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Elon Musk droht Tesla-Mitarbeitern: Schluss mit Homeoffice oder Rauswurf

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk mit verschränkten Armen.
Tesla-Chef Elon Musk scheucht die Mitarbeiter zurück in die Büros und droht mit Kündigungen (Symbolbild). © Political-Moments/Imago

Durch die Corona-Pandemie arbeiten viele Berufstätige im Homeoffice. Tesla-Boss Elon Musk will das nicht mehr zulassen und zwingt die Angestellten zurück ins Büro.

Stuttgart/Austin - In der Corona-Pandemie hat sich das Arbeiten bei vielen Unternehmen und Betrieben zunehmend in die eigenen vier Wände verlagert. Tesla-Boss Elon Musk will diese Möglichkeit seinen Mitarbeitern aber nicht mehr bieten und scheucht sie zurück in die Büros. Das geht aus einem internen Schreiben an die Belegschaft des E-Autobauers hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Die Möglichkeit zum Homeoffice war vor allem in den Hochphasen der Corona-Pandemie eine Möglichkeit, ohne Ansteckungsgefahr seiner Arbeit nachzugehen. Doch auch nachdem sich die Infektionszahlen in vielen Ländern der Welt immer weiter reduziert haben, bieten viele Unternehmen die Möglichkeit weiterhin an. Auch Mercedes-Chef Ola Källenius sagte vor einiger Zeit, dass die Pandemie das Arbeiten für immer verändern werde. Sein Amtskollege bei Tesla hält von solchen Veränderungen offenbar wenig.

Tesla-Chef Musk fordert Präsenzpflicht für Mitarbeiter - wer das nicht einhält muss „Tesla verlassen“

Tesla-Chef Elon Musk hat den Ruf, ein besonders anspruchsvoller Arbeiter zu sein. Laut eigenen Angaben arbeitet der reichste Mensch der Welt selbst rund um die Uhr und fordert das auch von seinen Angestellten. Deshalb zeigte sich Elon Musk auch begeistert von Tesla-Mitarbeitern, die im Lockdown auf dem Boden der Fabrik schlafen. Aus dem Schreiben an die Tesla-Belegschaft geht hervor, dass der CEO und Chefingenieur auch wenig für den Wunsch nach einer Homeoffice-Möglichkeit übrig hat. „Jeder bei Tesla muss mindestens 40 Stunden in der Woche im Büro verbringen“, schrieb Musk am Dienstag, 31. Mai. „Wenn jemand nicht erscheint, müssen wir davon ausgehen, dass diese Person das Unternehmen verlassen hat.“

Die Echtheit dieses Schreibens in Form einer E-Mail an die Tesla-Mitarbeiter wurde laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von Insidern bestätigt. Der umstrittene Visionär Musk machte seinen Standpunkt in einer weiteren E-Mail, diesmal ausschließlich an die Tesla-Führungskräfte gerichtet, noch deutlicher. Wer die Präsenzpflicht von mindestens 40 Stunden pro Woche nicht einhalte, müsse „Tesla verlassen“. Vor einiger Zeit sagte Elon Musk bereits, dass im auch diese Stundenanzahl pro Woche zu wenig sei. „Niemand hat jemals mit einer 40-Stunden-Woche die Welt verändert“, erklärte er und forderte, die Arbeitszeit mindestens zu verdoppeln.

Elon Musk zwingt Mitarbeiter ins Büro - schwäbische Konzerne bieten freie Arbeitsplatzwahl

Auf Twitter, dem Kurznachrichtendienst, den Elon Musk beabsichtigt, für rund 44 Milliarden Dollar zu kaufen, postete ein Nutzer einen Screenshot der Mail an die Tesla-Mitarbeiter. Darin heißt es ergänzend auch, dass das Büro ein offizielles Tesla-Büro sein müsse, und nicht etwa ein Remote-Office. Der Twitter-User fragte Elon Musk zudem, was er von Leuten halte, die die Präsenzpflicht als ein veraltetes Konzept ansehen. „Die sollen woanders so tun als würden sie arbeiten“, lautete die Antwort des Tesla-Chefs. Auch mit den Gehältern bei Tesla in Deutschland sind nicht alle Mitarbeiter zufrieden, „Es könnte besser sein“, hieß es etwa auf Kununu.

Während Elon Musk die Mitarbeiter von Tesla unter einer offenen Ankündigung der Kündigung zurück in die Büros scheuchen will, gehen die großen Unternehmen der Wirtschaft in Baden-Württemberg anders vor. Autokonzern Mercedes-Benz, Lkw-Hersteller Daimler Truck und Softwarekonzern SAP bieten den Mitarbeitern beispielsweise an, sich an allen Arbeitstagen ihren Arbeitsplatz selbst auszusuchen, wie eine Befragung des Handelsblatts unter den DAX-Konzernen ergab.

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