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Tesla kämpft mit Produktionsproblemen in Berlin - Werk stoppt Betrieb ab 11. Juli

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Von: Julian Baumann

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Mehrere Elektrofahrzeuge vom Typ Model Y stehen zur Eröffnung der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg auf einem Band.
Tesla will in Grünheide bei Berlin die Produktion optimieren. Das Werk bleibt deshalb zwei Wochen lang geschlossen. © Patrick Pleul/dpa

Der Hochlauf in der Tesla-Fabrik bei Berlin stockt. Das US-Unternehmen unterbricht deshalb die Produktion vorübergehend und will die Abläufe anpassen.

Stuttgart/Grünheide - Die Ende März eröffnete „Giga Berlin“ von E-Autobauer Tesla soll im finalen Ausbaustand jährlich 500.000 E-Autos produzieren. Davon ist das Unternehmen von Elon Musk bislang aber weit entfernt. Der Tesla-Boss selbst bezeichnete die Fabrik in Grünheide kürzlich als „riesigen Geldverbrennungsofen“, der große Summen an Produktionskosten verschlingt. In der Fabrik werden die Mittelklasse-Modelle Model Y für den gesamten europäischen Markt produziert. Durch die Schwierigkeiten beim Hochlauf der Anlage laufen aktuell aber nur wenige E-Autos vom Band.

In einem älteren Bericht erklärten Mitarbeiter des Tesla-Werks in Brandenburg, dass aktuell pro Woche nur 86 Model Y produziert werden. Eine Gewerkschafterin sagte zudem, dass am Tesla-Standort bisher erst 4.500 bis 5.000 Mitarbeiter angestellt seien. Im finalen Stand soll das Werk rund 12.000 Menschen in verschiedenen Positionen beschäftigen. Um die Abläufe in Grünheide zu optimieren, wird die Giga Berlin ab dem 11. Juli für zwei Wochen geschlossen und die Produktion eingestellt, berichtet das Teslamag mit Verweis auf eine „gut informierte Quelle“.

Tesla Berlin: Produktionspause in Grünheide war lange angekündigt

Dass Tesla aktuell „schwächelt“ hat auch bereits die Konkurrenz bemerkt. Der zweitgrößte Autobauer der Welt, VW, will den Branchenprimus bereits im laufenden Jahr bei den E-Auto-Verkäufen überholen, wie Konzern-Chef Herbert Diess jüngst erklärte. Tesla selbst will die Probleme allerdings angehen und stoppt deshalb temporär die Produktion der Giga Berlin. Das sei bereits seit März angekündigt worden, erklärte die Quelle dem Teslamag. Ab 11. Juli wird die überwiegende Mehrzahl der Tesla-Mitarbeiter am Standort nicht mehr benötigt. Nach den zwei Wochen sollen sie aber zurückkehren und im August plant der E-Autobauer die Belegschaft in Grünheide deutlich aufzustocken.

Der temporäre Produktionstopp der Giga Berlin ist, anders als kürzlich von der Bild behauptet, nicht nur den derzeitigen Problemen am Standort geschuldet. Vielmehr will der E-Autohersteller aus Austin (Texas) das Werk in Deutschland so umbauen, dass die Autos deutlich schneller produziert werden können. Konkret sollen die Produktionsabläufe von derzeit 90 Sekunden ab August auf 45 Sekunden gesenkt werden. Dadurch werde sich auch der Bedarf an neuen Mitarbeitern erhöhen.

Tesla will Mitarbeitern in Grünheide ab August mehr Geld zahlen

Neue Arbeitskräfte für die Produktionsanlage bei Berlin zu finden, ist offenbar aber nicht gerade einfach. Deshalb hat Tesla laut einem Bericht bereits die Einstiegsgehälter für Fachkräfte deutlich angehoben. Das führt in der Belegschaft allerdings zu Unmut, da neue Mitarbeiter besser bezahlt werden als die, die bereits länger in Grünheide angestellt sind. Dem Teslamag zufolge sollen ab August aber alle Mitarbeiter, egal ob neu oder bereits länger angestellt, sechs Prozent mehr Gehalt bekommen. Von den Gehältern bei Tesla in Deutschland zeigten sich die Angestellten bislang nicht überzeugt.

Während die Produktionsabläufe in der Giga Berlin angepasst und optimiert werden sollen, hat Tesla auch an anderen Standorten mit Problemen zu kämpfen. In einer internen Mail zwang Tesla-Boss Elon Musk die Mitarbeiter der Verwaltung zurück in die Büros, dort gab es für sie aber keinen Platz. Das älteste Tesla-Werk in Fremont (Kalifornien) war auf die Rückkehr der Angestellten offenbar nicht vorbereitet. Zudem hatte Elon Musk angekündigt, die weltweite Tesla-Belegschaft um 10 Prozent reduzieren zu wollen. Demnach sollen rund 10.000 Stellen wegfallen, die Arbeiter in der direkten Autoproduktion sollen aber nicht betroffen sein.

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