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Studenten entwickeln solarbetriebenes Wohnmobil, das 730 Kilometer Reichweite schaffen soll

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Von: Julian Baumann

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Studenten der Technischen Universität Eindhoven haben ein solarbetriebenes Wohnmobil entwickelt, das eine Strecke von bis zu 730 Kilometern am Tag zurücklegen kann.

Stuttgart/Eindhoven - Der Trend geht in der weltweiten Autoindustrie nicht zuletzt aufgrund des Drucks aus der Politik klar zu umweltfreundlichen Antrieben. Für die meisten etablierten Autohersteller und auch viele Start-ups ist der Elektromotor der Antrieb der Zukunft. Mercedes-Benz will beispielsweise ab 2030 ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge anbieten. Der technische Fortschritt bei der Mobilität ist allerdings nicht nur bei den großen Unternehmen zu bemerken, auch Wissenschaftler und Forscher wollen ihren Beitrag zu einem CO2-neutralen Verkehr leisten.

Studenten der technischen Universität im niederländischen Eindhoven entwickelten ein E-Auto, das die Luft beim Fahren reinigt. In einer Pressemitteilung rief das Team der TU dazu auf, sich vor Ort selbst ein Bild des E-Auto-Prototypen „ZEM“ zu machen. Die Universität setzt allerdings nicht nur auf die E-Mobilität. Ein weiteres Studententeam entwickelte ein solarbetriebenes Wohnmobil, das eine Strecke von bis zu 730 Kilometern zurücklegen und dabei noch Geräte wie einen Laptop, einen Fernseher oder eine Kaffeemaschine mit Energie versorgen kann.

„Stella Vita“: Solarbetriebenes Wohnmobil von Studententeam ist völlig energieautark

Neben der E-Mobilität gilt die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle als gängigste Alternative zu den inzwischen verpönten Verbrennungsmotoren. Der deutsche Hersteller Sono Motors enthüllte aber im Juli das erste serienreife Solarauto und auch das Super-E-Auto EQXX von Mercedes-Benz kann die ohnehin beeindruckende elektrische Reichweite noch mit eingebauten Solarpanels erhöhen. Das „Solar Team Eindhoven“ der TU präsentierte mit dem „Stella Vita“ (spanisch für „Stern“ und „Leben“) das erste solarbetriebene Wohnmobil, in dem man sowohl fahren als auch leben kann. Damit soll ein Beitrag für eine nachhaltige Zukunft geleistet werden, hieß es in einer Pressemitteilung.

Das solarbetriebene Wohnmobil „Vita Stella“ von Solar Team Eindhoven fährt auf einer Straße.
Das solarbetriebene Wohnmobil „Vita Stella“ kann eine Strecke von 730 Kilometern zurücklegen und nebenbei noch eine Kaffeemaschine mit Strom versorgen. © Bart van Overbeeke

Das solarbetriebene Wohnmobil „Stella Vita“ des Studententeams aus Eindhoven erzeugt die benötigte Energie für das Fahren und das Betreiben verschiedenster Geräte ausschließlich über die Solarpanels auf dem Dach des tropfenförmigen Fahrzeugs und ist dadurch vollkommen energieautark. „Das Fahrzeug erzeugt genug Energie, um zu fahren, zu duschen, TV zu schauen, den Laptop zu laden und Kaffee zu kochen“, schrieb Solar Team Eindhoven in der Pressemitteilung. Das fahrbare Kleinhaus kann im stehenden Zustand zusätzliche Solarpanels ausfahren und damit noch mehr Energie für die Weiterfahrt ansammeln. „An einem sonnigen Tag kann Stella Vita mit einem effizienten Energieverbrauch eine Strecke von bis zu 730 Kilometern zurücklegen.“

Von Eindhoven nach Tarifa: Stella Vita demonstriert Reichweite bei Roadtrip in den Süden Spaniens

Kritische Stimmen könnten nun natürlich anbringen, dass es ein solarbetriebenes Fahrzeug gerade im Winter, bei weniger Sonnenstunden, schwer haben wird. „Was passiert, wenn es nicht sonnig ist?“, fragte auch eine Nutzerin auf Facebook. „Natürlich haben wir ein kleines Problem, wenn es keine Sonne gibt“, gab Lotte Van Dasler, die im vergangenen Jahr an dem Projekt mitgearbeitet hatte, dem World Economic Forum zufolge zu. „Aber wir haben das Fahrzeug so konzipiert, dass es auch am Stromnetz aufgeladen werden kann.“ Sie zeigte sich zudem vom finalen Stand des solarbetriebenen Wohnmobils beeindruckt.

Innenansicht des solarbetriebenen Wohnmobils „Stella Vita“.
Das solarbetriebene Fahrzeug „Stella Vita“ kann auch zum Wohnen verwendet werden. © Bart van Overbeeke

Dass Stella Vita tatsächlich eine beachtliche Strecke zurücklegen kann, bewies das Team der TU Eindhoven bei einer Fahrt von der Stadt im Süden der Niederlande bis in die spanische Hauptstadt Madrid und weiter in den äußersten Süden Spaniens. Bei der etwa einen Monat lang dauernden Fahrt hatte das solarbetriebene Wohnmobil insgesamt rund 3.000 Kilometer zurückgelegt, als es am Endpunkt in Tarifa, dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes, ankam. Mit dem solarbetriebenen Stella Vita will das Team nach eigenen Angaben Autohersteller und Politiker dazu inspirieren, den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen.

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