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Tesla-Insights: US-Journalistin teilt nach 3 Jahren investigativer Recherche Elon Musks größte Fehler

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Von: Julian Baumann

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Tesla-Chef Elon Musk bei der Eröffnung der „Giga Berlin“ im brandenburgischen Grünheide.
Umstrittenes Genie: Eine US-Journalistin hat sich drei Jahre lang mit Elon Musk und Tesla beschäftigt. Auf Twitter teilte sie ihre Erkenntnisse. © IMAGO/Political-Moments

Drei Jahre lang hat sich eine US-Journalistin mit Elon Musk und seinem E-Autobauer Tesla beschäftigt. Auf Twitter teilte sie ihre Erkenntnisse.

Stuttgart/Austin - Der US-Autobauer Tesla ist an der Börse der wertvollste Autohersteller überhaupt und gibt bei der E-Auto-Produktion weltweit den Ton an. Neben den Werken in den USA betreibt der Branchenprimus auch in Shanghai (China) und seit Ende März auch in Grünheide bei Berlin eine Gigafactory. Tesla-Boss Elon Musk hat mit seinem bekanntesten Unternehmen allerdings noch große Pläne und will Tesla „zum wertvollsten Unternehmen der Welt machen.“ Spätestens seit der Twitter-Übernahme durch den Tesla-Chef und sein fragwürdiges Vorgehen in Bezug auf die Neuausrichtung des Kurznachrichtendienstes, fragen sich viele, wie der Tech-Milliardär seinen Autohersteller so erfolgreich machen konnte.

US-Journalistin Linette Lopez hat sich für das Wirtschaftsmagazin Business Insider von 2018 bis 2021 intensiv mit Elon Musk und Tesla beschäftigt und ihre Erkenntnisse aus dieser Zeit nun auf Twitter geteilt. „Woher weiß ich soviel darüber, wie Elon Musk seine Geschäfte führt?“, fragte sie in ihrem Tweet. BW24 hat die wichtigsten Erkenntnisse der US-Journalistin herausgefiltert.

Tesla-Insights nach 3 Jahren Recherche: Defekte Batterien, mangelnde Bremstests und Fehlkalkulationen

Tesla-Chef Elon Musk ist seit langem für seinen Führungsstil umstritten. Ein ehemaliger Tesla-Manager sagte, er sei „stets professionell aber überhaupt nicht sozial.“ Für eine Kontroverse sorgte auch, dass Mitarbeiter der Gigafactory in Shanghai aufgrund eines strikten Corona-Lockdowns in der chinesischen Wirtschaftsmetropole auf dem Boden der Fabrik schlafen mussten, und sich der Firmenchef auf Twitter über die tolle Arbeitsmoral der Angestellten freute. Von vielen Autofans und Befürworter der E-Mobilität wird Elon Musk aber auch als Visionär oder fast schon Prophet angesehen. Die Erkenntnisse von Linette Lopez zeigen jedoch, dass bei Tesla nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

1. „Tesla hat Batterien mit defekten Kühlsystemen in Autos der Kunden eingebaut - und sie wussten davon“, schreibt Linette Lopez in Bezug auf ihr erstes Beispiel. Konkret soll es sich dabei um defekte Akku-Kühlsysteme bei der Produktion des Model S gehandelt haben. Dem Unternehmen seinen die Probleme bewusst gewesen, man habe sie aber ignoriert.

2. Elon Musk soll laut der Business-Insider-Reporterin seine Ingenieure im Jahr 2018 angewiesen haben, bei den Mittelklassemodellen Model 3 keine Bremstests mehr durchzuführen. „Bei den Tests traten zu viele Fehler auf und er wollte die Produktionsgeschwindigkeit erhöhen“, führt sie aus.

3. Tesla soll seine Modelle im Falle eines entdeckten Fehlers in China deutlich schneller zurückrufen, als in den USA. Als Beispiel nennt die US-Journalistin in ihrem Bericht den Fall eines US-Amerikaners, bei dessen Model 3 sich aufgrund eines Fehlers bei der Fahrt ein Rad gelöst hatte. Dem Hersteller sei dieser Defekt bekannt gewesen, einen Rückruf gab es aber offenbar nicht.

4. Bei der Produktion des Mittelklassemodells Model 3 produzierte Tesla laut einem internen Dokument das Business Insider vorlag, Müll in Höhe von 150 Millionen US-Dollar. Eine Fehlkalkulation, die das Unternehmen an den Rand des Bankrotts brachte. „Diese Geschichte hat mich auf Teslas-Abschussliste gebracht“, schreibt Linette Lopez. „Sie beschreibt eine Fabrik im Chaoszustand und erklärt, warum Musk bei der Produktion des Model 3 so weit hinter dem Zeitplan zurückblieb.“

Tesla und Elon Musk: Twitter-User nach Enthüllungen zwiegespalten

Die bereits angesprochene Lage in der Tesla-Fabrik in Shanghai während eines Corona-Lockdowns war offenbar kein Einzelfall. Laut Lopez‘ Recherchen reagierte Elon Musk insgesamt sehr langsam auf die Pandemie und versuchte auch, die Produktion so lang wie möglich aufrechtzuerhalten. Zudem hat die Business-Insider-Journalistin nach eigenen Angaben in Gesprächen mit Tesla-Mitarbeitern sehr lange Arbeitszeiten aufgedeckt. Eine 70-Stunden-Woche sei an der Tagesordnung gewesen. „Ich bin mir sicher, dass die Twitter-Mitarbeiter wussten, welche Art von Chaos zu erwarten war“, schreibt Linette Lopez in Bezug auf das neueste Unternehmen von Elon Musk.

Die Erkenntnisse der US-Journalistin nach einer dreijährigen Recherche bei Tesla rufen auf dem Kurznachrichtendienst ein sehr geteiltes Echo hervor. Viele Twitter-Nutzer stimmen den Berichten zu und vergleichen sie mit eigenen Erfahrungen und Informationen. „Deine Berichte decken sich mit dem, was wir auch in Deutschland lesen...“, schrieb ein User. Andere Nutzer sind dagegen der Meinung, dass die Berichte nur die Diffamierung eines der wichtigsten Unternehmen der Weltwirtschaft zum Ziel haben. Dass die Informationen von Linette Lopez definitiv nicht aus der Luft gegriffen sind, hat Elon Musk in jüngster Zeit mit seinem fragwürdigen Vorgehen nach der Twitter-Übernahme aber selbst bestätigt.

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