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Tesla trotzt Problemen: Elon Musk nennt Preiserhöhungen „etwas beschämend“

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Von: Julian Baumann

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Tesla-Chef Elon Musk spricht vor der Enthüllung des Teslas Modell Y in Teslas Designstudio.
Elon Musk bezeichnet die Preiserhöhungen bei Tesla als „beschämend“. Sein Unternehmen konnte dadurch aber die Erwartungen im zweiten Quartal deutlich übertreffen. © Jae C. Hong/dpa/AP

Entgegen der Erwartungen hat E-Autobauer Tesla auch im zweiten Quartal 2022 hohe Margen eingefahren. Das ist allerdings auch mehreren Preiserhöhungen geschuldet.

Stuttgart/Austin - „Tesla schwächelt“, erklärte VW-Chef Herbert Diess kürzlich, der erwartet, den Branchenprimus noch im laufenden Jahr bei den E-Auto-Verkäufen überholen zu können. Die vom US-Unternehmen nun vorgelegten Quartalszahlen zeigen allerdings keine Spur von Schwäche. Entgegen der Erwartungen der Wall Street und trotz Problemen bei Lieferketten und Rohstoffen konnte Tesla im zweiten Quartal 2022 einen Umsatz von 16,9 Milliarden Dollar verzeichnen.

Der hohe Gewinn bei Tesla ist zum einen dem Verkauf von Abgaszertifikaten, und zum anderen mehreren Preiserhöhungen bei den E-Auto-Modellen geschuldet. Mit der Bruttogewinnmarge von 28 Prozent steht das Unternehmen von Elon Musk in der Branche noch immer an der Spitze. Der Tesla-Chef bezeichnete die Preiserhöhungen bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Mittwoch, 20. Juli, als „etwas beschämend“, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Der Grund für die Erhöhungen sei aber nicht Profitgier gewesen.

Tesla übertrifft Erwartungen der Wallstreet - „wir haben kein Problem mit der Nachfrage“

In den vergangenen Monaten hatte auch das US-Unternehmen Tesla, das zuvor beispielsweise vor gravierenden Folgen der Corona-Pandemie weitgehend verschont geblieben war, mit Problemen zu kämpfen. In einem Interview bezeichnete Tesla-Boss Elon Musk die Fabriken in Shanghai und Grünheide als „riesige Geldverbrennungsöfen“, die Milliardensummen an Produktionskosten vernichten. Dem Erfolg des E-Auto-Platzhirsches tat das aber offenbar keinen Abbruch. Der WirtschaftsWoche zufolge hat der Autobauer die Erwartungen der Wallstreet um 300 bis 500 Millionen Dollar übertroffen. Die Menge der ausgelieferten E-Autos ist mit 254.695 im Vergleich zu 310.000 im ersten Quartal allerdings gesunken.

Für die E-Autos mussten die Kunden in diesem Quartal allerdings auch mehr Geld auf den Tisch legen, als zu Beginn des Jahres. Der Grund dafür sei aber nicht Profitgier, sagte Elon Musk. Vielmehr musste auch der US-Hersteller die Preise der E-Autos an die Preise für die Rohmaterialien anpassen. Aktuell führen die Lieferprobleme dazu, dass auch deutsche Tesla-Kunden mitunter bis 2023 auf die Auslieferung warten müssen. Die Nachfrage nach Tesla-Modellen ist demnach ungebrochen. „Wir haben kein Problem mit der Nachfrage“, stellte Musk klar. „Vielleicht haben das andere, wir nicht.“

Tesla-Boss wieder positiv eingestellt - Giga Berlin soll Produktionskapazität bis Jahresende steigern

Vor einigen Wochen schaute Elon Musk angesichts der steigenden Inflation, der unterbrochenen Lieferketten und dem zunehmenden Rohstoffmangel noch mit Sorge in die Zukunft seines Unternehmens. Auch dass der Tesla-Boss beabsichtigt hatte, den Kurznachrichtendienst Twitter zu kaufen, bescherte der Tesla-Aktie einen gewaltigen Einbruch. Inzwischen ist der reichste Mensch der Welt aber deutlich positiver eingestellt. „Wir haben die Chance auf Rekorde im zweiten Halbjahr“, so Musk. Das Ziel sei, die Jahresproduktion um 50 Prozent zu steigern.

Auch bei der Autoproduktion will Tesla nach eigenen Angaben eine ganze Schippe zulegen. Insgesamt sollen pro Woche 40.000 E-Autos produziert werden, derzeit habe man zumindest streckenweise eine Produktion von 30.000 pro Woche erreicht. Vorbild seien in diesem Bereich die Fabriken in Fremont (Kalifornien) und Shanghai (China). Die erst Ende März eröffnete „Giga Berlin“ in Brandenburg feierte im Juni bereits die Produktion des 1.000sten Fahrzeugs, dort soll die Produktion bis Ende des Jahres auf 5.000 erhöht werden.

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