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„Wir sehen uns als Pioniere“: Porsche-Chef Blume spricht sich weiterhin für E-Fuels aus

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Von: Julian Baumann

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Porsche-CEO Oliver Blume sitzt in der offenen Tür eines Porsche 911 GT3.
Porsche-Chef Oliver Blume sprach sich erneut für E-Fuels aus. Die synthetischen Kraftstoffe seien eine sinnvolle Ergänzung zur E-Mobilität, so der künftige VW-CEO. © CB/Porsche AG

Porsche treibt die Produktion von E-Autos massiv voran, setzt zudem aber auch weiterhin auf E-Fuels. Die synthetischen Kraftstoffe seien eine sinnvolle Ergänzung, sagte CEO Blume.

Stuttgart - Porsche hat mit dem vollelektrischen Sportwagen Taycan, den es inzwischen in mehreren verschiedenen Versionen gibt, ein sehr erfolgreiches E-Auto im Portfolio. Von dem Erfolg des Taycan zeigte sich sogar Porsche-Chef Blume überrascht. Im kommenden Jahr will der Hersteller aus Stuttgart im Werk in Leipzig mit der Produktion des elektrischen Macan beginnen. Obwohl die VW-Tochter die Produktion ihrer vollelektrischen Modelle massiv vorantreibt, setzt Porsche nicht wie beispielsweise Nachbar Mercedes-Benz ausschließlich auf die E-Mobilität. Mit E-Fuels will Porsche auch den Verbrenner klimaneutral antreiben.

Vor der EU-Entscheidung, dass ab 2035 nur noch klimaneutrale Neuwagen verkauft werden dürfen, wurde spekuliert, dass die E-Fuels dem Verbrenner-Verbot zum Opfer fallen könnten. Porsche will aber ungeachtet des EU-Entscheids an E-Fuels festhalten, wie ein Sprecher nach der Entscheidung auf BW24-Anfrage mitteilte. In einem Interview mit der Automobilwoche sprach sich Oliver Blume, CEO von Porsche und ab September auch von VW, erneut für die synthetischen Kraftstoffe aus. Sie seien eine sinnvolle Ergänzung zur E-Mobilität, so Blume, da Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor noch lange unterwegs sein werden.

Porsche-Chef: „Auch in Jahrzehnten werden noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor unterwegs sein“

Die synthetischen Kraftstoffe, allgemein E-Fuels, bei Porsche eFuels genannt, waren in den vergangenen Wochen ein hitziges Diskussionsthema. Nachdem die Ampelkoalition beschlossen hatte, Fahrzeuge, die mit E-Fuels angetrieben werden, künftig weiterhin zu erlauben, wurde Porsche-Chef Oliver Blume vorgeworfen, durch direkten Kontakt zu Finanzminister Christian Lindner (FDP) Einfluss auf diese Entscheidung genommen zu haben. Sowohl Porsche als auch die FDP wiesen diesen Vorwurf entschieden ab. Dem Sportwagenbauer dürfte die Entscheidung dennoch in die Karten gespielt haben, Porsche hat nämlich bereits hohe Summen in die Produktion der E-Fuels investiert.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Herbert Diess, ist der künftige VW-Boss auch weiterhin von den synthetischen Kraftstoffen überzeugt. „Wenn wir die verabschiedeten Ziele erreichen wollen, können synthetische Kraftstoffe einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagte Oliver Blume, der auch weiterhin Porsche-Chef bleiben wird, der Automobilwoche. „Die Regionen auf der Welt entwickeln sich unterschiedlich schnell in Richtung Elektromobilität, sodass auch in Jahrzehnten noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein werden.“ Mit den E-Fuels könne eben dieser Fahrzeugbestand einen Beitrag zur schnellen CO₂-Reduktion leisten, so Blume. „Wir sehen uns hier als Pioniere und wollen die Technologie vorantreiben – als Baustein unserer klaren, gesamthaften Nachhaltigkeitsstrategie.“

Porsche macht bei E-Auto-Offensive Tempo: E-Macan soll ab 2023 in Leipzig gebaut werden

Der Fokus auf die Erforschung und die Produktion von E-Fuels bedeutet allerdings nicht, dass Porsche die Zukunft der Mobilität nicht bei den E-Autos sieht. „Angesichts des hohen Bestandes an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – weltweit über 1,3 Milliarden – erfolgt der Hochlauf der Elektromobilität jedoch nicht schnell genug, um die Pariser Klimaziele zu erreichen“, gibt der Porsche-Chef zu bedenken. „Daher sehen wir eFuels als sinnvolle Ergänzung zur Elektromobilität.“ Da die synthetischen Kraftstoffe mit grünem Strom aus regenerativen Energien, vorrangig Solar- und Windenergie, hergestellt werden, erlauben sie einen potenziell nahezu klimaneutralen Betrieb von Ottomotoren.

Porsche macht aktuell aber auch bei der E-Auto-Offensive ordentlich Tempo. Nach dem großen Erfolg der beliebten Taycan-Baureihe soll im Werk in Leipzig ab 2023 der elektrische Macan produziert werden. „Beim Taycan, dem ersten vollelektrischen Porsche, haben wir uns bewusst für Stuttgart entschieden und damit für unser Stammwerk in Zuffenhausen“, sagte Oliver Blume der Automobilwoche. Dass das erste elektrische Porsche-SUV in Leipzig produziert werden soll, ist aber ebenfalls kein Zufall. In Leipzig wird neben dem Macan auch der Porsche Cayenne gefertigt, mit dem die Stuttgarter einst die Fahrzeugpalette erstmals um einen SUV erweiterten. „Der Standort ist unsere zweite Heimat und hat entscheidend zum Erfolg unserer Marke beigetragen“, so Blume.

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