel mehr und kündigte bei der Hauptversammlung des Autobauers in der „Giga Texas“ in Austin an, bis zum Jahr 2030 weitere acht Gigafabriken errichten und mehr als 100 Millionen E-Autos bauen zu wollen.

Dass der Tesla-Boss hoch hinaus will, ist kein Geheimnis. Schließlich treibt er mit seinem Unternehmen SpaceX auch die Raumfahrt voran und sandte tausende Bilder von Tesla-Kunden mit einer Rakete ins All. Was der reichste Mensch der Welt bei der Hauptversammlung den versammelten Investoren von Tesla versprochen hat, klingt aber selbst für den erfolgreichen E-Autobauer utopisch. Im Jahr 2030 sollen bei Tesla jährlich nämlich 20 Millionen Autos vom Band rollen, berichtet die WirtschaftsWoche. So viele Modelle produzieren aktuell die beiden größten Autohersteller der Welt, Toyota und Volkswagen, zusammengerechnet.

Tesla-Chef Elon Musk blickt zuversichtlich in die Zukunft - „denke, dass es weiter nach oben geht“

Über die kommenden zehn Jahre will Tesla mehr als 100 Millionen batteriebetriebene Fahrzeuge bauen, erklärte Elon Musk bei der Hauptversammlung. „Vor zehn Jahren haben wir weniger als 3.000 Fahrzeuge hergestellt“, sagte er bei der Präsentation einer entsprechenden Kurve. Seit etwa zwei Jahren sei der E-Autobauer aber rentabel und, „ich denke, dass es weiter nach oben geht“, so Musk laut der WirtschaftsWoche. „Uns wurde gesagt, dass wir niemals Geld machen würden, was für eine Weile auch stimmte. Aber jetzt haben wir die höchsten Margen in der Industrie.“ Dem Tesla-Chef reicht es aber offenbar nicht, der margenstärkste Autohersteller zu sein. Tesla werde „zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen“, sagte Elon Musk.

Dass Elon Musk bei der Hauptversammlung von Tesla guter Laune seine Zukunftspläne vorstellt, passt zwar zu seinem Unternehmertum, ist aber alles andere als selbstverständlich. Erst vor einigen Wochen nannte der Tesla-Boss die beiden Gigafabriken in Shanghai und Berlin „riesige Geldverbrennungsöfen“ und auch die Tesla-Aktie verlor deutlich an Wert, nachdem Musk die Absicht verkündet hatte, den Kurznachrichtendienst Twitter kaufen zu wollen. Dieses Vorhaben hat er inzwischen wieder aufgegeben und die Tesla-Aktie hat sich zunehmend erholt. Am Donnerstag war der Börsenwert von Tesla nur noch 33 Millionen Dollar davon entfernt, die Hürde von einer Billion US-Dollar erneut zu überwinden.

Tesla will weitere acht Fabriken bauen, mit jährlicher Kapazität von 1,5 bis 2 Millionen Autos

Bei der Hauptversammlung bekräftigte Elon Musk erneut das Ziel, im laufenden Jahr 1,5 Millionen Fahrzeuge ausliefern zu wollen. Der VW-Konzern erwartet seinerseits, den Branchenprimus beim E-Auto-Verkauf überholen zu können. Der Tesla-Chef hat aber noch viel größere Pläne und will ab dem Jahr 2030 jährlich 20 Millionen Teslas pro Jahr produzieren, so viel wie VW und Toyota aktuell zusammen. In Berlin kämpfte Tesla zuletzt allerdings mit vielen Problemen und die Anzahl an produzierten Automodellen blieb deutlich hinter dem gesetzten Ziel zurück. Auch deutsche Tesla-Kunden beklagten die Auslieferungsverzögerungen bis 2023.

Damit Tesla das sehr engagierte Ziel von jährlich 20 Millionen E-Autos in nur acht Jahren auch umsetzen kann, kündigte Elon Musk am Donnerstag der WirtschaftsWoche zufolge auch an, bis zu acht weitere Fabriken errichten zu wollen. Derzeit produziert der Autohersteller in Fremont und Texas (beide USA), Berlin (Deutschland) und Shanghai (China). In den geplanten weiteren Fabriken sollen jährlich jeweils 1,5 bis 2 Millionen Fahrzeuge gebaut werden. Das könne dadurch erreicht werden, indem die Herstellung vereinfacht werde. Das Produktionssystem sei auch der größte Wettbewerbsvorteil von Tesla. „Alle Autos werden elektrisch sein und autonom fahren“, sagte Elon Musk. „Aber unsere Fertigung zu kopieren, das wird sehr schwer sein.“

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