Tesla, SpaceX, Paypal, Twitter: Das Leben des Tech-Milliardärs Elon Musk

Tech-Unternehmer Elon Musk ist vor allem als Chef des E-Autobauers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX bekannt. 2022 übernahm er den Kurznachrichtendienst …
Tesla, SpaceX, Paypal, Twitter: Das Leben des Tech-Milliardärs Elon Musk

Leitwolf der neuen Mobilität

Tesla: Die Geschichte des E-Auto-Marktführers aus den USA

Das US-Unternehmen Tesla unter Leitung von Elon Musk ist der profitabelste Autohersteller der Welt. Inzwischen werden auch in Deutschland E-Auto-Modelle produziert.

Austin, Texas - Aus der Idee, E-Autos für den breiten Markt anbieten zu wollen, ist innerhalb von nicht einmal zwei Jahrzehnten ein Autohersteller entstanden, der in der internationalen Branche inzwischen den Ton angibt. Das US-Unternehmen Tesla, angeleitet von Multimilliardär und Visionär Elon Musk, ist weltweit für seine E-Auto-Modelle bekannt, produziert daneben aber auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen.

Der extrem hohe Marktwert des börsennotierten Autoherstellers wurde zu Beginn in der Industrie belächelt, da Tesla bei weitem nicht so viele Autos produzierte und verkaufte wie die alteingesessenen Traditionskonzerne. Inzwischen ist der E-Auto-Pionier aber auch wirtschaftlich profitabel.

Tesla: Die Gründung des E-Auto-Herstellers – die frühen Jahre

Die Gründung des Auto-Herstellers Tesla liegt noch nicht allzu weit in der Vergangenheit. Gegründet wurde das Unternehmen am 1. Juli 2003 von Martin Eberhard und Mark Tarpenning unter dem Namen Tesla Motors, Inc. Der Firmenname ist an den Physiker und Erfinder Nikola Tesla angelehnt. Die beiden Gründer fungierten in der Anfangszeit als CEO (Eberhard) und CFO (Tarpenning). Martin Eberhard sagte damals, er wolle einen Autohersteller aufbauen, der gleichzeitig auch ein Technologieunternehmen sei. Als dritter Mitarbeiter kam Ian Wright zum Unternehmen. Der heutige Tesla-Boss Elon Musk, der oftmals als Gründer des Unternehmens bezeichnet wird, stieß eigentlich erst ein Jahr nach der Gründung zu Tesla.

Im Februar 2004 erhielt das noch junge Unternehmen durch eine Kampagne ein erstes Investorenkapital von 7,5 Millionen US-Dollar. Der größte Anteil dieser Summe stammte von Elon Musk, der zwei Jahre zuvor seine Anteile an dem Bezahlsystem Paypal für rund 100 Millionen US-Dollar an Ebay veräußert hatte. Musk wurde Vorstandsvorsitzender von Tesla und der Hauptinvestor des Unternehmens. Im Mai 2004 stieß Jeffrey B. Straubel als CTO zu Tesla. Nach einer Klagebeilegung im September 2019 dürfen sich sowohl Martin Eberhard, Mark Tarpenning und Ian Wright als auch Elon Musk und Jeffrey B. Straubel als Mitgründer von Tesla bezeichnen.

Tesla: Das erste Modell, Finanzierungsprobleme und Börsenstart

Elon Musk wollte bereits in seiner Studienzeit E-Autos für einen breiten Kundenbedarf anbieten. Er und Jeffrey B. Straubel wurden von dem Prototyp des T-Zero, einem elektrischen Sportwagen des Herstellers AC Propulsion, zum Wunsch inspiriert, eigene kommerzielle E-Autos bauen zu wollen. Nach seinem Einstieg bei Tesla übernahm Musk eine aktive Rolle und leitete die Produktion des ersten Tesla-Modells, dem Roadster. Die Karosserie des ersten E-Autos von Tesla stammt aus einer Zusammenarbeit mit dem Autohersteller Lotus, deshalb ähnelt der Roadster auch optisch dem Lotus Elise. Die ersten Prototypen des Tesla-Roadsters wurden der Öffentlichkeit am 19. Juli 2006 in Santa Monica, Kalifornien präsentiert.

Obwohl Elon Musk finanziell an Tesla beteiligt ist und auch sein eigenes Geld in das Unternehmen investierte, war die finanzielle Lage des E-Autobauers zu Beginn schwierig. Tesla stand im Jahr 2008 kurz vor dem Konkurs und konnte nur knapp gerettet werden. Das hatte das damals noch kleine Unternehmen Investoren wie dem Autokonzern Daimler (heute Mercedes-Benz) aus Stuttgart oder dem japanischen Autobauer Toyota zu verdanken. Im Jahr 2014 verkaufe Daimler die Anteile an Tesla vollständig. Der Börsenstart von Tesla erfolgte im Jahr 2010. Zu Beginn betrug der Börsenwert 226 Millionen US-Dollar, heute liegt er um ein Vielfaches höher.

Tesla: Start der Massenproduktion und weltweite Expansion

Im Mai 2010 erwarb Tesla für 42 Millionen US-Dollar eine Fabrikanlage von Toyota in Fremont, Kalifornien, aus der später die erste Tesla-Fabrik werden sollte. Im Oktober desselben Jahres eröffnet, startete das Unternehmen in dieser Produktionsanlage die Herstellung des Model S. Heute ist das Tesla Model S das bekannteste Modell des Unternehmens und steht als Limousine der gehobenen Preisklasse in direkter Konkurrenz zu der S-Klasse von Mercedes-Benz und der 7er-Serie von BMW. Das Modell gewann zahlreiche Preise wie den Motor Trend Car of the Year im Jahr 2013 und war das erste E-Auto überhaupt, dass es in die Topliste der bestverkauften Automodelle eines Landes schaffte.

Im September 2015 begann das Unternehmen mit der Auslieferung des dritten Automodells, dem SUV Model X. Im Jahr 2016 stieg Tesla mit dem Erwerb der Firma SolarCity auch in den Photovoltaik-Markt ein. Im Februar 2017 änderte das Unternehmen den Firmennamen offiziell von Tesla Motors zu Tesla, Inc..

Noch im selben Jahr startete das Unternehmen zudem mit dem Verkauf des vierten E-Auto-Modells, dem Model 3. Im Gegensatz zum Model S ist dieses Auto deutlich günstiger und für den Massenmarkt gedacht. Im Jahr 2019 machte Tesla schließlich den Sprung auf den Weltmarkt und eröffnete in Shanghai (China) die erste sogenannte Gigafactory außerhalb der Vereinigten Staaten.

Am 1. Dezember verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Palo Alto im Silicon Valley zur Gigafactory in Austin, Texas. Inzwischen unterhält Tesla mehrere solcher Gigafactorys in den USA und auch im Ausland. Das jüngste dieser Produktionswerke wurde am 25. März 2022 in Grünheide (Brandenburg) bei Berlin eröffnet. In dieser Fabrik wird das Model Y von Tesla gebaut, das insgesamt fünfte Automodell von Tesla.

Tesla: Die Fahrzeugpalette des E-Auto-Pioniers

Die E-Autos von Tesla werden inzwischen auf der ganzen Welt gefahren, die Fahrzeugpalette des Unternehmens ist allerdings noch immer überschaubar. Dennoch decken die Modelle verschiedene Fahrzeugklassen von der Limousine, über ein Mittelklassenmodell bis zum SUV ab. Das erste Modell, der Tesla-Roadster, wird inzwischen nicht mehr produziert.

  • Model S: Oberklasse-Limousine die seit Mitte des Jahres 2012 in Serie produziert wird.
  • Model X: Oberklasse-Pkw, wird seit 2015 ausgeliefert (von Tesla als SUV bezeichnet).
  • Model 3: Mittelklasse-Limousine, wird seit Juli 2017 produziert, seit Februar 2019 auch in Europa erhältlich.
  • Model Y: SUV-Crossover, wird seit 2020 produziert, seit Januar 2021 auch in Shanghai, seit Ende 2021 auch in Grünheide.
  • Semi: Elektrischer Sattelzug, wird nach Verschiebung seit 2022 produziert und seit Dezember 2022 ausgeliefert.
Das Model Y von Tesla wird seit Ende 2021 auch in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gefertigt.

Zudem hat Tesla auch eine ganze Reihe an neuen Modellen angekündigt, die sich derzeit noch in der Entwicklung befinden:

  • Roadster (zweite Generation): Im November 2017 angekündigt, Serienproduktion und Auslieferung soll 2023 starten.
  • Cybertruck: Elektrischer Pickup-Geländewagen, im November 2019 angekündigt. Auslieferung ungewiss.
  • Model 3 „Highland“: Überarbeitung des Model 3, soll noch im Sommer 2023 auf den Markt kommen.
  • Model Q und Model 2: Einsteigermodelle unterhalb von Model Y und 3, bisher nur angekündigt.

Tesla: Produktionswerke und Niederlassungen weltweit

Tesla betreibt (Stand: April 2022) insgesamt 5 Gigafabriken und die Tesla-Fabrik in Fremont. Dazu kommen noch zahlreiche Niederlassungen, sowie Stores und Showrooms weltweit. Allein in den USA gibt das Unternehmen die Anzahl an Showrooms mit über 100 an, in Deutschland gibt es 32 Tesla-Stores. In Holzgerlingen residiert Tesla unter denkwürdiger Adresse, Niederlassungen sind in der Region Stuttgart in Weilimdorf und in Sindelfingen zu finden. In diesen Niederlassungen werden die Fahrzeuge ausgestellt, produziert werden die Autos aber ausschließlich in den großen Fabriken:

  • Gigafactory 1 in Reno (Nevada): Fabrik für Lithium-Ionen-Zellen und Batteriepakete.
  • Gigafactory 2 in Buffalo (New York): Photovoltaikfabrik von Tesla-Tochter SolarCity.
  • Gigafactory 3 in Shanghai (China): Produktion des Model 3 (seit Ende 2019) und Model Y (seit Anfang 2020).
  • Gigafactory 4 in Grünheide (Brandenburg): Produktion des Model Y für den deutschen und europäischen Markt.
  • Gigafactory 5 in Austin (Texas): Hauptfabrik für Semi und Cybertruck, später sollen auch Model Y und 3 gebaut werden.

Tesla: Partnerschaften im Laufe der bisherigen Unternehmensgeschichte

Im Jahr 2007 ging Tesla eine Partnerschaft mit der damaligen Daimler AG ein, nachdem Elon Musk den Vorstand des Stuttgarter Autokonzerns von seinem Konzept überzeugt hatte. Tesla bekam den Auftrag für die Antriebskomponenten des Fortwo von Daimler-Tochter Smart. Nachfolgend produzierte das US-Unternehmen Batteriepakete und Antriebsstränge für über 2.000 batteriebetriebene Smarts. Daimler hatte im Mai 2009 einen Anteil von 9,1 Prozent an Tesla. Nach dem Börsengang des Unternehmens und die damit einhergehenden Kapitalerhöhungen betrug der Anteil zuletzt nur noch 4 Prozent. Im Jahr 2014 trennte sich die Daimler AG, die heutige Mercedes-Benz Group AG, von den Anteilen.

Mit dem Verkauf der ehemaligen Toyota-Fabrik an Tesla begann im Jahr 2010 zudem eine Partnerschaft mit dem japanischen Autokonzern. Auch in diesem Fall lieferte Tesla elektronische Antriebsstränge an Toyota, aber auch gemeinsame Modelle sind geplant. Ein gemeinsames Fahrzeug, der Toyota RAV4 EV, kam im September 2012 auf den Markt und wurde bis September 2014 gebaut. Im Jahr 2010 ging Tesla zudem eine Kooperation mit Panasonic ein, um die Entwicklung spezieller Lithium-Ionen-Akkus für die Autobranche voranzutreiben. Im Auftrag von Tesla produziert Panasonic Batteriezellen in der Gigafactory 1 in Reno (Nevada) und Solarzellen in der Gigafactory 2 in Buffalo (New York).

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