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„Ärgerlich, so eine Idiotie“: Tesla-Fahrer soll für 15 Minuten Laden 100 Euro zahlen - Netz zweifelt

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Von: Julian Baumann

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Ein Tesla lädt an einer Ladesäule für Elektroautos an der Uni Hannover.
Ein Tesla-Fahrer regt sich über eine Rechnung von knapp 100 Euro für eine Ladezeit von 15 Minuten auf. Das Netz zweifelt an der Geschichte (Symbolbild). © Julian Stratenschulte/dpa

In einem Tesla-Forum regt sich ein Nutzer darüber auf, dass er für eine Ladezeit von 15 Minuten fast 100 Euro zahlen soll. Die anderen User sind skeptisch.

Stuttgart/Wien - Die vergleichsweise langen Ladezeiten und mancherorts hohen Preise an den Ladesäulen für E-Autos sind noch immer ein Kritikpunkt an der E-Mobilität. Durch die aktuelle Energiekrise ist das E-Autofahren ohnehin recht kostspielig geworden. Die Automobilbranche sorgt sich aufgrund der hohen Stromkosten bereits um die Zukunft der E-Auto-Produktion. Doch selbst bei den aktuellen Preisen ist eine Rechnung von beinahe 100 Euro für eine Ladezeit von nur 15 Minuten eher ungewöhnlich. Über eine solche regt sich ein Tesla-Fahrer in einem aktuellen Post im „Tesla Fahrer und Freunde“-Forum (tff-forum.de) aber auf.

Der E-Autofahrer, der sich im tff-Forum „dancer1234“ nennt, wollte mit seiner Familie offenbar den Familypark in Wien, den größten Freizeitpark Österreichs, besuchen und sein Tesla Model Y solange an einer Ladesäule des Anbieters Smartrics laden. Nach 15 Minuten sei der Ladevorgang aber abgebrochen, er habe das Fahrzeug aber nicht abstecken können, ohne den Park zu verlassen. Vom Stromanbieter Wien Energie, mit dessen Karte an der Ladesäule geladen wurde, erhielt der Tesla-Fahrer anschließend eine Rechnung über 94,60 Euro. „Hat da jemand schon Erfahrungen gemacht?“, fragte er im Forum.

Tesla hat offenbar über 7,5 Stunden an Ladesäule gestanden - Ladevorgang laut Fahrer aber nur 15 Minuten

Die Kosten pro Kilowattstunde an den Schnellladesäulen sind je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Aufgrund der derzeitigen Energieproblematik mussten viele die Preise aber anheben - auch Tesla an den eigenen Supercharger-Stationen. Bei einer Rechnung über 94,60 Euro bei 15 Minuten Ladezeit müsste der Tarif aber ganz besonders hoch sein. Aus der Benachrichtigung des Energieanbieters, den „dancer1234“ als Bild im Forum gepostet hatte, geht jedoch hervor, dass das Tesla Model Y angeblich von 9.58 Uhr bis 17.34 Uhr an der Ladesäule geladen hatte - also über 7,5 Stunden.

Aus dem Bericht des Tesla-Fahrers kann abgeleitet werden, dass das Model Y wohl tatsächlich über 7,5 Stunden an der Ladesäule angesteckt war. „Das Laden ist nach 15 Minuten abgebrochen“, schrieb er. Wir „konnten das Auto nicht abstecken, weil sonst das Eintrittsticket ungültig wird.“ Dass der Tesla aber die ganze Zeit über Strom gezogen hat, bestreitet er. „Technisch ist es ja gar nicht möglich, so lange zu laden“, führte er aus. „Die Kapazität hat die Batterie gar nicht und wir waren bei ungefähr 40 Prozent.“ Ein anderer E-Auto-Fahrer sollte nach der Nutzung einer Gratis-Ladesäule sogar 1.000 Euro zahlen.

Tesla-Fahrer regt sich über hohe Rechnung auf - Netz zweifelt an Irrtum: „Da ist nichts faul“

Da der Tesla-Fahrer laut eigenen Angaben von einem Fehler seitens des Energieanbieters ausging, wollte er die Summe wieder zurückbuchen lassen und notfalls seinen Anwalt einschalten. „Oder meint ihr, Rechtsanwalt schon vorm rückbuchen?“, fragte er im Forum und fügte hinzu, dass er einen Rechtsschutz habe und deshalb „gechillt“ sei. „Trotzdem ärgerlich, so eine Idiotie.“ In dem Tesla-Forum sind viele Nutzer aber skeptisch, ob es sich tatsächlich um einen Fehler handelt. „Da ist nichts faul“, kommentiert ein User und postet das Bild einer Tarifübersicht. „Sind halt 20 Cent pro Minute und bei 456 Minuten entstehen damit 94,60 Euro Ladekosten.“

Andere Nutzer stimmen zu, dass es sich eben um einen Zeittarif handelt und nicht einen, der nur die verbrauchten Kilowattstunden berechnet. „Was hast du denn gedacht, was du zahlen sollst?“, fragt einer. „Das ist halt ein Zeittarif, auch ohne Abbruch hättest du die 100 Euro-Rechnung bekommen.“ Die Rechnung von Wien Energie bestätigt diese Angaben. Dort ist zwar die Leistung der Ladesäule (22 KW Roaming) angegeben, aber keine Stromkosten, sondern Kosten pro Stunde (12,42 Euro, also rund 21 Cent pro Minute). Bei einer Verwendung der Ladesäule für 7,616 Stunden ergibt sich dadurch der Rechnungsbetrag von 94,60 Euro.

Ob eine Ladesäule mit Zeittarif vor einem großen Freizeitpark sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Schließlich würden die wenigsten Besucher den Park nach wenigen Stunden wieder verlassen, um zu schauen ob ihr E-Auto voll geladen ist. Ein User im tff-Forum hat allerdings ein ganz anderes Problem mit dem Bericht des Tesla-Fahrers. „Mal ganz ehrlich, 8 Stunden eine Ladesäule blockieren, an einem Park, der Preis ist noch viel zu gering“, kommentierte er. „Sich darüber noch zu beschweren, ist ja eigentlich noch der größte Witz.“

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