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Tesla-Gegner behauptet FSD-Autopilot würde „wahllos Kinder niedermähen“

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Von: Julian Baumann

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Szene aus einem Clip, indem ein Tesla Model 3 einen Crash-Dummy in Kindergröße umfährt.
Ein Tesla-Gegner will mit einem Dummy-Test bewiesen haben, dass der FSD-Autopilot nicht für Kinder bremst. © Twitter-Screenshot/RealDanODowd

Bremst der „Full Self Driving“-Autopilot von Tesla für Kinder? Ein Kritiker sagt nein und will das mit einem Dummy-Test belegt haben - auf Twitter wird die Echtheit des Clips bezweifelt.

Stuttgart/Austin - Der US-Autobauer Tesla hat als aktiver Treiber und Branchenprimus der E-Mobilität viele treue Anhänger, aber auch Kritiker. Während manche die im Vergleich zu deutschen Autobauern wie Mercedes-Benz, BMW oder Audi mit unter sehr schludrige Verarbeitung der Modelle kritisieren, wird auch der Autopilot des Unternehmens noch immer belächelt. Eine US-Behörde legte sogar Klage gegen Tesla ein, weil der Autobauer mit „irreführenden“ Aussagen für den „Full Self Driving“-Autopiloten werbe.

Dan O‘Dowd, CEO und einer der Gründer von Greens Hill Software, ist Tesla gegenüber offenbar ebenfalls kritisch eingestellt und leitet mit dem „Dawn Project“ eine Kampagne, um den „Full Self Driving“-Autopiloten verbieten zu lassen. Um die Gefahr eines autonom fahrenden Tesla-Modells zu demonstrieren, führte er einen Test mit einem Dummy in Kindergröße durch und zog basierend darauf Schlüsse. „Unser Sicherheitstest von Elon Musks Full Self Driving-Teslas hat aufgedeckt, dass sie wahllos Kinder niedermähen würden“, schrieb er in einem Twitter-Post. Auf dem Kurznachrichtendienst sorgte dieser kontroverse Test nicht gerade für Begeisterung.

Tesla-Gegner wollen mit Dummy-Test bewiesen haben, dass Autopilot „Kinder niedermäht“

Tesla-Boss Elon Musk verspricht den Kunden bereits seit langem vollautonom fahrende Autos. Die Basisversion des Tesla-Autopiloten wurde von Kritikern allerdings immer als „Fahrassistent“ abgetan. Während Mercedes-Benz mit dem „Drive Pilot“ die Freigabe für das autonome Fahren der Stufe 3 erhielt, lag Tesla in diesem Bereich weit zurück. Mit dem sich aktuell noch in der Beta-Phase befindlichen „Full Self Driving“-Autopiloten will das Unternehmen aus Austin (Texas) aber endgültig die Versprechungen wahr machen. Die Software wurde bislang von rund 100.000 Testern erprobt, bei den Tests des Tesla-Autopiloten galten allerdings strenge Regeln.

Dan O‘Dowd hat aber offenbar die Absicht, den Tesla-Autopiloten verbieten zu lassen und will deshalb einen auf Twitter veröffentlichten Videoclip im landesweiten Fernsehen ausspielen, wie er schreibt. In besagtem Clip ist zu sehen, wie ein Tesla Model 3 eine mit Verkehrskegeln eingegrenzte Strecke entlangfährt, an dessen Ende ein Crash-Dummy in Kindergröße steht. Das E-Auto bremst vor dem Dummy nicht ab, sondern fährt ihn deutlich um - und das immer wieder. Währenddessen werden Zitate von Elon Musk eingeblendet, die den Autopiloten anpreisen. Am Ende des kurzen Videos spricht der CEO von Greens Hill Software selbst und fordert, beim US-Kongress anzurufen, um ein Ende des „Full Self Driving“-Autopiloten zu erwirken.

Tesla-Autopilot: Twitter-User bezweifeln Echtheit der Aufnahmen

Noch am selben Tag postete Dan O‘Dowd den Link zu einem Dokument, in dem nähere Angaben zum Sicherheitstest des Tesla-Autopiloten gemacht werden. Darin heißt es, das Tesla Model 3 sei mit der neuesten Version der Beta-Software ausgestattet gewesen und ein professioneller Testfahrer habe das E-Auto auf umgerechnet 64 km/h beschleunigt und dann den FSD-Autopiloten aktiviert. Anschließend sei das Fahrzeug weder gesteuert noch beschleunigt worden. Weiter heißt es in dem Dokument, der Autopilot habe das Auto kurz abgebremst, nur um beim Aufprall auf den Kind-Dummy wieder zu beschleunigen. Und das „wiederholt und mit tödlichen Konsequenzen“.

Basierend auf den Aufnahmen geht das Portal electrek.co aber davon aus, dass der Autopilot bei dem angeblichen Sicherheitstest überhaupt nie aktiviert wurde und der Testfahrer den Kinder-Dummy einfach ohne verringerte Geschwindigkeit „niedergemäht“ habe. Auch unter dem Twitter-Beitrag von Dan O‘Dowd selbst bezweifelten User die Echtheit der Aufnahmen. „Der Beta-Autopilot wird seit fast drei Jahren auf US-Straßen eingesetzt“, erklärt eine Nutzerin. „Wo sind denn alle diese niedergemähten Kinder, du Clown?“

Ein anderer Nutzer kommentiert ebenfalls, dass er von Kindern, die vom Tesla-FSD umgefahren wurden, noch nie etwas gehört habe. „Vielleicht sollten Sie solche Werbeclips für das Waffenkontrollgesetz ausstrahlen, wenn sie Leben retten wollen“, schlägt er vor. Ein weiterer User ist der Meinung, ein wahrer Unternehmer solle sich auf seine eigenen Produkte konzentrieren, „statt auf die von anderen“. Um zu beweisen, dass der FSD-Autopilot von Tesla keine Kinder ummäht, veröffentlichte ein besonders eifriger Fan ein fragwürdiges Gesuch auf Twitter. Er fragte, ob jemand sein Kind für einen entsprechenden Test zur Verfügung stellen würde und schrieb: „Ich verspreche, ich werde es nicht überfahren (und eingreifen sollte es notwendig sein).“

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