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Porsche Taycan werden als Kraftwerk getestet - E-Autos könnten Stromnetz revolutionieren

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Von: Julian Baumann

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Drei Taycan-Modelle von Porsche sind ans Stromnetz angeschlossen.
E-Autos könnten als virtuelles Kraftwerk fungieren, wenn sie nicht gefahren werden, wie ein Pilotversuch von Porsche ergab. © Porsche AG

Wie ein Test mit mehreren Porsche Taycan ergab, könnten E-Autos künftig als virtuelles Kraftwerk für das öffentliche Stromnetz fungieren.

Stuttgart - Vor zwei Jahren hat Porsche mit dem Taycan einen ersten vollelektrischen Sportwagen vorgestellt, der sehr schnell zum Erfolg für das Unternehmen aus Stuttgart wurde. Insgesamt ist in der deutschen und auch internationalen Autoindustrie ein regelrechter E-Auto-Boom festzustellen; auch Nutzfahrzeuge werden zunehmend elektrisiert. Bislang fließt der Strom von den Ladepunkten in die Batterie der E-Autos. Bald könnte das aber auch umgekehrt funktionieren.

In einem realitätsnahen Pilotversuch von Porsche, dem Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und dem Beratungsunternehmen Intelligent Energy System Services wurden fünf Serien-Taycan-Modelle unter Laborbedingungen ans Stromnetz angeschlossen. Dabei wurde herausgefunden, dass die Hochvolt-Batterien von Elektroautos als intelligenter Schwarm als Puffer für das öffentliche Stromnetz fungieren können, heißt es in einer Pressemitteilung von Porsche. Eine Kleinstadt in Baden-Württemberg ging in einem Experiment der Frage nach, ob E-Autos das Stromnetz kollabieren lassen.

Porsche Taycan als virtuelles Kraftwerk - „ein echter messbarer Meilenstein“

Ausgangspunkt des Pilotversuchs war die Überlegung, dass E-Autos künftig Energie ins öffentliche Stromnetz zurückspeisen könnten, wenn sie nicht gefahren werden. Modelle wie der Taycan von Porsche könnten demnach als Puffer für das Stromnetz eingesetzt werden und Schwankungen ausgleichen. Dafür müssten mehrere Modelle zu einem Pool zusammengefasst werden, der letztendlich als virtuelles Kraftwerk fungiert. „Ein derartiges Pooling-System lässt sich nicht nur für den Regelleistungsmarkt nutzen“, erklärt Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Porsche, in der Mitteilung. „Erweiterte Lösungen für Green Charging und andere Vehicle-to-Grid-Anwendungen sind gleichfalls denkbar.“

Bei dem Pilotversuch wurden die Ladevorgänge der Taycan-Modelle von Porsche mit einem cloud-basierten Pooling-System koordiniert. Dieses wurde der Mitteilung zufolge testweise an die Hauptschaltleistung von TransnetBW in Wendlingen bei Stuttgart angebunden. „Ein echter messbarer Meilenstein: Das Projektteam hat es geschafft, die komplexe Kommunikationsinfrastruktur zwischen unserem Leitsystem und mehreren Elektrofahrzeugen zu realisieren“, sagt Rainer Pflaum, CFO von TransnetBW. „Zugleich wurden die strengen Vorgaben für das Vorhalten und Erbringen von Regelreserve erfüllt. Damit können wir Elektromobilität in das intelligente Stromnetz der Zukunft integrieren.“

Porsche-Pilotversuch: Hochvoltbatterien von E-Autos könnten Schwankungen im Stromnetz ausgleichen

Wenn Stromnetze nicht konstant bei einer 50 Hertz Netzfrequenz stabilisiert werden, drohen Stromausfälle. Bislang federn konventionelle Kraftwerke Schwankungen ab, in Zukunft könnten aber die Hochvoltbatterien der E-Autos ihren Anteil leisten. Das sei eine „Win-win-Situation“, schreibt Porsche. „Fahrer eines Elektroautos könnten sich ihren Beitrag zur Regelenergie finanziell vergüten lassen.“ In Deutschland gelten allerdings hohe Anforderungen an die Leistung des Stromnetzes, die im Pilotversuch von Porsche aber erfüllt wurden, wie Messungen ergaben.

Ein Pool von E-Autos könnte, wie im Pilotversuch von Porsche getestet, in Zukunft also als Puffer für das öffentliche Stromnetz dienen. „Wenn Elektrofahrzeuge künftig elektrische Energie zum Beispiel aus privaten Photovoltaikanlagen ins Netz zurückspeisen und so zum Ausbau der regenerativen Energie beitragen, erhöht das die Akzeptanz der E-Mobilität weiter“, sagt Lutz Meschke.

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