1. bw24
  2. Auto
  3. Porsche

Porsche-Chef zum Russland-Geschäft - „Solange Krieg herrscht, wird nicht geliefert“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Porsche-CEO Oliver Blume sitzt in der offenen Tür eines Porsche 911 GT3.
Porsche-Chef Oliver Blume will den Zulieferern in der Ukraine weiter die Treue halten. Die Auslieferungen nach Russland hat der Sportwagenbauer gestoppt. © CB/Porsche AG

Autobauer Porsche hat sich im Rahmen des Ukraine-Krieges aus Russland zurückgezogen und hält den ukrainischen Zulieferern weiter die Treue, wie CEO Oliver Blume erklärte.

Stuttgart - Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine haben sich zahlreiche Unternehmen der Weltwirtschaft aus Russland zurückgezogen und die Lieferung in das Land eingestellt. Autokonzern Mercedes-Benz hat beispielsweise das Russland-Geschäft früh zum Erliegen gebracht und die Produktion im Werk nahe der Hauptstadt Moskau gestoppt. Der Software-Konzern SAP hat sich nach anfänglichem Zögern inzwischen aus Russland zurückgezogen.

Auch der Sportwagenbauer Porsche aus Stuttgart hat die Lieferungen nach Russland eingestellt und will bis zu einem endgültigen Ende des Krieges auch keine Modelle mehr nach Russland liefern, wie CEO Oliver Blume im Interview mit dem Portal Capital erklärte. Den Zulieferern aus der Ukraine hält die schwäbische Luxusmarke aber weiterhin die Treue. „Wir sehen dies als eine Verpflichtung“, sagte Blume.

Porsche-Chef Oliver Blume: „Wir sind voller Sorge um die Menschen im Kriegsgebiet“

Der Ukraine-Krieg hat auch für die Autobranche verheerende Folgen. Durch die unterbrochenen Lieferketten kam es bereits zu Produktionsstopps und Kunden müssen deutlich länger auf die Auslieferung ihrer Autos warten. Nach mehr als zwei Monaten hätten sich die Lieferketten mittlerweile aber wieder stabilisiert, sagte Porsche-Chef Oliver Blume im Gespräch mit Capital. Das Gefühl sei aber unverändert. „Wir sind voller Sorge um die Menschen im Kriegsgebiet“, so Blume. „Ich bin noch immer fassungslos über die Bilder, die ich in unserem Jahrhundert in Europa nicht mehr für möglich gehalten hätte.“

Porsche hat nach Angaben des CEO starke Partner in der Ukraine. Dazu zählen vor allem Zulieferer, die den Stuttgarter Sportwagenbauer mit den wichtigen Kabelsträngen versorgen. An diesen Zulieferern hält Porsche auch weiterhin fest. „Alles, was wir aus der Ukraine bekommen können, werden wir von dort beziehen“, sagte Oliver Blume. „Wir stehen zu unseren Partnern, mit denen wir seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir sehen dies als eine Verpflichtung.“ Zudem unterstütze Porsche auch die UN-Flüchtlingshilfe finanziell und biete Sprachkurse für Geflüchtete an. Auch Mercedes, Bosch und die ZF unterstützen Geflüchtete bei der Arbeitssuche.

Porsche stoppt jegliche Lieferungen nach Russland - „gilt auf unbestimmte Zeit“

Während Porsche die Verbindung zu den Zulieferern in der stark umkämpften Ukraine aufrechterhält, stoppte der Autobauer die Lieferungen ins Land des Aggressors. „Wir haben die Auslieferungen gestoppt“, machte Oliver Blume gegenüber Capital deutlich. Wie lange dieser Zustand andauern wird, sei schwer vorauszusagen. „Wir hoffen weiter auf einen zeitnahen Waffenstillstand und eine diplomatische Lösung“, so der Manager. „Solange es das nicht gibt, werden wir Russland nicht mit Fahrzeugen beliefern. Das gilt auf unbestimmte Zeit.“

Porsche habe in Russland zwar viele treue Kunden und Fans der legendären Marke, in Bezug auf das weltweite Absatzvolumen habe Russland aber eine untergeordnete Rolle. Eine Rückkehr auf den russischen Markt hält sich Porsche nach Aussage von Oliver Blume allerdings offen. „Wir haben eine klare Regelung: Solange Krieg herrscht, wird nicht geliefert“, machte er deutlich. „Danach werden wir bewerten, wie wir zukünftig mit Russland verfahren.“ Auch andere Unternehmen hatten angekündigt, über eine eventuelle Rückkehr nach Russland nach Ende des Krieges nachzudenken.

Auch interessant

Kommentare