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Waschanlagen profitieren vom Saharastaub - „800 Autos an einem Tag“

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Von: Julian Baumann

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Mit Staub bedeckte Autos stehen vor einer Waschanlage in der Schlange.
Durch den Saharastaub hatten die Waschanlagen einen großen Kundenansturm, auch in Stuttgart (Symbolbild). © IMAGO

Der Saharastaub färbte in den vergangenen Tagen nicht nur den Himmel über Stuttgart rot, sondern auch die Autos. Die Waschanlagen in der Stadt verzeichneten ein hohes Kundenaufkommen.

Stuttgart - Als beim Wetter in Deutschland eine Saharastaubwolke angekündigt wurde, hätten wohl die wenigsten vermutet, dass sich der rötlich-braune Staub aus der größten Wüste der Welt derartig in den süddeutschen Städten ablagern wurde. Am Dienstag und Mittwoch war nicht nur der Himmel über Stuttgart oder München rötlich eingefärbt, auch die Autos, die zu diesem Zeitpunkt im Freien waren, sahen aus, als seien sie mit einer feinen Rohrzuckerschicht bestreut. Für die Autobesitzer war das Naturspektakel alles andere als erfreulich, da der Sand den Lack der Fahrzeuge angreift. Ein Experte gab Tipps, wie die richtige Autoreinigung nach dem „Blutregen“ gelingt.

Wer nicht gerade mühsam und mit äußerster Vorsicht sein Auto in der eigenen Garage vom Saharastaub befreien wollte, trat die Fahrt in eine Waschstraße oder Waschanlage an. Die Betreiber solcher Anlagen in Stuttgart profitierten von dem Wetterphänomen und verzeichneten vor allem am Dienstag und Mittwoch ein sehr hohes Kundenaufkommen. Die Freude darüber wird aber durch die immer weiter steigenden Energie- und Spritpreise getrübt.

Waschanlagen in Stuttgart nach dem „Blutregen“: Kundenaufkommen war „extrem hoch“

Mit dem Kundenaufkommen nach der Saharastaubwolke und dem dadurch ausgelösten „Blutregen“ zeigt sich der Betreiber des Kärcher Clean Park Stuttgart am Westbahnhof zufrieden. „Das Aufkommen war sehr gut, fulminant“, sagt er im Gespräch mit BW24. Zugleich revidiert er aber auch, dass die Waschanlage ganz besonders von dem Phänomen profitiert habe. „Die Leute denken, wir verdienen uns dumm und dämlich“, erklärt er. „Dem ist aber nicht so, da es bei uns bislang keinen Preisanstieg gab.“ In den vergangenen Wochen sind nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg die Energiekosten massiv angestiegen. Das bemerkt auch der Kärcher Clean Park in Stuttgart-West. „Durch die derzeitige Situation ist unser Umsatz um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen“, sagt der Betreiber.

Ähnliche Erfahrungen schildert auch ein Mitarbeiter der WaschWelt Süd in Stuttgart-Vaihingen gegenüber BW24. „Durch die hohen Spritpreise ist das Kundenaufkommen zurückgegangen“, erklärt er. „Durch den Saharastaub haben wir das aber schon fast wieder ausgeglichen.“ Der große Ansturm begann in der Waschanlage am Mittwoch, 16. März. „Allein an diesem Tag hatten wir etwa 800 Fahrzeuge in der Waschanlage“, sagt der Mitarbeiter. „Das Kundenaufkommen war extrem hoch“, heißt es auch bei der WaschWelt in Stuttgart-Wangen. „Auch jetzt (Freitag, 18. März, Anm.d.Red.) sind alle Plätze belegt.“

Waschanlagen spüren Auswirkungen der hohen Energiepreise - „werden jetzt nachjustieren“

Die Saharastaubwolke und der „Blutregen“ über Stuttgart war für die Waschanlagen ein Segen in einer schwierigen Zeit. Sowohl Selbstbedienungsanlagen als auch automatisierte Waschstraßen benötigen für den Betrieb eine große Menge an Strom und Wasser. Durch die extrem gestiegenen Energiepreise haben sich demnach auch die Betriebskosten für die Anlagen erhöht. „Seit 6 Jahren verwenden wir zu 90 Prozent autarken Solarstrom“, erklärt der Betreiber des Kärcher Clean Park in Stuttgart-West. Das wisse aber kein Kunde. „Wir werden jetzt nachjustieren müssen.“

Da der Saharastaub auf den Autos nicht nur den Lack beschädigte, sondern im schlimmsten Fall auch die Sicht des Fahrers beeinträchtigte, wurde ein Autowäsche dringend angeraten. Davon konnten zumindest die Waschanlagen profitieren, die Freude über das sehr hohe Kundenaufkommen wurde aber durch die hohen Betriebskosten getrübt. „Mir wäre es andersrum lieber“, sagt der Betreiber des Kärcher Clean Park gegenüber BW24. „Ein normales Kundenaufkommen, aber dafür auch normale Betriebskosten.“

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