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Porsche startet Produktion von E-Fuels - 911 feierlich mit synthetischem Kraftstoff betankt

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Von: Julian Baumann

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Sportwagenbauer Porsche hat in Chile die Anlage für die Produktion von synthetischen Kraftstoffen - sogenannten E-Fuels - in Betrieb genommen. Damit sollen auch Verbrenner klimaneutral angetrieben werden.

Stuttgart - Dass Porsche aus Windenergie künstlichen Sprit herstellen will, um den Verbrenner zu retten, gab der Sportwagenbauer aus Stuttgart bereits im vergangenen Jahr bekannt. In Kooperation mit internationalen Partnern errichtete das Unternehmen in Chile eine Pilotanlage für die Produktion von E-Fuels. Porsche-Chef Oliver Blume feierte die Alternative zum E-Auto und sagte voraus, dass es ein „Milliardenmarkt“ werden würde. Am gestrigen Dienstag, 20. Dezember, verkündete der Autohersteller in einer Pressemitteilung, die Anlage „Haru Oni“ in Punta Arenas offziell eröffnet zu haben und mit der Produktion des synthetischen Kraftstoffes zu beginnen.

Die Porsche Vorstände Barbara Frenkel (Beschaffung) und Michael Steiner (Entwicklung) nahmen in Beisein von Chiles Energieminister Diego Pardow die feierliche Betankung eines Porsche 911 mit dem ersten vor Ort erzeugten synthetischen Kraftstoff vor. Mit Windenergie aus Wasser und Kohlendioxid hergestellte E-Fuels, von Porsche eFuels genannt, erlauben einen nahezu CO2-neutralen Betrieb von Ottomotoren. Obwohl die EU-Staaten sich de facto auf ein Verbrenner-Verbot ab 2035 geeinigt haben, hält Porsche weiterhin an E-Fuels fest und will sich nicht nur auf die erfolgreichen E-Sportwagen Taycan und die Elektrifizierung weiterer Modelle verlassen.

Porsche nimmt Produktion von synthetischen Kraftstoffen auf - „Potenzial von eFuels ist sehr groß“

„Porsche setzt auf ein doppeltes E: Elektromobilität und ergänzend eFuels. Die Nutzung von eFuels reduziert den CO2-Ausstoß“, führte Barbara Frenkel, Vorständin Beschaffung bei Porsche, aus. „Mit Blick auf den gesamten Verkehrssektor sollte die industrielle Produktion synthetischer Kraftstoffe weltweit weiter vorangetrieben werden. Mit der eFuels-Pilotanlage nimmt Porsche bei dieser Entwicklung eine treibende Rolle ein.“ Die Produktion des synthetischen Kraftstoffes ist bislang auch aufgrund des hohen Energiebedarfs umstritten. Der ehemalige VW-Chef Herbert Diess hatte sich gegen die E-Fuels ausgesprochen, Lamborghini-Chef Winkelmann stärkte Porsche dagegen den Rücken.

Beschaffungs-Vorständin Barbara Frenkel und Entwicklungsvorstand Michael Steiner betanken in Chile einen Porsche 911 mit einem synthetischen Kraftstoff.
Barbara Frenkel, Mitglied des Vorstandes, Beschaffung und Michael Steiner, Mitglied des Vorstandes, Forschung und Entwicklung bei der feierlichen Eröffnung der eFuels-Pilotanlage in Chile. © Porsche AG

Der weltbekannte Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen ist aktuell der einzige namhafte Autobauer, der auf die Produktion von synthetischen Kraftstoffen setzt. „Das Potenzial von eFuels ist sehr groß. Weltweit gibt es heute mehr als 1,3 Milliarden Verbrennerfahrzeuge. Viele davon werden noch Jahrzehnte lang auf der Straße unterwegs sein“, erklärte Michael Steiner, Vorstand Entwicklung und Forschung bei Porsche. „eFuels bieten den Besitzern von Bestandsfahrzeugen eine Perspektive. Als Hersteller hochperformanter und effizienter Motoren verfügt Porsche über ein breites Knowhow auf dem Gebiet der Kraftstoffe.“

Porsche: Pilotanlage in Chile soll jährlich rund 130.000 Liter eFuels produzieren

In der Pilotphase sieht Porsche eine eFuels-Produktion von rund 130.000 Litern pro Jahr vor. Der Kraftstoff soll zunächst in Leuchtturm-Projekten wie dem Porsche Mobil 1 Supercup und in den Porsche Experience Centern eingesetzt werden. Nach der Pilotphase kommt das Projekt in Chile mit der ersten Skalierung bis Mitte des Jahrzehnts auf voraussichtlich rund 55 Millionen Liter pro Jahr. Rund zwei Jahre später soll die Kapazität 550 Millionen Liter betragen. Porsche hatte insgesamt bislang mehr als 100 Millionen Euro in die Entwicklung und Produktion von eFuels investiert.

Der Süden Chiles bietet ideale Bedingungen für die Produktion von eFuels: Dort weht der Wind an rund 270 Tagen im Jahr so, dass Windräder in Volllast laufen können. Zudem liegt Punta Arenas in unmittelbarer Nähe der Magellanstraße. Vom Hafen Cabo Negro aus lässt sich der synthetische eFuel analog zu herkömmlichen Kraftstoffen in alle Welt transportieren und über die bestehende Infrastruktur verteilen. (mit Material der Porsche-Pressemitteilung)

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