1. bw24
  2. Auto
  3. Tesla

Halbes Jahr nach Eröffnung: Deutsches Tesla-Werk hat noch keine funktionierende Brandmeldeanlage

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Ein Elektrofahrzeug vom Typ Model Y rollt zur Eröffnung der Tesla-Fabrik Berlin Brandenburg aus dem Werk.
Auch ein halbes Jahr nach der Eröffnung der Giga Berlin von Tesla verfügt das Werk noch über keine funktionierende Brandmeldeanlage. © Patrick Pleul/dpa

Am Montag brach auf dem Gelände der „Giga Berlin“ von US-Autobauer Tesla ein Feuer aus. Nun wurde bekannt, dass die Anlage über keine funktionierende Brandmeldeanlage verfügt.

Stuttgart/Grünheide - Die riesige Gigafactory von US-Autobauer Tesla in Grünheide außerhalb der Bundeshauptstadt Berlin brachte bereits vor der Fertigstellung viele Kritiker auf den Plan. Vor allem die Abholzung der Wälder auf der Baufläche und die vermutete Trinkwasserverschmutzung waren Umweltschützern ein Dorn im Auge. Ende März eröffnete der E-Autobauer Tesla die „Giga Berlin“ offiziell und liefert seitdem die Modelle Model Y für den europäischen Markt aus. Die Probleme am ersten deutschen Produktionsstandort des Unternehmens von Elon Musk reißen aber auch ein halbes Jahr später nicht ab.

Am Montag, 26. September, war auf dem Tesla-Fabrikgelände in Grünheide ein Feuer ausgebrochen. Die Werksfeuerwehr des E-Autobauers habe gegen 3:30 Uhr aufgrund eines brennenden Papphaufens Alarm geschlagen, hieß es in einem ersten Bericht zum Vorfall. Tesla hat am deutschen Standort demnach eine Werksfeuerwehr, eine funktionierende Brandmeldeanlage gibt es auf dem Gelände aber auch nach einem halben Jahr nicht. Die Behörden sehen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge darin allerdings kein Problem.

Tesla: Giga Berlin verfügt zwar über Brandmeldeanlage, die funktioniert aber nicht

Der deutsche Standort des US-Unternehmens Tesla, das weltweit als Branchenprimus der E-Mobilität gilt, zieht seit der Eröffnung immer wieder Kritik auf sich. Im Juni sorgten etwa ungleiche Löhne in der Tesla-Fabrik bei Berlin für großen Ärger. Grund dafür war, dass neu angestellte Mitarbeiter offenbar höhere Gehälter bekamen, als die, die schon länger in Grünheide angestellt sind. Auch mit den Brandschutzverordnungen in Büro- und Produktionsgebäuden scheint es der US-Hersteller nicht allzu ernst zu nehmen. Laut dem Bericht verfügt die Giga Berlin zwar über eine Brandmeldeanlage, diese funktioniert seit dem Produktionsbeginn aber nicht richtig.

Weil die Brandmeldeanlage bei Tesla in Brandenburg nicht funktioniert und dadurch auch die Sprinkler außer Betrieb sind, gibt es in der riesigen Autofabrik keine zuverlässige Warnung vor Bränden wie dem vom Montag. Statt eines Warnsystems patrouillieren zur Brandvorbeugung Mitarbeiter in der Halle. Den Behörden sei dieser Umstand zwar bekannt, berichtet die dpa, sie sehen darin aber kein Problem. Tesla arbeite auf der Grundlage eines vorläufigen Brandschutzkonzeptes, das von den Behörden freigegeben worden sei, sagte Bau- und Umweltdezernent des zuständigen Landkreises Oder-Spree, Sascha Gehm, am Donnerstag. Er verwies zudem auf die Patrouillen und die Werksfeuerwehr am Standort.

Tesla: Naturschützer kritisierten Umgang der Behörden mit US-Autobauer als zu lax

Dass Tesla in Grünheide nur über ein vorläufiges Brandschutzkonzept verfügt, stößt beim Naturschutzbund Brandenburg auf deutliche Kritik. Naturschützer kritisieren die Autofabrik in Brandenburg bereits seit langem. Am 11. April liefen etwa 15.000 Liter einer Lackfarbe aus dem Werk in Grünheide aus, ein Umweltverein forderte deshalb die Schließung der Tesla Gigafabrik bei Berlin. Auch jetzt kritisieren die Umweltschützer, dass die Behörden in Brandenburg zu lax mit den Verordnungen für Tesla umgingen. Zudem werden auch Folgen für die Umwelt befürchtet, da sich das Tesla-Werk in einem Wasserschutzgebiet befindet.

Nach dem Brand auf dem Gelände der Giga Berlin von Tesla am Montag, hatten Umweltschützer einen Produktionstopp gefordert. Aufgrund von Problemen hatte das Tesla-Werk erst im Juli die Produktion temporär gestoppt und die Prozesse angepasst. Ein erneuter Fertigungstopp würde die Fabrik demnach zurückwerfen, zumal der Standort erst seit wenigen Monaten nach Aussage von Tesla-Boss Elon Musk wirklich profitabel ist. Wie am Mittwoch, 28. September, bekannt wurde, muss Tesla in Grünheide nach dem Brand aber nur den Lagerplatz für Abfälle auf dem Gelände stilllegen.

Auch interessant

Kommentare