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Porsche kündigt vollelektrisches Luxus-SUV an - „befinden uns im Sweet-Spot der Autoindustrie“

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Von: Julian Baumann

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Ein Macan, ein Panamera und ein Taycan Cross Turismo (von links nach rechts) auf der Teststrecke des Porsche-Werks in Leipzig.
Porsche will das Produktportfolio weiter ausbauen. Als nächstes Modell kündigten die Stuttgarter ein neues vollelektrisches Luxus-SUV an. © Porsche AG

Sportwagenbauer Porsche profitiert von der Kooperation mit Mutterkonzern Volkswagen und will im laufenden Jahr weiter wachsen. Zugleich richten sich die Stuttgarter noch stärker auf Luxus und Nachhaltigkeit aus.

Stuttgart - Die Stuttgarter Sportwagenschmiede Porsche steht seit jeher für hohe Leistung, Sportlichkeit und Luxus. Diesen Weg will die VW-Tochter auch in Zukunft weiter verfolgen und im laufenden Jahr trotz anhaltender Krisen weiter wachsen. „Porsche ist eine globale und ikonische Luxusmarke. Wir sind 100 Prozent Sportwagen und 100 Prozent Luxus“, sagte Porsche-Chef Oliver Blume am Montag (18. Juli) anlässlich eines Capital Markets Day im Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens in Weissach. „Als exklusiver Sportwagenhersteller befinden wir uns im Sweet-Spot der Automobilindustrie.“

Für das laufende Jahr strebt das Unternehmen aus Stuttgart-Zuffenhausen einen Umsatz von rund 38 Milliarden Euro und eine Umsatzrendite von 17 bis 18 Prozent an. Diese Aussicht basiert allerdings auf der Annahme, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen nicht weiter verschlechtern und es nicht zu zusätzlichen Unterbrechungen der Lieferketten kommt. Porsche-CEO Blume kündigte in Weissach zudem an, die Produktpalette mittelfristig erweitern zu wollen. Als nächstes Modell ist ein vollelektrisches Luxus-SUV geplant, das offenbar nicht einer elektrifizierten Version der Erfolgsmodelle Cayenne und Macan entspricht.

Porsche kündigt neues E-SUV an - Kunden müssen wohl weiter auf elektrischen Macan warten

Vor rund zwei Jahren stellte Porsche mit dem Taycan einen ersten vollelektrischen Sportwagen vor, und ging damit ein gewisses Risiko ein. Der Sportwagen mit Elektromotor wurde allerdings schnell zum Erfolg, was sogar Oliver Blume rückblickend überraschte. „Der Taycan ist 100 Prozent elektrisch und 100 Prozent Porsche“, erklärte der Porsche-Chef am Montag erneut. „Diese Kombination begeistert die Menschen. Wir forcieren unsere Elektro-Offensive: Mitte des Jahrzehnts wollen wir unseren Mittelmotor-Sportwagen 718 ausschließlich vollelektrisch anbieten.“ Nach dem Erfolg des Taycan, dem viele verschiedene Modellreihen folgten, kündigte Porsche an, auch andere Baureihen elektrifizieren zu wollen. So ist aktuell etwa eine vollelektrische Version des SUV Macan angekündigt, auf den die Kunden aber offenbar noch ein wenig warten müssen.

Bei dem am Montag in Weissach angekündigten Modell, soll es sich offenbar um ein gänzlich neues Fahrzeug handeln. „Wir planen, unser attraktives Portfolio um ein neues, vollelektrisches Luxus-SUV zu erweitern, das in Leipzig vom Band laufen wird“, erklärte Oliver Blume einer Pressemitteilung des Unternehmens zufolge. „Damit werden wir unsere Position im automobilen Luxussegment weiter ausbauen. Wir zielen vor allem auf die margenstärkeren Segmente ab und wollen so neue Absatzchancen erschließen.“ Im Jahr 2030 sollen 80 Prozent der ausgelieferten Porsche-Modelle vollelektrisch sein. Der Stuttgarter Nachbar Mercedes-Benz will ab 2030 sogar ausschließlich E-Autos produzieren.

Porsche strebt Aufwärtspotenzial an - sollte sich die Marktlage nicht weiter verschlechtern

Im Gegensatz zu Mercedes-Benz und auch dem Mutterkonzern Volkswagen, der sich anschickt, sogar Branchenprimus Tesla bei den E-Auto-Verkäufen zu überholen, setzt Porsche nicht ausschließlich auf die E-Mobilität. In Chile forschen die Schwaben seit einiger Zeit an der Herstellung von synthetischen Kraftstoffen und wollen auch nach dem EU-Entscheid zum Verbrenner an den E-Fuels festhalten. „Wir sehen Nachhaltigkeit ganzheitlich: ökonomisch, ökologisch und sozial. Es ist uns wichtig, Verantwortung zu übernehmen und uns gesellschaftlich zu engagieren“, erklärte Lutz Meschke, Vorstand Finanzen und IT bei Porsche. Darüber hinaus strebe man an, auf eine CO₂-neutrale Wertschöpfungskette im Jahr 2030 hinzuarbeiten.

Wie nahezu alle Autohersteller weltweit ist allerdings auch Porsche von Problemen durch die Corona-Pandemie, die Chipkrise und die Folgen des Ukraine-Krieges betroffen. Die Schwaben profitierten in den vergangenen drei Jahren aber von der engen Kooperation mit VW und den langfristigen Beziehungen zu den Zulieferern. Sollten sich die Probleme der Wirtschaft nicht weiter verschlechtern, strebt Porsche laut der Mitteilung langfristig sogar eine Umsatzrendite von mehr als 20 Prozent an. „Über unsere mittelfristigen Ziele hinaus streben wir weiteres Aufwärtspotenzial an, insbesondere im Hinblick auf unsere Rentabilität.“, so Meschke. „Porsche kann aus einer beeindruckenden Luxuspositionierung heraus optimistisch in die Zukunft blicken.“

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