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Tesla-Gründer über Elon Musk: „Mag ein großes Ego haben, ist aber sicher nicht der Gründer“

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk wird oftmals als Gründer von Tesla bezeichnet. Dem tatsächlichen Gründer, der 2008 aus dem Unternehmen ausschied, stößt das noch immer sauer auf.

Stuttgart/Austin - In der Weltwirtschaft gibt es selten Unternehmen, die derart mit ihren Chefs assoziiert werden, wie der E-Autobauer Tesla mit Elon Musk. Wie eng Musk mit seiner wichtigsten Firma verbunden ist, zeigen aktuell auch die Auswirkungen seiner Eskapaden bei Twitter auf Tesla. Der gebürtige Südafrikaner ist CEO und Chefingenieur des E-Auto-Branchenprimus und gab sich selbst die Bezeichnung „Technoking of Tesla“. Oftmals wird Musk aber auch als Gründer des US-Unternehmens bezeichnet, was den tatsächlichen Gründern noch immer sauer aufstößt. Auch das Logo von Tesla wird oftmals falsch interpretiert, tatsächlich steht das „T“ nicht für Tesla und basiert sogar auf einem Fehler.

Elon Musk hat Tesla zwar zu dem heutigen Stand verholfen – das US-Unternehmen ist der wertvollste Autohersteller der Welt – und ist auch unmittelbar für die Designs der nach wie vor sehr beliebten E-Autos zuständig, gegründet wurde das Unternehmen aber ursprünglich von zwei anderen Vordenkern. Einer der Gründer, der Elektroingenieur Martin Eberhard, ist zwar im Jahr 2008 bei Tesla ausgestiegen, verfolgt die Entwicklungen beim Autobauer aber weiterhin genau. Mit dem Mythos, dass Elon Musk das Unternehmen gegründet hat und er von Anfang an E-Autos bauen wollte, ist Eberhard nicht einverstanden.

Tesla bezeichnet CEO Musk auf Website als Mitbegründer – Gründer Martin Eberhard widerspricht

Dass Elon Musk immer wieder als Gründer oder Mitbegründer von Tesla bezeichnet wird, ist – im Gegensatz zu beispielsweise Bill Gates, der trotz seines Ausscheidens aus dem Unternehmen stellenweise noch immer als Microsoft-Chef betitelt wird – keine externe Ansicht. Auf der Seite von Tesla Deutschland wird der Visionär ebenfalls so beschrieben. „Elon Musk ist Mitbegründer und arbeitet an leitender Stelle von Tesla, SpaceX, Neuralink und The Boring Company“, steht dort bereits im ersten Satz. „Als Mitbegründer und CEO von Tesla ist Elon für die gesamte Produktentwicklung, das Engineering und die weltweite Herstellung von Elektrofahrzeugen, Batterieprodukten und Solarenergieprodukten verantwortlich.“

Martin Eberhard, damaliger CEO von Tesla Motors, steht im Juli 2007 im Werk in San Carlos vor einem Tesla Roadster.
Martin Eberhard (Archivfoto) hat Tesla im Jahr 2003 zusammen mit Marc Tarpenning gegründet. Damit, dass Elon Musk oftmals als Gründer bezeichnet wird, ist er nicht einverstanden. © imago stock&people

Für Martin Eberhard ist diese Selbstdarstellung auch bald 15 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem von ihm gegründeten Unternehmen noch immer ein Schlag ins Gesicht. „Elon Musk mag ein großes Ego haben, aber er war sicherlich nicht der Tesla-Gründer“, sagte er gegenüber der Zeit. „Das waren Marc Tarpenning und ich.“ Eberhard und Tarpenning hatten den Autohersteller im Jahr 2003 unter dem Namen Tesla Motors in Kalifornien gegründet. Risikokapital-Investoren – allen voran Elon Musk, der mit dem Verkauf seiner Anteile am Bezahldienst Paypal zu Reichtum gelangt war – stiegen erst ein Jahr später ein. 2004 wurde Musk zum Aufsichtsratsvorsitzender und prägenden Figur bei Tesla.

Tesla-Gründer Eberhard erinnert sich an Anfänge: „Musk mochte den Namen nicht, er wollte ihn ändern“

Wie Martin Eberhard im Gespräch mit der Zeit aber berichtet, stammte die Idee, auf E-Autos zu setzen, von ihm. Den heutigen Tesla-Boss Musk habe er aber bereits im Gründungsjahr von Tesla Motors getroffen. „Wir trafen uns am Rande einer Veranstaltung der Mars-Gesellschaft in Stanford“, erinnert er sich. „Musk wirkte auf mich sehr schlau, er hatte diese ungeheure Auffassungsgabe, die ihm bis heute nachgesagt wird.“ Der heutige Multimilliardär hatte an der renommierten Universität Physik und Volkswirtschaftslehre studiert und blockte die Idee von Eberhard für ein fossilfreies Fahrzeug im Gegenzug zu den damaligen Konzernchefs von Ford, Toyota oder auch Volkswagen nicht ab.

„Ich hatte die Wirkungsgrade verschiedener Motoren verglichen, von herkömmlichen Kraftstoffen, Brennstoffzellen und E-Antrieben“, berichtet der Tesla-Gründer Martin Eberhard über die Anfänge der Ausrichtung des Unternehmens. „Das Elektroauto war eindeutig am effizientesten.“ Elon Musk war von dieser Idee offenbar schnell überzeugt. Als er zunächst als Kapitalgeber bei Tesla Motors einstieg, war der Name – nach dem serbisch-österreichischen Pionier der Elektrotechnik Nikola Tesla – bereits gewählt. „Elon Musk mochte den Namen Tesla nicht, er wollte ihn ändern“, so Eberhard. Eine kleinere Änderung nahm der Alleinherrscher im Jahr 2017 tatsächlich vor, seitdem heißt der Autobauer Tesla, Inc. statt Tesla Motors.

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