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Taycan-Boom überrascht selbst den Porsche-Boss - „mehr als wir erwartet hatten“

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Von: Julian Baumann

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Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, steht auf der Weltpremiere vor dem Porsche Taycan.
Der Erfolg des vollelektrischen Sportwagens Taycan überrascht sogar Porsche-Chef Oliver Blume. © Patrick Pleul/dpa

Die Porsche AG stellte vor zwei Jahren den vollelektrischen Sportwagen Taycan vor. Von dem Erfolg des Modells ist sogar CEO Oliver Blume überrascht.

Stuttgart - Die Porsche AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart ist weltweit für ihre leistungsstarken Sportwagen und die großen SUVs wie dem Cayenne bekannt. Vor zwei Jahren präsentierte Porsche den ersten vollelektrischen Sportwagen des Unternehmens. Der Taycan wurde schnell zum Erfolg und innerhalb Europas noch vor dem 911 zum meistverkauften Porsche-Modell. Dass der Taycan, von dem es inzwischen mehrere verschiedene Modellvarianten gibt, tatsächlich so stark nachgefragt wird, hat sogar die Porsche AG selbst nicht erwartet.

Im Interview mit der Leipziger Volkszeitung zeigte sich Oliver Blume, Chef der Porsche AG, von dem Erfolg des vollelektrischen Taycan überrascht. Obwohl die Marke Porsche unter Auto- und Sportwagenfans Kultstatus genießt, scheinen viele Taycan-Kunden das E-Auto nicht deshalb gekauft zu haben. Laut Blume hätten rund die Hälfte der Taycan-Käufer zuvor noch keinen Porsche gefahren.

Porsche AG: Erfolg des Taycan bestätigt E-Auto-Strategie - „der Trend ist eindeutig“

Für einen Autobauer wie die Porsche AG, die seit jeher Fahrzeuge mit besonders starken Motoren, einer hohen PS-Zahl und Höchstgeschwindigkeiten baut, war der Schritt zum ersten E-Auto wohl auch ein Risiko. Der Autobauer Lamborghini, der wie Porsche zum VW-Konzern gehört, geht beim ersten E-Auto einen vorsichtigeren Schritt. Das erste batteriebetriebene Modell der Italiener soll ein Crossover werden, damit in anderen Segmenten zunächst weiterhin die Sportwagen-Enthusiasten angesprochen werden. Der Erfolg des Porsche Taycan zeigt jedoch, dass die Entscheidung der Stuttgarter richtig war.

Porsche hat mit dem elektrischen Taycan einen vollen Erfolg gelandet.
Porsche landete mit dem Taycan einen Volltreffer. Innerhalb Europas wurde das Modell noch häufiger verkauft, als der ikonische 911. © Justus Menke/Unsplash

Laut Porsche-Chef Oliver Blume überwiegt der Anteil reiner E-Sportwagen schon jetzt den der Hybrid-Fahrzeuge. „Der Trend ist eindeutig“, sagte er der Leipziger Volkszeitung. „Das belegen die Verkaufszahlen des vollelektrischen Taycan: Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir sie auf 40.000 verdoppeln.“ Dabei erreichte Porsche bereits im Vorjahr mit dem Taycan einen E-Auto-Meilenstein. „Die Bereitschaft vieler Kunden ist groß, Elektrofahrzeuge zu besitzen“, erklärte Blume. Rund die Hälfte der Taycan-Kunden hätten zuvor noch keinen Porsche gefahren. „Das ist mehr, als wir erwartet hatten.“

Porsche AG hat ein Ende der Verbrenner-Produktion noch nicht festgelegt

Dass es für die Porsche AG nicht ganz einfach war, einen elektrischen Sportwagen zu bauen, der die Erwartungen der Porsche-Fans erfüllt, bestätigte auch Oliver Blume. „Wir müssen unsere Tradition mit der Zukunft verbinden, um glaubwürdig zu bleiben“, sagte der Porsche-Chef. „Beim Taycan ist uns das absolut gelungen. Sein Erfolg zeigt, dass wir den Zeitgeist getroffen haben.“ Dennoch wollen die Stuttgarter nicht alle Modelle elektrifizieren, der ikonische Porsche 911 soll ein Verbrenner bleiben. „Ich bin auch nicht so sicher [...], dass Verbrenner überall auf der Welt aussterben werden“, sagte Blume.

Im Gegensatz zu der Mercedes-Benz AG, die ab 2030 nur noch E-Autos produzieren will, hat sich die Porsche AG noch nicht auf ein Verbrenner-Ende festgelegt. „Wir haben uns bewusst entschieden, kein Datum festzulegen“, sagte Oliver Blume. „Wir haben eine klare Strategie in Richtung Elektromobilität, machen uns aber zusätzlich Gedanken darüber, wie die heutigen und in den nächsten Jahren produzierten Verbrenner potenziell nahezu CO2-neutral bewegt werden können.“ Deshalb forscht Porsche an einem synthetischen Kraftstoff, der den Verbrenner retten soll.

Insgesamt steht aber auch bei der Porsche AG die E-Mobilität im Fokus und bei der Transformation macht das Unternehmen große Fortschritte. „Wir kommen schneller voran als geplant“, erklärte Oliver Blume der Leipziger Volkszeitung. Im vergangenen Jahr habe Porsche mehr als 300.000 Fahrzeuge ausgeliefert. „In Europa waren bereits rund 40 Prozent davon elektrifiziert – als Hybrid oder vollelektrisch.“

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