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Porsche will E-Autos mit neuer Batterie-Technologie revolutionieren

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Von: Nadja Pohr

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Ein Mitarbeiter der Porsche AG hat in der Produktion des batterieelektrische angetriebenen Sportwagens Porsche Taycan einen Mundschutz an.
Der Sportwagenhersteller Porsche hat einen hohen Millionen-Betrag in die Weiterentwicklung der Batterie-Technologie investiert. © Marijan Murat/dpa

Der Sportwagenhersteller Porsche investiert in die Weiterentwicklung der Batterie-Technologie und will sich damit von der Konkurrenz abheben. Die Forschung sei bislang vielversprechend.

Stuttgart - Beim baden-württembergischen Sportwagenhersteller Porsche setzt man auf Innovation und den Ausbau der E-Autos in den eigenen Reihen. Mit dem Porsche Taycan hat der Autobauer aus Stuttgart bereits ordentlich vorgelegt. Der leistungsstarke batteriebetriebene Taycan hat bereits einen Guinness-Weltrekord aufgestellt und lässt die Konkurrenz in weiteren Bereichen weit hinter sich.

Porsche will die Leistungsfähigkeit seiner Batterien weiter verbessern und hat sich deshalb nun am US-amerikanischen Unternehmen Group14 Technologies mit rund 100 Millionen US-Dollar beteiligt. Das Unternehmen aus den USA stellt Silizium-Kohlenstoff-Technologie für Lithium-Ionen-Batterien her und arbeitet intensiv an der Produktion von Anodenmaterial - wodurch die Batterien in E-Autos noch stärker werden können.

Batteriethema hat bei Porsche mittlerweile höhere Priorität

Beim Sportwagenhersteller Porsche ist das Thema der Batterie seit einiger Zeit mit einer höheren Priorität versehen. Zunächst kündigte das Unternehmen 2021 an, eine Hochleistungs-Batteriezellfabrik selbst zu bauen. Schließlich beteiligte sich Porsche Ventures am Kooperationspartner und Batteriespezialisten Customcells und nun sichert sich der Sportwagenbauer mit einer direkten Beteiligung eine neue leistungsfähigere Zelltechnologie für das neue Werk, wie das Handelsblatt berichtete.

„Die Batteriezelle ist der Brennraum der Zukunft“, erklärte Porsche-Chef Oliver Blume kürzlich. Durch die Beteiligung an der Entwicklung des Anodenmaterials können laut Unternehmensangaben die Batterien künftig bei gleicher Größe bis zu 50 Prozent mehr Energie speichern. Damit will sich Porsche von den Konkurrenten auf dem Markt wie Mercedes-Benz weiter abheben. Denn mehr Speicherkapazität bedeutet auch mehr Reichweite. Die neuartige Zell-Chemie würde zudem kürzere Ladezeiten ermöglichen.

Die Führungsriege in Zuffenhausen verspricht sich viel von der Forschung. „Die charakteristischen Eigenschaften der neuen Zell-Chemie – Schnellladen, hohe Performance und geringes Gewicht – zahlen unmittelbar auf den Markenkern von Porsche ein“, sagt Porsches Forschungs- und Entwicklungsvorstand Michael Steiner. „Unser Ziel ist es, im weltweiten Wettbewerb um die leistungsstärkste Batteriezelle zu den führenden Unternehmen zu gehören“, teilte Finanzchef Lutz Meschke mit.

Porsche-Mutterkonzern Volkswagen will neue Zellfabriken bauen lassen

Ziel sei es, die bereits geplante Batteriezellfabrik von Porsche und dem Partner Customcells in Baden-Württemberg in naher Zukunft mit dem Anodenmaterial zu beliefern. Der Mutterkonzern Volkswagen will in den kommenden Jahren die Lücken weiter schließen und mit weiteren Partnern neue Zellfabriken bauen. Laut Einschätzungen von Experten werde Volkswagen 15 bis 20 Milliarden Euro dafür in die Hand nehmen. 

Aber auch Konkurrent Mercedes will eigene Entwicklungsfabriken mit Partnern hochziehen und Batterien entwickeln, die die Reichweite von E-Autos verdoppeln könnten. In Untertürkheim forscht man an eigenen Mischungen um die Energiedichte der Batterien zu steigen und den Kobaltanteil sinken zu lassen. In München bei BMW werden Zellen komplett von externen Händlern produziert. Um dennoch weniger abhängig von Lieferanten zu sein, führt BMW neben dem Stammwerk in München auch ein eigenes Forschungszentrum.

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