1. bw24
  2. Auto
  3. Tesla

Mercedes und Co. chancenlos: Tesla verdient pro verkauftem E-Auto mehr als jeder andere

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Die jüngste Bilanz von Tesla zeigt, dass der Hersteller mit seinen E-Autos deutlichen Gewinn macht. Das liegt an den stark gesenkten Produktionskosten.

Stuttgart/Austin - Obwohl die Produktion von E-Autos durch den Chipmangel, die Ukraine-Krise und die Unterbrechung der Lieferketten derzeit stark beeinträchtigt ist, ist die Nachfrage nach batteriebetriebenen Modellen ungebrochen. Mercedes-Benz verkaufte im vergangenen Jahr mehr E-Autos als jemals zuvor. Die Schwaben fahren aufgrund des Teilmangels eine Luxusstrategie, die offenbar aufgeht. Im vergangenen Jahr verdiente der Traditionskonzern aus Stuttgart 6.879 Euro pro verkauftem Auto.

Aus der jüngsten Bilanz des US-Unternehmens Tesla geht nun hervor, dass der E-Auto-Hersteller pro verkauftem Modell sogar noch mehr Gewinn macht, als Mercedes-Benz. Das liegt laut efahrer.chip.de an den Herstellungskosten der Autos, die tatsächlich deutlich niedriger ausfallen, als man meinen könnte.

Tesla macht E-Autos bereits profitabel und sorgt damit für Überraschung

Mercedes-Benz konzentriert sich inzwischen deutlich auf den Bau von E-Autos, hat aber auch noch immer die beliebten Verbrenner-Modelle im Portfolio. Der große US-Konkurrent Tesla baut seit jeher ausschließlich E-Autos, deshalb ist die veröffentlichte Bilanz auch eine Überraschung für viele Analysten. Bislang ging man nämlich davon aus, dass es noch einige Zeit dauern würde, bis die Herstellung von E-Autos auch für die Autobauer profitabel ist. Diese Annahme bezieht sich vor allem auf die großen technischen Herausforderungen und hohen Kosten für die Batterien.

In Bezug auf das Flaggschiff EQS sagte Mercedes-Chef Ola Källenius im vergangenen Jahr, dass der Konzern mit dem E-Auto deutlich weniger verdiene, als mit einem vergleichbaren Verbrenner-Modell. Tesla hat diese Hürde den Zahlen in der Bilanz zufolge aber offenbar überwunden. Das hat der US-Autobauer wohl mittels einer stetigen Absenkung der Produktionskosten für die Modelle erreicht. „Fertigung ist die entscheidende Kernkompetenz von Tesla“, heißt es laut efahrer.chip.de in der Bilanz. „Während Elektroautos aufgrund der teuren Akkus oft als strukturell unrentabel angesehen wurden, waren wir überzeugt, dass Innovationen in der Fertigung, speziell angefertigte Fahrzeuge und Fabriken die Kostenprobleme lösen würden.“

Tesla verdient pro Auto rund 9.000 Dollar - mehr als jeder andere Hersteller

Laut der Bilanz kostet die Produktion eines Tesla-Modells etwa 36.000 Dollar, umgerechnet rund 32.000 Euro. Das günstigste E-Auto des Unternehmens ist das Tesla Model 3 mit einem Neukaufpreis ab 44.990 Dollar (rund 40.327 Euro). Auf dem heimischen Markt in den Vereinigten Staaten nimmt der Autobauer also mindestens 9.000 Euro pro verkauftem E-Auto ein, mehr als jeder andere Autobauer.

Am 25. März eröffnete Tesla die Gigafactory in Grünheide bei Berlin und lieferte die ersten 30 Model Y an die Vorbesteller aus. Das Model Y wird demnach auch in Deutschland produziert, in den USA liegt der Preis bei rund 60.000 Dollar. Die aktuelle Version des Model S kostet mindestens 95.000 Dollar (85.000 Euro). Das teuerste Tesla-Modell, Model X, ist sogar erst ab 105.000 Dollar (94.000 Euro) zu haben. Beim Verkauf eines Model Y, Model S oder Model X macht Tesla demnach noch höheren Gewinn.

Auch interessant

Kommentare