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Tesla-Kunden dürfen meistverkauftes E-Auto nicht mehr ordern - „Warteliste ist zu lang“

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Von: Julian Baumann

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Ein roter Tesla Model 3 lädt an einer Ladestation in Süddeutschland seine Batterien auf.
Tesla hat in den USA die Bestellungen für das Model 3 Long Range gestoppt. Die Fahrzeuge für den deutschen Markt stammen aus Shanghai. © Andreas Haas/Imago

Tesla hat seit einiger Zeit mit Lieferproblemen zu kämpfen. Nun stoppte der E-Autobauer die Bestellungen für das Model 3 Long Range auf dem US-Markt.

Stuttgart/Austin - Corona-Pandemie, Chipkrise, Ukraine-Krieg: Die weltweite Autoindustrie hat seit vielen Monaten mit erheblichen Problemen zu kämpfen, die immer wieder die Produktion verzögern oder sogar ganz stoppen. Bei Mercedes, Porsche und Tesla müssen Kunden aktuell lange auf die Auslieferung ihrer E-Autos warten. Der US-Hersteller aus Austin (Texas) stoppte nun sogar die Bestellungen für das Model 3 Long Range auf dem heimischen Markt. Grund dafür sind allerdings nicht unmittelbar Lieferprobleme oder ein Rohstoffmangel, sondern die extrem hohe Nachfrage nach dem E-Auto, wie Konzern-Boss Elon Musk auf Twitter bestätigte.

Tesla hatte in den vergangenen Monaten mit einigen Hürden zu kämpfen. Der Hochlauf der Ende März eröffneten „Giga Berlin“ verlief langsam, weshalb Elon Musk die Fabrik als „riesigen Geldverbrennungsofen“ bezeichnet hatte und die Fabrik in Shanghai musste aufgrund der Corona-Lockdowns mehrmals die Produktion drosseln. Die Tesla-Mitarbeiter schliefen in der Fabrik auf dem Boden, Elon Musk lobte sie für ihre Arbeitseinstellung. Der hohen Nachfrage nach dem Mittelklassefahrzeug Model 3 tat das aber offenbar keinen Abbruch, wie der Bestellstopp zeigt, der sich möglicherweise auch auf andere Märkte ausdehnen könnte.

Tesla stoppt in den USA Bestellungen für meistverkauftes E-Auto der Welt

Das Tesla Model 3 ist mit rund einer Million ausgelieferten Einheiten bis Mitte 2021 das meistverkaufte E-Auto der Welt. Das Modell ist nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Deutschland sehr beliebt. Deutsche Tesla-Kunden beklagten bereits eine Auslieferungsverzögerung bis 2023. Für diese Verzögerung wurden in einem Forum mehrere unterschiedliche Gründe, von Software-Problemen, bis zu Produktionsengpässen, angegeben. Dass die Kunden in den USA das Tesla Model 3 in der Long Range Version, also mit einer größeren Reichweite, nicht mehr bestellen können, hängt wohl ebenfalls mit den derzeitigen Schwierigkeiten der Weltwirtschaft zusammen.

Wenn eine hohe Nachfrage auf eine gedrosselte Produktion trifft, entstehen für den Kunden wohl oder übel längere Wartezeiten. Mercedes-Benz stoppte deshalb die Bestellung für die G-Klasse bis 2024. Tesla hat zwar den Problemen getrotzt und für das zweite Quartal 2022 überraschend gute Zahlen vorgelegt, die Produktion ist aber offenbar noch immer nicht auf Vorkrisenniveau. Auf Twitter fragte ein User an Elon Musk gerichtet, warum das Model 3 Long Range aktuell nicht mehr bestellt werden könne. „Die Warteliste ist zu lang“, antwortete der Tesla-Boss. „Wir werden die Bestellung wieder ermöglichen, wenn die Produktion hochgefahren wird.“

Tesla Model 3 kann in China seit einem Jahr nicht mehr bestellt werden - laut Bericht

Der Bestellstopp für das Tesla Model 3 Long Range gilt bislang für den US-Markt, könnte sich aber auch auf andere Automärkte ausweiten. Die Modelle für die Vereinigten Staaten werden im ältesten Tesla-Werk in Fremont gefertigt, während die Fahrzeuge für Europa und auch für den deutschen Markt aus der Gigafabrik im chinesischen Shanghai stammen. Die europäischen Kunden könnten in Bezug auf eine Bestellung des Model 3 also Glück haben, sofern die Produktion in Shanghai nicht erneut aufgrund von Corona-Lockdowns gedrosselt werden muss. Dem Teslamag zufolge kann das Model 3 Long Range allerdings bereits seit einem Jahr nicht mehr in China bestellt werden.

In Europa wird hingegen hauptsächlich das Model Y produziert, so auch in der „Giga Berlin“ in Brandenburg. Deutsche Tesla-Kunden beklagten zwar auch beim Model Y Auslieferungsverzögerungen „auf unbestimmte Zeit“, bestellt werden kann das Modell aber weiterhin, was auch für den US-Markt gilt.

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