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Tesla kämpft in Berlin mit zahlreichen Problemen - auch beim Personal

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Von: Julian Baumann

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Ein im Bau befindlches Model Y in der Gigafactory in Grünheide.
Die Produktion in der Giga Berlin von Tesla liegt derzeit offenbar deutlich hinter dem angestrebten Zeitplan. © Patrick Pleul/dpa

Ende März eröffnete US-Autobauer Tesla die Gigafactory bei Berlin. Mehrere Probleme verzögern derzeit den angestrebten Zeitplan der E-Auto-Produktion.

Stuttgart/Berlin - Der US-Autobauer Tesla eröffnete Ende März die Giga Berlin in Grünheide und lieferte die ersten 30 Modelle des Model Y „Made in Germany“ aus. Das Produktionswerk ist die zweite Gigafactory des Unternehmens von Elon Musk außerhalb der Vereinigten Staaten. Die Fabrik ist, wie auch das Werk in Shanghai, auf eine jährliche Produktion von 500.000 E-Autos ausgelegt. Ein spektakuläres Drohnenvideo zeigt die neue Tesla-Fabrik bei Berlin.

Nach der Eröffnung der Giga Berlin schritt die Produktion des Model Y von Tesla offenbar schnell voran. Der bekannte Autoexperte Ove Kröger testete ein Model Y aus Grünheide. Das Modell, das dem „Tesla-Doc“ zu Untersuchungszwecken von einem Zuschauer zur Verfügung gestellt wurde, trug bereits zwei Wochen nach der Fabrikeröffnung die Produktionsnummer 2.100. Aktuell scheint die Produktion von Tesla in Deutschland allerdings zu stocken. Laut Informationen der Automobilwoche werden momentan lediglich 250 Model Y pro Woche produziert.

Tesla schraubt Produktionsziele in der Giga Berlin deutlich nach unten

Mit der Fabrik bei Berlin stieß Tesla in das Hoheitsgebiet der deutschen Traditionskonzerne Mercedes-Benz, BMW sowie VW vor und setzte sich dabei einen strengen Zeitplan. Das große Produktionswerk wurde trotz mehrerer Proteste von Umweltschützern in rund zwei Jahren errichtet und auch die Autoproduktion in dem hochmodernen Werk ist auf eine hohe Frequenz ausgelegt. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht Tesla deshalb „als Vorbild für alle anderen“. Bei einem angestrebten Produktionsumfang von 500.000 Model Y pro Jahr müsste das Werk in Berlin aber mehr als 10.500 E-Autos pro Woche produzieren. Davon ist die Giga Berlin laut dem Bericht der Automobilwoche aber weit entfernt.

Bereits Monate vor der Eröffnung der Giga Berlin, im Oktober 2021, hatte Tesla-Boss Elon Musk angekündigt, dass bis Ende 2022 in Grünheide mindestens 5.000 Model Y pro Woche vom Band laufen sollen. „Zahlreiche Probleme“ machen diesem Zeitplan nun aber offenbar einen Strich durch die Rechnung, schreibt die Automobilwoche. Dem Bericht zufolge hat Tesla die einst ehrgeizigen Ziele deutlich nach unten geschraubt und will mit der hochfrequenten Produktion erst im Jahr 2023 beginnen. Zudem soll das Werk im Herbst mehrere Wochen stillstehen, da die Produktion auf den Einsatz neuer Batteriezellen umgerüstet wird.

Tesla Berlin: Probleme bremsen Produktion aus - es fehlt auch an Personal

In diesem Jahr wird die Tesla-Fabrik bei Berlin das ursprünglich angekündigte Produktionsvolumen also wohl noch nicht erreichen können. Bis Ende April sollen jedoch bereits 1.000 Model Y pro Woche vom Band laufen und bis Jahresende insgesamt 30.000. Im deutschen Produktionswerk von Tesla fehlt es derzeit zudem auch noch an Personal. Von dem angesetzten Umfang von 12.000 Mitarbeitern würden derzeit erst 3.500 Menschen in der Giga Berlin arbeiten, berichtet die Automobilwoche mit Berufung auf die Beratungsfirma ANP Management. Derzeit werde im Einschicht-Betrieb gearbeitet, Ende Juni soll der Zweischicht-Betrieb starten.

Der angekündigte Produktionstopp im Herbst könnte für die deutsche Tesla-Produktion aber auch deutliche Vorteile bringen. Bislang stammen die Batterien für die E-Autos aus der Batterie-Fabrik in Reno (Nevada). Eine eigene Batterie-Fabrik auf dem Gelände der Giga Berlin befindet sich seit einiger Zeit im Bau und soll im Herbst offenbar abgeschlossen werden. Dann kann Tesla die Model Y aus Deutschland auch direkt mit vor Ort produzierten Batteriezellen bauen.

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