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Porsche muss weltweit 21.000 Macan-Modelle zurückrufen - wegen falschen CO₂-Angaben

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Von: Julian Baumann

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Modelle des Porsche SUV Macan in der Fertigungsstraße im Porsche Werk Leipzig.
Porsche muss weltweit 21.000 Modelle des beliebten SUV Macan zurückrufen, da sie offenbar mehr CO₂ ausstoßen, als angegeben. © Hannelore Foerster/Imago

Während er elektrische Macan offenbar bereits in den Startlöchern steht, muss Porsche über 20.000 Modelle des Verbrenner-SUV aufgrund von falschen CO₂-Angaben zurückrufen.

Stuttgart/Flensburg - Autobauer Porsche hat neben den beliebten Sportwagen auch zwei sehr erfolgreiche SUV-Modelle im Portfolio. Der große Porsche Cayenne feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum und vom kleineren Macan wurden bereits erste Details zu einer vollelektrischen Version bekannt. Von der Verbrenner-Version des Porsche Macan muss die VW-Tochter aus Stuttgart nach Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg weltweit 21.000 Modelle zurückrufen. Grund dafür ist, dass die SUV mit Benzinmotoren offenbar mehr CO₂ ausstoßen, als vom Hersteller angegeben.

Laut den Angaben des KBA sind von dem Rückruf ältere Macan-Modelle von Porsche aus den Baujahren 2014 bis 2018 betroffen, die in einer Werkstatt Software-Updates erhalten sollen, um „die Herstellerangaben der CO₂-Werte wieder zur erreichen.“ In den vergangenen Jahren hatten Mutterkonzern Volkswagen und auch Nachbar Mercedes-Benz immer wieder mit Vorwürfen wegen manipulierten Abschalteinrichtungen zu kämpfen. Im Juni 2021 leitete das KBA bereits ein Verfahren wegen Abgasmanipulationen gegen Porsche ein, der Hinweis kam von dem Sportwagenhersteller selbst.

Rückrufaktion bei Porsche hat laut Sprecher nichts mit dem Dieselskandal zu tun

Porsche bewegt sich mit Sportwagen wie dem legendären 911 oder auch dem vollelektrischen Taycan im gehobenen Fahrzeugbereich, der Macan stellt für das Stuttgarter Unternehmen aber das wichtigste Volumenmodell dar. Vor allem auf dem chinesischen Automarkt, dem weltweit größten, hat das SUV eine ganz besondere Bedeutung, da Porsche dort eher weniger als Sportwagenhersteller bekannt ist. Auf Handelsblatt-Nachfrage bestätigte Porsche den vom KBA angeordneten Rückruf. „Es handelt sich um Fragen der Fahrzeugkonformität bei einzelnen älteren Modellen“, erklärte ein Sprecher. „Die aktuelle Produktion sowie die Sicherheit der Fahrzeuge sind nicht betroffen.“

Der Porsche Macan wird vollständig im Leipziger-Werk des Stuttgarter Autobauers gefertigt, in Deutschland sollen rund 7.000 Modelle von dem Rückruf betroffen sein. Porsche betonte allerdings, dass die falschen CO₂-Angaben als Grundlage des Rückrufs nicht mit „unzulässigen Abschalteinrichtungen“ zusammenhänge und deshalb auch kein Zusammenhang mit dem früheren Dieselskandal bestehe. Dem Handelsblatt zufolge sprechen die Stuttgarter auch selbst nicht von einem Rückruf, sondern von einer „Feldmaßnahme“. Sie sei „Teil der fortlaufenden Qualitätspflege bei Porsche“.

Porsche: Rückrufaktionen zeugen von „Qualitätspflege“ - zugunsten der Besitzer

Die Vorwürfe der irreführenden Angaben zum Kraftstoffverbrauch und den CO₂-Emissionen gegen Porsche sind nicht neu. In der vergangenen Woche genehmigte ein US-Richter einen Millionen-Vergleich von Porsche. Der Sportwagenbauer zahlte demnach mindestens 80 Millionen Dollar (79,9 Millionen Euro) an Autobesitzer, um das zivilrechtliche Verfahren beizulegen. Der aktuelle Rückruf der Macan-Modelle habe mit dem Vergleich in den USA aber nichts zu tun, erklärte der Sprecher. Für die Macan-Modelle in den USA gebe es zudem auch kein Software-Update.

Obwohl Rückrufaktionen für die Autobesitzer mitunter ziemlich ärgerlich sein können - auch wenn ein Software-Update nicht viel Zeit in Anspruch nimmt - sind sie dennoch in deren Interesse. Im Juni hatte Porsche beispielsweise 12.000 Taycan-Modelle zurückgerufen, da ein Software-Fehler ein „erhöhtes Unfallrisiko“ für die Fahrer bedeutet hatte. Ohne einen solchen Rückruf durch den Hersteller oder das KBA hätten sich die Besitzer also in ungeahnte Gefahren begeben. In kürzlich veröffentlichten Tesla-Insights kritisierte eine US-Journalistin unter anderem, dass der US-Autobauer trotz bekannter Mängel eben keine Rückrufaktion gestartet hatte.

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