Temporärer Shutdown?

„Um größeren Schaden zu vermeiden“: Schließung der Tesla Gigafabrik bei Berlin gefordert

Feuerwehr bindet Flüssigkeit mit Bindemittel
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Ein Umweltverein fordert die temporäre Schließung der Tesla-Fabrik bei Berlin. Mitte April waren 15.000 Liter Lackfarbe auf dem Gelände ausgelaufen.
  • Julian Baumann
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Nach dem Austritt von 15.000 Litern einer Lackierfarbe aus der Tesla-Fabrik in Grünheide fordert ein Umweltverein die temporäre Schließung des Standortes bei Berlin.

Stuttgart/Grünheide - Ende März eröffnete US-Autobauer Tesla mit der „Giga Berlin“ in Grünheide eine große Produktionsfabrik in Deutschland. Das Werk wurde in Rekordzeit errichtet und soll in selbiger auch E-Autos produzieren. Der bekannte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnete Tesla als „Vorbild für alle anderen“. Dennoch läuft es am deutschen Standort des Unternehmens von Visionär Elon Musk nicht gerade rund. Bereits beim Bau der Gigafactory gab es mehrere Komplikationen und Proteste von Umweltschützern. Nach der Eröffnung hatte Tesla in Berlin mit mehreren Problemen zu kämpfen, auch beim Personal.

Schließung der Tesla Giga Berlin gefordert

Am 11. April geriet die „Giga Berlin“ von Tesla erneut in die Schlagzeilen, da eine zunächst unbekannte Flüssigkeit aus einem der Werkstore ausgetreten war. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um Lackfarbe für die E-Autos, die leicht wassergefährdend ist. Aufgrund dieses Vorfalls sprach sich der Umweltverein „Grüne Liga“ in einem Schreiben dafür aus, die Tesla-Fabrik bei Berlin vorübergehend zu schließen, bis die Mängel behoben seien, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Der Vorfall am 11. April in der „Giga Berlin“ von Tesla rief ein breites Medienecho hervor, verschmutzte nach Angaben des zuständigen Landratsamtes aber nicht das dortige Grundwasser. Die 15.000 Liter Lackfarbe aus dem Werk wurden zunächst von einem Entsorger abgepumpt. Bei der Verladung liefen einen Tag später zwei bis drei Liter auf die Zufahrt, die gebunden wurden. Dem Landkreis zufolge gelangten sie nicht in Kanalisation und Grundwasser. Bei der Begehung am 13. April seien keine „organoleptischen Auffälligkeiten“ im Boden festgestellt worden, hieß es. Während das Amt den Vorfall als Betriebsstörung einordnet, geht der Wasserverband Strausberg-Erkner, der Tesla beliefert, von einem Störfall aus.

Anhand von Bildmaterial sei ersichtlich, dass bei dem Vorfall im April in der Tesla-Fabrik der Bereich zwischen der Lackiererei und der asphaltierten Verkehrsfläche noch unbefestigt und nicht - wie in den Antragsunterlagen für eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung gefordert - versiegelt sei, teilte die Grüne Liga in einem Schreiben an den Landkreis Oder-Spree mit. „Um größeren Schaden zu vermeiden, wird der Landkreis aufgefordert, den Betrieb der Anlage zu untersagen, bis dieser Mangel behoben und ein der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung entsprechender Zustand hergestellt ist.“

Tesla Berlin: Grüne Liga will Umweltministerium einschalten, wenn Landkreis nicht reagiert

Die Grüne Liga erläutert in dem Schreiben, das der dpa vorliegt, man befürchte durch den unversiegelten Bereich eine Gefahr für den Eintritt von Gefahrenstoffen in den Grundwasserleiter. So könnte in einem Brandfall kontaminiertes Löschwasser vom Hallendach auf die nicht versiegelte Fläche fließen und von dort in den Erdboden gelangen, heißt es. Das Bundesland Brandenburg sieht basierend auf dem Genehmigungsbescheid für die Tesla-Fabrik in Grünheide keine Gefahr für das Grundwasser. Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen hätten unter Einhaltung der Vermeidungsmaßnahmen keine Auswirkungen über das Betriebsgelände hinaus, auch nicht für Boden und Grundwasser.

Der Umweltverein Grüne Liga fordert, sollte der Landkreis Oder-Spree nicht auf das Schreiben reagieren, das Umweltministerium als Aufsichtsbehörde einzusetzen. Das Brandenburger Umweltministerium hatte der dpa am Dienstag, 3. Mai, erklärt, dass die Tesla-Fabrik bei Berlin zulässig sei, obwohl noch nicht alle Genehmigungsauflagen erfüllt sind.

Kommentare

HeikoAntwort
(0)(0)

Psstt... das machen die wenn sie den richtigen Umweltverpester Tesla angehen ;-)

fernfahrer 1964
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Die grüne Liga soll sich mal lieber um die richtigen Umweltverpester kümmern die die Meere mit ihrem Dreck vollmüllen und im Haffen selbst am Liegeplatz noch die Motoren laufen lassen.