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Katar will offenbar bei Porsche einsteigen - auch Investoren aus Saudi-Arabien interessiert

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Von: Julian Baumann

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Ein Porsche 918 Spyder ist auf der Qatar International Motor Show 2014 in Doha ausgestellt.
Katar hat sich offenbar dazu entschieden, mit der Qatar Holding beim Börsengang von Porsche einzusteigen (Archivbild). © Str7dpa

Das umstrittene Emirat Katar will sich laut einem Bericht am Börsengang von Porsche beteiligen. Zudem sollen auch weitere Ankerinvestoren einsteigen.

Stuttgart - Dass der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche an die Börse gehen soll, steht bereits seit mehreren Monaten fest. Am 24. Februar bestätigte der Mutterkonzern Volkswagen, dass man auf Grundlage eines Eckpunktepapiers „die Umsetzbarkeit eines möglichen Börsengangs der Porsche AG“ prüfe. Mit dem Börsengang von Porsche fährt die wertvollste VW-Tochter demnach bald ohne Beifahrer.

Porsche bleibt zwar weiterhin zu 75 Prozent im Besitz des Konzerns aus Wolfsburg, die Gewinnabführungs- und Beherrschungsverträge entfallen jedoch. Ganz ohne Investoren kann allerdings auch der legendäre Sportwagenbauer aus Zuffenhausen nicht nach Frankfurt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg will das umstrittene Emirat Katar, das auch ein Großinvestor von VW ist, als strategischer Investor bei Porsche einsteigen.

Katar will bei Porsche einsteigen - Emirat steht aktuell wegen bevorstehender WM in der Kritik

Der VW-Konzern strebt bereits seit einiger Zeit einen Börsengang der wertvollsten Konzern-Tochter an. Die Familien Porsche und Piëch wollen über ihre im Dax notierte Automobil-Holding Porsche SE, die als VW-Dachgesellschaft fungiert, direkten Zugriff auf den Sportwagenbauer mit dem Familiennamen bekommen. Eine Sperrminorität der Porsche-Stammaktien von gut 25 Prozent würde an die PSE gehen, bei der die Porsches und Piëchs das Sagen haben. Im März 2022 hieß es, die Porsche SE lote die Finanzierung für den Börsengang von Porsche aus. Laut dem Bloomberg-Bericht hat sich nun auch der VW-Großaktionär Qatar Investment Authority für eine Beteilung entschieden.

Die Investment-Sparte Qatar Holding des Staatsfonds Qatar Investment Authority ist an mehreren wichtigen Unternehmen der europäischen Wirtschaft beteiligt. Dazu zählen neben 17 Prozent der Stammaktien an Volkswagen auch Beteiligungen an der Deutschen Bank, Siemens und der Credit Suisse Group mit Sitz in Zürich. Zudem ist die Qatar Holding seit August 2021 Eigentümer des Fußballvereins Paris Saint-Germain. Auch eine Beteiligung an der Porsche SE hielt die Qatar Holding von 2009 bis 2013.

In der Kritik steht der Staatsfonds und das gesamte Emirat Katar zum einen aufgrund der menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse - auch in Bezug auf die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Zudem wird katarischen Privatpersonen vorgeworfen, Millionen von Dollar in terroristische Vereinigungen wie den Islamischen Staat, die Al-Qadia oder die Hisbollah investiert zu haben.

Einstieg der Qatar Holding bei Porsche sorgt für Unmut - „hoffentlich nicht“

Dass sich die Qatar Investment Authority, beziehungsweise die Investment-Sparte Qatar Holding, am Börsengang des Sportwagenbauers Porsche beteiligen will, stößt in den sozialen Medien auf Unmut. „Katar ist eh schon dick in VW drin“, kommentiert ein User auf Facebook. „Der Ausverkauf geht weiter.“ Auf Facebook finden sich zudem mehrere Nutzer, die die Meldung mit „Hoffentlich nicht“, oder „bitte nicht“ kommentieren. Dem Bloomberg-Bericht zufolge, der sich auf Insider beruft, steht die Entscheidung des VW-Großaktionärs allerdings bereits fest.

Neben der Qatar Holding sollen bis Ende August weitere Staatsfonds als Investoren für den Börsengang von Porsche an Land gezogen werden. Sogenannte Ankerinvestoren, Aktionäre, die langfristig einen Einfluss auf ein bestimmtes Unternehmen ausüben wollen, könnten über fünf Prozent des Stuttgarter Sportwagenbauers erhalten. Wie Bloomberg weiter berichtet, seien auch die Staatsfonds Mubadala und ADQ (Abu Dhabi) und Investoren aus Saudi-Arabien interessiert. Zudem sollen Berater des VW-Konzerns bereits Kontakt zu Fonds in Maylasia, Kanada und zum norwegischen Staatsfonds aufgenommen haben. Der Börsengang von Porsche ist derzeit für das vierte Quartal 2022 vorgesehen.

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