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Porsche als Arbeitgeber zwischen Tradition und Moderne: Gehälter beim Sportwagenhersteller aus Stuttgart

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Von: Julian Baumann

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Porsche ist nicht nur einer der bekanntesten Autobauer der Welt, sondern auch ein beliebter Arbeitgeber. Das verdient man beim Sportwagenhersteller aus Stuttgart.

Stuttgart - Die Marke Porsche steht für Qualität und Geschwindigkeit und der gleichnamige Autobauer aus dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen gehört zu den wichtigsten und bekanntesten Herstellern weltweit. Dennoch hat sich Porsche seit der Gründung stets das Image einer „kleinen Sportwagenschmiede“ behalten und baut seine Sportwagen und SUV-Modelle weiterhin ausschließlich in Deutschland. Gerade die Mischung aus weltweiter Strahlkraft und der starken regionalen Verwurzelung sowie die Mischung zwischen einer traditionellen und einer modernen Firmenkultur machen Porsche auch zu einem sehr beliebten Arbeitgeber.

Ende September 2022 ging Porsche mit großem Erfolg an die Börse und bescherte damit nicht nur dem Mutterkonzern VW, zu dem der Traditionshersteller seit 2009 gehört, einen Geldsegen; auch die Mitarbeiter profitieren in Form einer Prämie von 3.000 Euro. Die Prämien bei Porsche sind seit Jahren legendär, aber auch sonst können sich die Gehälter sehen lassen. Das sind die Bezahlungen bei dem Sportwagenhersteller, vom Praktikanten bis zum CEO.

Gehälter bei Porsche: Vom Einsteiger bis zur Spitze der Chefetage

Wer sich als junger Mensch einen Eindruck vom Firmenklima bei Porsche machen möchte, kann eines der begehrten Praktika ergattern. Laut dem Job-Portal Kununu vergütet der Sportwagenbauer Praktikanten mit einem jährlichen Gehalt von 16.200 Euro Brutto. Wer im Studium einen Einstieg bei Porsche anstrebt, kann sich als Werkstudent auf 22.500 Euro im Jahr freuen. Am anderen Ende der Nahrungskette steht bei Porsche, unter der Chefetage, der Abteilungsleiter, der laut den Kununu-Eintragungen rund 138.400 Euro pro Jahr verdient.

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Die meisten Mitarbeiter der Sportwagenschmiede werden nach dem Tarif der Gewerkschaft IG Metall bezahlt, der in Baden-Württemberg eine monatliche Vergütung zwischen 2.398 und 6.043,50 Euro vorsieht. Darüber liegen in der Hierarchie die Spezialisten, die außertariflich bezahlt werden.

Eine Auswahl an Positionen bei Porsche und den jeweiligen Jahresgehältern:

JobbezeichnungJahresgehalt/brutto
Kfz-Mechatroniker41.500 Euro
Monteur52.500 Euro
Facharbeiter Produktion55.400 Euro
Sachbearbeiter72.700 Euro
HR-Manager76.000 Euro
Ingenieur84.600 Euro
Qualitätsmanager85.400 Euro
Wirtschaftsingenieur93.200 Euro
Salesmanager100.200 Euro
Produktmanager101.200 Euro
Vertriebsleiter104.400 Euro

Quelle: Kununu

Im Gegensatz zu den Gehältern bei Mercedes-Benz, die von einer in verschiedene Ebenen eingeteilten Hierarchie abhängig sind, gibt es solche Ebenen bei Porsche nicht. An der Spitze der Hierarchie von Porsche steht aber ebenfalls der Vorstand um CEO Oliver Blume, der seit September 2022 auch den Vorsitz des Vorstands des VW-Konzerns innehat und damit wohl als mächtigster Manager in der deutschen Autoindustrie bezeichnet werden kann. Das Portal lohnspiegel.org beziffert das jährliche Gehalt von Oliver Blume als Porsche- und VW-Chef auf 8 Millionen Euro. Beim Gehalt der restlichen Vorstandsmitglieder hält sich der Sportwagenbauer bedeckt.

Porsche als Arbeitgeber: Prämien, Boni und Zusatzleistungen beim Sportwagenbauer

Die bereits angesprochene Prämie von 3.000 Euro für jeden der 36.000 Mitarbeiter im Zuge des erfolgreichen Börsenganges ist in der Wirtschaftswelt zwar absolut keine Selbstverständlichkeit, bei Porsche aber nicht ungewöhnlich. Porsche hat trotz Corona-Pandemie und Chipkrise 2021 ein Rekordergebnis abgeliefert und gibt diesen Erfolg auch an die Mitarbeiter weiter. Der Bonus von 7.900 Euro pro Kopf liegt erneut 50 Euro über der bereits stattlichen Prämie vom Vorjahr; finanzielle Boni sind aber nicht alles, was die Mitarbeiter bei Porsche erwarten können.

Ein Mitarbeiter der Porsche AG hat in der Produktion des batterieelektrische angetriebenen Sportwagens Porsche Taycan einen Mundschutz an.
Porsche ist ein beliebter Arbeitgeber. Die Prämien und Boni sind legendär, aber auch die Gehälter können sich sehen lassen. © Marijan Murat/dpa

Porsche bietet den Mitarbeitern laut eigener Angabe auf Kununu viele Möglichkeiten, Beruf und Freizeit zu verbinden. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitszeiten, das Arbeiten im Homeoffice oder auch die Möglichkeit zum Sabbatical. Die flexiblen Arbeitszeiten bei Porsche wurden auch in 65 Prozent der über 1.300 Bewertungen bestätigt, die Möglichkeit zum Homeoffice immerhin in 43 Prozent. Lobend werden dort auch die Verpflegung in den Kantinen, die Mitarbeiterrabatte und Betriebsärzte erwähnt.

Porsche-Mitarbeiter würden den Autobauer zu 84 Prozent als Arbeitgeber weiterempfehlen

Insgesamt wird Porsche als Arbeitgeber auf Kununu sehr gut bewertet. Laut dem Job-Portal bewerten 90 Prozent der über 1.300 Mitarbeiter ihr Gehalt als gut oder sehr gut und 84 Prozent würden den schwäbischen Sportwagenbauer als Arbeitgeber weiterempfehlen. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,9 von 5 liegt Porsche deutlich über dem Durchschnitt der Automobilbranche (3,2). Mit 4,3 Sternen wurden die Aspekte Karriere und Gehalt besonders positiv bewertet. Mitarbeiter nehmen laut dem Portal aber auch den langfristigen Erfolg und das Bewahren der Tradition als wichtigen Faktor wahr.

Auch die schriftlichen Bewertungen in Bezug auf das Arbeitsumfeld und die Firmenkultur sind größtenteils sehr positiv. Besonders hervorgehoben werden neben den bereits angesprochenen Faktoren der kollegiale Zusammenhalt und die vielfachen Weiterbildungsmöglichkeiten. Kritisiert wird dagegen trotz gutem Gehalt und netten Kollegen, dass auch bei Porsche letztendlich der Profit im Vordergrund steht. Das dürfte bei einem weltweit agierenden Autohersteller mit einem Jahresumsatz von über 33 Milliarden Euro (2021) wenig verwundern. Zwar gibt es bei Kununu vereinzelt auch negative Bewertungen an bestimmten Standorten, insgesamt sind die Mitarbeiter bei Porsche aber zufrieden. „Es wird gefordert, gefördert und gefeiert“, fasst einer treffend zusammen.

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