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Tesla stellt in Grünheide tausendsten Arbeitslosen ein - „größtes Vermittlungsprojekt seit Wiedervereinigung“

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Von: Julian Baumann

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Der Haupteingang zur Fabrik der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg.
Bereits 1.000 Menschen, die zuvor mitunter mehrere Jahre arbeitslos waren, haben in der Tesla-Fabrik bei Berlin eine unbefristete Anstellung gefunden. © Patrick Pleul/dpa

In der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin wurde der tausendste Arbeitslose eingestellt. Beendet ist die Offensive noch lange nicht, Elon Musk hat große Pläne für den deutschen Standort.

Stuttgart/Grünheide - Im März eröffnete der US-Autobauer Tesla in Grünheide bei Berlin die erste Gigafactory in Europa. Obwohl die „Giga Berlin“ bereits während des Baus von Umweltschützern und Anwohnern scharf kritisiert wurde, erhoffte sich die Region Berlin-Brandenburg wirtschaftlich einen Aufschwung durch die große E-Auto-Fabrik. Der Produktionsstart der auf jährlich 500.000 E-Autos ausgelegten Fabrik war allerdings holprig. Tesla-Boss Elon Musk bezeichnete die Giga Berlin vor einigen Monaten selbst als „riesigen Geldverbrennungsofen“. Inzwischen ist das Werk aber profitabel und auch die Anzahl der Mitarbeiter steigt kontinuierlich an.

Am deutschen Standort des E-Auto-Primus Tesla sind derzeit rund 7000 Mitarbeiter angestellt. Tesla bietet in Grünheide neben Jobs und Ausbildungsstellen auch Praktika an. Laut einem Bericht der zuständigen Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), hatten tausend der 7000 Tesla-Mitarbeiter in Grünheide zuvor keine Arbeit - viele waren sogar mehrere Jahre lang arbeitslos. Die Hoffnung, dass die Autofabrik die wirtschaftliche Lage der Region verbessert, scheint aufzugehen.

Tesla Berlin: Tausend ehemalige Arbeitslose erhielten unbefristete Einstellung beim Autobauer

In der Giga Berlin von Tesla gab es vor einigen Monaten Diskrepanzen in Bezug auf die Mitarbeiter. Vor allem ungleiche Löhne sorgten in der Tesla-Fabrik bei Berlin für Unmut. Für die Arbeitslosenquote des Bundeslandes macht der US-Hersteller aber einiges, wie der Bericht der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder) zeigt. Als tausendste zuvor arbeitslose Mitarbeiterin sei am Mittwoch, 2. November, eine 52-Jährige aus dem Umland der Fabrik eingestellt worden, erklärte der Leiter der Agentur für Arbeit, Jochem Freyer, der Märkischen Oderzeitung (MOZ). Die Mitarbeiter, die zuvor seit mindestens einem Jahr ohne Arbeit gewesen seien, hätten bei Tesla eine unbefristete Anstellung erhalten.

Die Kooperation zwischen Tesla und der Agentur für Arbeit sei bereits jetzt, das „größte Vermittlungsprojekt seit der Wiedervereinigung“, sagte Freyer weiter. Der US-Hersteller hat am deutschen Standort allerdings noch sehr viel größere Pläne. In der finalen Ausbaustufe des Werks in Grünheide sollen rund 12.000 Menschen beschäftigt werden. Für eine Anstellung bei einem E-Autobauer braucht man gewisse Qualifikationen, auch wenn die Gehälter bei Tesla in Deutschland nicht alle Mitarbeiter überzeugen. Dass das Unternehmen mit Hauptsitz in Austin (Texas) verstärkt auch Langzeit-Arbeitslose einstellt, zeigt jedoch, dass nicht alle Bewerber ein abgeschlossenes Maschinenbaustudium mitbringen müssen.

Arbeitsagentur ermöglicht durch Kurzqualifikation „Weg zur Arbeitsaufnahme bei Tesla“

Wie die Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) in einer Pressemitteilung in Bezug auf den Ostbrandenburger Arbeitsmarkt mitteilt, hat nahezu jeder zweite Arbeitslose, den die Agentur betreut, keinen Berufsabschluss. „Nicht jeder bringt die individuellen Voraussetzungen mit, um eine Ausbildung nachzuholen, aber in diesen Fällen gibt es auch Alternativen, um berufliche Kenntnisse zu erwerben“, erklärte Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland laut der Mitteilung. „So ist uns in der Vergangenheit gelungen, durch gezielte Kurzqualifikationen für unsere Kundinnen und Kunden, den Weg zur Arbeitsaufnahme bei Tesla zu ermöglichen.“

Durch diese Kurzqualifikationen können die Kunden der Arbeitsagentur gezielt auf freie Stellen in den Bereichen Fertigung, Maschinen-Bedienung, Lackierung oder auch Logistik bei Tesla in Grünheide vorbereitet werden. Interessenten werden anschließend direkt auf das Werksgelände des E-Autobauers eingeladen. Laut der Mitteilung ist die Agentur weiterhin auf der Suche nach Personal für die Autofabrik und unterstützt jeden, der sich für eine Stelle bei Tesla bewerben möchte. „Sei es durch eine betriebliche Einzelumschulung - das ist eine Ausbildung für Erwachsene - oder durch Lehrgänge und Teilqualifikationen“, sagte Gabriele Schoel. Für das laufende Jahr würden noch ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Obwohl die Tesla-Fabrik in Grünheide weiterhin massiv in der Kritik steht, aktuell beispielsweise, weil das Unternehmen für eine geplante Vergrößerung des Standorts bereits mit dem Abholzen weiterer Waldflächen begonnen hat, profitiert die Region Berlin-Brandenburg von dem Werk. Der Tesla-Chef hat für sein bekanntestes Unternehmen zudem insgesamt noch große Pläne. Elon Musk will Tesla zum „wertvollsten Unternehmen der Welt“ machen und bis 2030 acht weitere Gigafabriken errichten.

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