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Ethikrat-Chefin zu Elon Musks Eskapaden: „Tesla ist jetzt natürlich total unkaufbar“

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Von: Julian Baumann

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Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, steht in einem Park in Berlin.
Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx hatte sich als Privatperson überlegt, einen Tesla zu kaufen. Nach den Eskapaden von Elon Musk sei das „echt vom Tisch“. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Durch kontroverse Aussagen von Elon Musk nimmt die Marke Tesla zunehmend Schaden. Auch die Vorsitzende des deutschen Ethikrats hat sich, als Privatperson, gegen den Kauf eines Teslas entschieden.

Stuttgart/Berlin - Die Meinungen zur US-amerikanischen E-Auto-Marke Tesla ist bereits seit dem Durchbruch des Unternehmens umstritten. Diejenigen Autofahrer, die die E-Mobilität ohnehin ablehnen, haben auch für die Modelle des Branchenprimus nichts übrig, viele andere sind der Meinung, dass die US-Fabrikate in Sachen Qualität bei weitem nicht mit den deutschen und europäischen E-Autos mithalten können. Es gibt allerdings auch viele Autofahrer und Technikbegeisterte, die Tesla als das Nonplusultra ansehen und Konzernchef Elon Musk als genialen Visionär geradezu verehren.

Weil Tesla-Chef Elon Musk wie kein anderer CEO der Weltwirtschaft in der Öffentlichkeit steht und immer wieder mit kontroversen Aussagen und Aktionen auffällt, nimmt auch die Marke Tesla zunehmend Schaden. Seitdem der reichste Mensch der Welt den Kurznachrichtendienst Twitter übernommen hat, häufen sich die Imageschädigungen für den E-Autobauer. Weil Musk sich gerade in der jüngeren Vergangenheit immer wieder in die Politik eingemischt und im Rahmen der US-Midterms auf Twitter für die Wahl der Republikaner geworben hatte, sehen Branchenexperten eine steigende Beliebtheit von Tesla im rechtsgerichteten Spektrum.

Tesla als Politikum: Alena Buyx hat sich gegen Kauf entschieden - „das ist echt vom Tisch“

Die Twitter-Eskapaden von Elon Musk haben bereits Einfluss auf Tesla. Auf der Plattform meldeten in den vergangenen Tagen einige Nutzer, dass es ihnen inzwischen regelrecht peinlich ist, Tesla zu fahren. Als Privatperson hat sich nach dem kontroversen Verhalten des Twitter-Chefs auch Alena Buyx, die Vorsitzende des deutschen Ethikrats, gegen den Kauf eines Teslas entschieden, wie sie im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“, in der Folge „Midtermorphosen“, von Moderator Micky Beisenherz erklärte. „Man hat jetzt nicht so viel Lust, dem Musk Geld zu geben“, sagte sie. „Tesla ist jetzt natürlich total unkaufbar.“

Im Podcast erklärte Alena Buyx, dass sie tatsächlich einmal überlegt hatte, sich einen Tesla zuzulegen. „Das ist echt vom Tisch, das geht nicht mehr“, machte sie deutlich. „Das kannst du nicht mehr bringen.“ Eben durch die stellenweise sehr kontroversen Aussagen von Twitter- und Tesla-Boss Elon Musk und seiner Nähe zu den Republikanern, er wollte beispielsweise Donald Trump zurück auf die Plattform holen, ist die Marke Tesla für viele bereits zum Politikum geworden. Micky Beisenherz erwähnte im Podcast, dass er seinem Vater seinen alten Lada geschenkt habe, und dieser sich mit dem russischen Fabrikat nun als „Putin-Büttel“ beschimpfen lassen müsse.

Tesla, SpaceX, Starlink und jetzt Twitter: Hat Elon Musk als Chef eines Meinungsportals zu viel Macht?

E-Autos sind, allein durch den Umweltgedanken und als Gegenentwurf zum verpönten Verbrennungsmotor, bislang in linksliberalen Kreisen beliebt gewesen. Dass sich das mit der Twitter-Übernahme und dem Rechtsdriften von Elon Musk nun ändert, zeigt sich besonders in den USA. So ist der gerade erst wieder ins US-Repräsentantenhaus gewählte Republikaner Thomas Massie einem aktuellen Bericht des Spiegel zufolge Tesla-Fan und bezeichnet sich trotz seines Widerstands gegen jegliche Umweltvorschriften als „grüner Pionier“. Mit Elon Musk als Alleinherrscher der Meinungsplattform Twitter hofft der rechts-liberale Politiker, dass seine Sicht an Einfluss gewinnt.

Eben weil Elon Musk nicht nur der Eigentümer von Twitter, sondern auch der Chef von Tesla, des Weltraumunternehmens SpaceX und des Satelliteninternetanbieters Starlink ist, ist seine Alleinherrschaft auf der Plattform gefährlich. „Twitter als Plattform hat ja etwas Infrastrukturelles inzwischen und das ist in der Hand von jemand, der erratisch ist, nicht ganz so einfach“, sagte Alena Buyx im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“. Elon Musk hatte der Ukraine beispielsweise Satelliteninternet zur Verfügung gestellt. „Das ist etwas, das sollte keine Privatperson tun können“, so Buyx. Auch in der Wirtschaft haben mehrere große Unternehmen bereits auf die Twitter-Übernahme durch Elon Musk reagiert. Porsche hat die Twitter-Werbung eingestellt, Mercedes will noch „beobachten“.

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