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Tesla-Boss kündigt autonom fahrende E-Autos für 2022 an - Experten bleiben skeptisch

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk, Gründer von Tesla, besucht die Offshore Northern Seas 2022 (ONS).
Bei der ONS-Energiekonferenz in Stavanger (Norwegen) kündigte Tesla-Boss Elon Musk an, noch in diesem Jahr autonom fahrende E-Autos auf die Straße bringen zu wollen. © Carina Johansen/dpa/NTB

Tesla-Boss Elon Musk hat erneut eine baldige Marktreife des Autopiloten angekündigt. Experten sind weiterhin skeptisch und kritisieren den Preisanstieg für die Software.

Stuttgart/Stavanger - Das Jahr 2022 dauert nur noch vier Monate, doch Elon Musk hat scheinbar noch so einiges vor. Der Tesla-Chef sprach am Montag, 29. August, auf der Offshore Northern Sea (ONS) Energiekonferenz im norwegischen Stavanger vor einflussreichen Öl- und Erdgasmanagern. Ein norwegisches Start-up wollte den Tesla-Chef mit einem kreativen Video zu einem Besuch verleiten. Ob Elon Musk der „Musk City“ beziehungsweise dem Küstenstädtchen Jørpeland wirklich einen Besuch abgestattet hat, ist nicht bekannt. Der Tesla-Boss hatte auf der Konferenz allerdings eine Menge zu sagen.

Obwohl es auf der Energiekonferenz in Stavanger vorrangig um Energiepolitik ging, sprach Elon Musk natürlich auch über seine beiden erfolgreichsten Unternehmen. Seit langem arbeitet der E-Autohersteller Tesla am autonomen Fahren und der CEO wurde nicht müde, in der Vergangenheit immer wieder eine baldige Marktreife anzukündigen. Am Montag sagte Elon Musk dem Handelsblatt zufolge in Stavanger, er konzentriere sich aktuell auf zwei Aspekte: Die Rakete Starship seines Weltraum-Unternehmens SpaceX sicher in die Erdumlaufbahn zu bringen und „Teslas Autos zum Selbstfahren zu bekommen“. Und das „idealerweise vor Ende des Jahres“.

Tesla will den FSD-Autopiloten laut Musk noch 2022 in den USA einführen - auch Europastart möglich

Während Mercedes-Benz als erster Hersteller der Welt die Freigabe für das autonome Fahren der Stufe 3 erhielt, hinkte Tesla trotz der großen Ambitionen von Elon Musk noch weit zurück. Mit dem neuen „Full-Self-Driving“-Autopiloten will das US-Unternehmen aber endlich den großen Schritt gehen. Bei Beta-Tests konnten rund 100.000 Autofahrer den Tesla-Autopiloten bereits testen. Für diesen Test stellte Tesla allerdings strenge Regeln auf. Der CEO ist offenbar davon überzeugt, dass der FSD bald einsatzbereit sein wird. „Zumindest in den USA wollen wir die autonome Fahrtechnik im großen Umfang einführen und möglicherweise auch in Europa, abhängig von der Zustimmung der Behörden“, erklärte Musk in Stavanger.

In Europa stehen die Behörden dem FSD-Autopiloten von Tesla allerdings nicht wohlwollend gegenüber. Der Tesla-Autopilot könnte in Europa möglicherweise unzulässig sein, hieß es bereits. Doch auch in den Vereinigten Staaten sehen Experten eine Marktreife des FSD-Autopiloten noch in diesem Jahr weiterhin skeptisch. Zumal Elon Musk bereits im Jahr 2018 angekündigt hatte, dass ein Tesla-Auto vollautonom von Los Angeles nach New York fahren solle. Dieser Trip hat laut dem Handelsblatt allerdings niemals stattgefunden und auch angekündigte „Robotertaxis“ sind bislang nicht auf den Straßen unterwegs.

Tesla-Autopilot: Preissteigerung führt sogar bei Unterstützern zu Unmut

In der Vergangenheit gab es zwar bereits Zweifel an dem Assistenzsystem von Tesla, aktuell führt aber ein angekündigter Preisanstieg für die Software selbst bei optimistisch eingestellten Experten zu Unmut. „Für uns stellt das Fahrerassistenzsystem ein langfristiges Bestreben dar, das nicht vereinbar ist mit gewagten Preisanhebungen und Versprechungen von kurzfristigen Erfolgen“, sagte Analyst Dan Ives von Wedbush. Konkret soll der Preis für den FDS am 5. September von derzeit 12.000 auf 15.000 US-Dollar angehoben werden. Ives sieht aktuell aber auch eine Marktreife des Systems bis Ende des Jahres als unwahrscheinlich an. „Nach Probefahrten sehen wir nur ein begrenztes kurzfristiges Potenzial für das autonome Fahren.“

Das FSD-System von Tesla stand kürzlich erneut im Fokus der Öffentlichkeit. Ein Tesla-Gegner behauptete, der FSD-Autopilot würde „wahllos Kinder niedermähen“ und wollte diese Behauptung mit einem Versuch an einem Dummy in Größe eines Kindes nachgewiesen haben. In dem Video warb er zudem für das „Dawn Project“, eine Kampagne mit dem Ziel, die Tesla-Software verbieten zu lassen. Unterstützer des US-Autobauers wollten diese Behauptung nicht auf sich sitzen lassen. Die Tesla-Fans konterten mit einem FSD-Test mit echten Kindern. Dabei wurde aufgezeigt, dass das System das E-Auto rechtzeitig und in sicherem Abstand abbremst, die Aktion führte dennoch zu deutlicher Kritik.

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