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Tesla wirbt für Autopilot laut Behörde mit „Aussagen die unwahr sind und nicht auf Tatsachen beruhen“

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk, Tesla-Chef, nimmt an der Eröffnung der Tesla-Fabrik Berlin Brandenburg teil.
Eine US-Behörde verklagt den E-Autobauer Tesla. Das Unternehmen von Elon Musk soll mit falschen Tatsachen für den Autopiloten werben. © Patrick Pleul/dpa

Der Autopilot von Tesla ist umstritten: Eine US-Behörde wirft dem E-Autobauer vor, mit falschen Behauptungen für die Technik zu werben.

Stuttgart/Austin - Das US-Unternehmen Tesla gilt im Bereich der E-Mobilität zwar als Platzhirsch, hinkt bei manchen Technologien den etablierten Herstellern aber noch immer hinterher. Während Mercedes-Benz als erster Autohersteller überhaupt die Freigabe für das autonome Fahren der Stufe 3 erhielt, wurde der Tesla-Autopilot immer wieder als „Fahrassistent“ belächelt. Der Tesla-Autopilot könnte in Europa noch nicht einmal zulässig sein, hieß es. Die neuste Version, der „Full Self Driving“-Autopilot, soll die Technik nun aber auf ein komplett neues Level heben.

Eben, weil der Tesla-Autopilot kein wirklicher Autopilot, sondern eher eine Fahrhilfe ist, kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Unfällen. Selbst der sich noch in der Beta-Version befindliche und rund 12.000 Dollar teure „Full Self Driving“-Autopilot, kann nicht halten, was der Hersteller verspricht. Die US-Fahrzeugbehörde Departement of Motor Vehicle (DMV) in Kalifornien wirft dem E-Autobauer nun vor, mit falschen Behauptungen sowohl für den „Basis“- als auch den „Full Self Driving“-Autopiloten zu werben, berichtet die Los Angeles Times.

US-Behörde kritisiert Tesla wegen Bezeichnung und Werbung für Autopiloten - „unwahr oder irreführend“

Der „Full Self Driving“-Autopilot von Tesla befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase und wurde von rund 100.000 Autofahrern bereits getestet. Dabei stellte das Unternehmen von Elon Musk allerdings strenge Regeln auf. Wer sich beim Tesla-Autopilot-Test nicht an die Regeln hielt, flog raus. Demnach hatten die Tester insgesamt fünf sogenannte Strikes frei. Das bedeutet, wenn Tesla fünfmal per Fernsteuerung den Autopiloten deaktivieren musste, verloren die Tester die Freigabe für die Technik. Allein diese Erfahrungen zeigen, dass auch der „Full Self Driving“-Autopilot noch weit entfernt vom vollautonomen Fahren ist.

Das DMV hat nun gegen Tesla ein Verfahren eingeleitet, da das Unternehmen „Aussagen gemacht oder verbreitet hat, die unwahr oder irreführend sind und nicht auf Tatsachen beruhen“, heißt es der Los Angeles Times zufolge in einer Beschwerde vom 28. Juli. Die US-Behörde bemängelt zum einen die Bezeichnungen für die Tesla-Autopiloten als „irreführend“ und zum anderen auch Angaben des Herstellers auf dessen Website. „Alles, was Sie tun müssen, ist einzusteigen und Ihrem Auto zu sagen, wohin es gehen soll“, heißt es in einer der bemängelten Passagen. „Wenn Sie nichts sagen, schaut Ihr Auto in Ihren Kalender und bringt Sie als vermeintliches Ziel dorthin.“

Tesla stellt klar, dass FSP derzeit nicht autonom ist - Behörde hält an Vorwurf fest

Diese Beschreibungen suggerieren, dass die Modelle von Tesla vollautonom fahren können, ohne dass der Fahrer in irgendeiner Form eingreifen muss. In dem Bericht heißt es jedoch, dass kein Auto, dass aktuell zum Verkauf steht, bislang dazu fähig ist. Tesla schreibt auf der Seite zum „Full Self Driving“-Autopilot, dass die „aktuell verfügbaren Funktionen ein Eingreifen des Fahrers voraussetzen und das Auto nicht autonom fahren lassen“. Das DMV nahm diesen Hinweis laut der Beschwerde zwar zur Kenntnis, teilte aber mit, dass dieser „den ursprünglichen unwahren oder irreführenden Etiketten und Behauptungen widerspricht, was irreführend ist und den Verstoß nicht heilt“.

Die US-Behörde strebt laut einem Statement auf Nachfrage der Los Angeles Times an, dass Tesla die Kunden künftig wahrheitsgemäß über die Funktionen des „Basis“- und „Full Self Driving“-Autopiloten informiere. Tesla selbst habe sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die verbesserte Technologie des US-Unternehmens befindet sich allerdings noch immer in der Beta-Phase, weswegen manche der auf der Website aufgeführten Funktionen wohl angestrebt werden, bislang aber noch nicht umgesetzt wurden. Da die Werbung dem DMV zufolge dennoch unwahre Tatsachen darstellt, könnten die Konsequenzen laut dem Bericht drastisch ausfallen und bis zu einem Verbot des Tesla-Autopiloten in Kalifornien reichen.

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