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Extrem-Versuch mit E-Auto: Unternehmer aus Böblingen fährt Tesla Model Y „bis er stirbt“

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Von: Julian Baumann

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Was passiert, wenn man ein Tesla Model Y so weit ausreizt, bis die Batterie wirklich leer ist? Dem ist ein Unternehmer aus Böblingen in einem Video nachgegangen.

Böblingen - Die meisten Autofahrer kennen die ungünstige Situation, wenn das Benzin im schlimmsten Fall mitten auf der Autobahn leer wird und sich das Fahrzeug aus eigener Kraft nicht mehr bewegen lässt. Obwohl E-Autos, auf die sich inzwischen auch die großen deutschen Autobauer Mercedes-Benz, BMW und VW konzentrieren, ganz ohne Benzin oder Diesel angetrieben werden, geraten E-Auto-Fahrer unter Umständen in eine ähnliche Lage.

Florian Steiner, Geschäftsführer von Touch Perfect aus Böblingen, ist in einem Youtube-Video der Frage nachgegangen, was passiert, wenn man einen Tesla Model Y fährt, „bis er stirbt“. Damit er mit dem E-Auto des Unternehmens von Tech-Milliardär Elon Musk nicht ohne Strom auf der Straße steht, hat er zuvor Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen und einen Anhänger organisiert.

Tesla: Unternehmer fährt mit Model Y 350 Kilometer-Route durch Baden-Württemberg

Das Model Y wird inzwischen auch in der Tesla-Gigafactory in Grünheide bei Berlin gefertigt und an Kunden in ganz Europa ausgeliefert. Florian Steiner beginnt seinen Versuch mit einer Akkuleistung von 100 Prozent und einer angegebenen Reichweite von 480 Kilometer, wie er zu Beginn des Videos erklärt. Die Route führt von Sindelfingen über die Autobahn Richtung Bodensee, weiter nach Ravensburg, Bad Saulgau, Tübingen und letztendlich wieder zurück nach Sindelfingen. Auch Mercedes-Benz startete kürzlich einen Rekordversuch von Sindelfingen bis nach Südfrankreich. Mercedes erreichte mit dem Super-E-Auto EQXX einen Reichweitenrekord, das Forschungsfahrzeug fuhr die Strecke von über 1.000 Kilometern mit nur einer Batterieladung.

Ganz so lange ist die Strecke, die sich Florian Steiner für seinen Versuch mit dem Tesla Model Y ausgesucht hat, nicht. „Die geplante Route hat 350 Kilometer, davon sind ungefähr 140 Kilometer Autobahn und 210 Kilometer Landstraße“, sagt er im Video. Nach Eingabe der geplanten Route zeigt das Modell eine Restakkuladung von 12 Prozent bei der Rückkehr in Sindelfingen an. Nach 135 Kilometern auf der Autobahn und einer gefahrenen Zeit von 1,14 Stunden hat der Tesla 20,4 Kilowattstunden verbraucht. „Was übrigens auch sehr gut funktioniert, ist der Autopilot“, sagt Florian Steiner. „Ich bin da echt begeistert.“

Tesla: Model Y zeigt bei Akkukapazität von 10 Prozent noch keine Warnung an

Zu dem Zeitpunkt, an dem Florian Steiner mit dem Tesla Model Y den Wegpunkt bei Ravensburg in Oberschwaben erreicht, zeigt die Batterieleistung noch 51 Prozent nach gefahrenen 190 Kilometern an. „Das würde aber bedeuten, dass wir nicht 480 Kilometer weit kommen, sondern vielleicht nur 400 Kilometer“, lautet das Zwischenfazit. Auf der Landstraße hat das Model Y einen Durchschnittsverbrauch von 18,6 Kilowattstunden, der Hersteller selbst gibt 17,1 Kilowattstunden an. Nach 330 Kilometern zeigt der Tesla eine Restreichweite von 96 Kilometern an, bei einem Verbrauch von 57 Kilowattstunden.

Florian Steiner neben seinem Tesla Model Y Performance.
Unternehmer Florian Steiner aus Böblingen fuhr das Tesla Model Y bis es sich nach 434 Kilometern endgültig abschaltete. © Screenshot: Youtube/Florian Steiner

Bei einer Restreichweite von 10 Prozent zeigt das Tesla Model Y laut Florian Steiner keine zusätzliche Warnung an. Erst bei einer Restakkukapazität von 2 Prozent zeigt das E-Auto eine Warnung an. „Jetzt kommt: Nächsten Ladevorgang planen, Sie sind fast zu weit entfernt von allen bekannten Ladestationen“, liest Steiner im Video vom Display des Model Y. Nach 410 Kilometern steht die Akkukapazität bei einem Prozent und einer Restreichweite von fünf Kilometern. Ohne weitere vorherige Warnungen zeigt das Model Y bei einer Akkukapazität von 0 Prozent an: „Fahren nicht möglich, Batteriezustand zu gering.“

Tesla Model Y bleibt nach 434 Kilometern endgültig stehen - „Erfahrung ist schon Hardcore“

Florian Steiner, der vorsorglich auf einem großen Parkplatz unterwegs ist, fährt mit dem E-Auto aber noch immer. „Wir fahren seit 19 Kilometern unter 0, fahren aber immer noch“, erklärt er im Video. „Aber er hat massiv die Leistung heruntergenommen.“ Dass das Model Y Performance trotz angezeigtem leeren Akku noch immer fährt, ist eine gute Nachricht für Tesla-Fahrer. „Ihr könnt noch weiter fahren, ihr habt noch locker 10 oder 15 Kilometer“, sagt Steiner im Video. Dann kommt schließlich die Warnung, dass das Fahrzeug abschalte und man vorsichtig anhalten solle.

Bei seinem Versuch ist Florian Steiner mit dem Tesla Model Y insgesamt 434 Kilometer gefahren, bis sich das E-Auto endgültig ausgeschaltet hatte. Obwohl vorsorglich ein Anhänger organisiert wurde, lässt sich das Model Y ohne Batterieleistung auch nicht in den Transportmodus schalten. Deshalb muss per Überbrückungskabel in Absprache mit dem Tesla-Service und einem anderen Fahrzeug zumindest die 12 Volt Batterie geladen werden. So kann der Tesla letztendlich abgeschleppt und zurück nach Sindelfingen transportiert werden. „Die Erfahrung ist schon Hardcore“, sagt Steiner im Fazit. Ein anderer Youtuber hatte bei einem Tesla-Roadtrip an das Nordkap mit vielen Problemen zu kämpfen.

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