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Porsche will eines der größten Ärgernisse beim E-Auto abschaffen

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Von: Valentin Betz

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Ein Modell des Taycan Turbo S (Symbolbild)
Porsche will elektrischen Modellen einen Verbrennersound verpassen. © Porsche AG

Die Entwicklung von E-Autos bringt viele Veränderungen mit sich. Eine passt Sportwagenhersteller Porsche gar nicht: Die Motoren sind geräuschlos - noch.

Stuttgart - E-Autos sind in vielfacher Hinsicht anders als Verbrenner. Allein durch den wegfallenden Motor ergeben sich Veränderungen und Möglichkeiten. Der Kühlergrill hat bei E-Autos keine Funktion mehr. Dank der meist am Boden sitzenden Batterie gibt es plötzlich nicht nur einen Kofferraum, sondern auch Stauraum in der Front.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 26.11.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Nicht alle Neuerungen stoßen allerdings bei den Fahrzeugherstellern auf Gegenliebe. Eine vermeintliche Kleinigkeit, die Otto Normalverbraucher wahrscheinlich freut, sorgt zum Beispiel beim Sportwagenhersteller Porsche für Schweißausbrüche: E-Autos sind praktisch geräuschlos. Die Krux: Viele Fans lieben die Flitzer der Zuffenhausener für ihren Sound der Verbrennermotoren. Nachdem Porsche den Verbrenner beerdigt hat, stellt das den Sportwagenhersteller vor ein Dilemma - für das der Konzern aus Stuttgart aber wohl eine Lösung gefunden hat.

Patent für E-Autos: Porsche hat Idee für Geräuschkulisse künftiger Modelle

Angesichts der Bedeutung des Fahrgefühls und der Geräuschkulisse mutet es nicht als Übertreibung an, wenn Porsche-CEO Oliver Blume die E-Auto-Strategie als „riskanteste Entscheidung, die wir je getroffen haben“ tituliert. Es braucht nicht viel Fantasie, um unter den eingefleischten Porsche-Fans einige auszumachen, die dem Sportwagenhersteller ohne Motorensound den Rücken kehren. Deshalb war für Porsche lange klar, den 911er vorerst nicht zum E-Auto zu machen.

Wie das Teslamag berichtet, hat der Sportwagenhersteller aber auch für andere elektrische Modelle eine Lösung für die passenden Geräusche gefunden. Der Konzern hat wohl bereits im vergangenen Jahr ein Patent mit dem Titel „Geräuschsimulator für ein Kraftfahrzeug“ angemeldet. Darin bezeichnet Porsche die Geräuschkulisse von E-Autos als „unemotional“.

Die vorgeschriebenen akustischen Fußgänger-Warnsysteme bewertet der Konzern als „in ihrer Lautstärke und Klangqualität beschränkt“. Die Lösung: Ein Fake-Auspuff für E-Autos, der das Porsche-typische Sounderlebnis ermöglichen soll. „Mit klarem Statement zum E-Antrieb und doch unüberhörbar ein echter Porsche“, schreibt der Autobauer in einer Pressemitteilung. Mit dem „Electric Sport Sound“-Simulator von Porsche könnten E-Auto-Besitzer demnach auch andere Modelle wie einen „echten Porsche“ klingen lassen, wie die Kreiszeitung* berichtet.

Auspuff für E-Autos: Porsche will elektrischen Modellen Verbrennersound verpassen

Der im Patent erklärte Geräuschsimulator soll Motorengeräusche bei E-Autos von Porsche „sowohl nach innen als auch nach außen leiten“. Das Gerät soll am Heck der Sportwagen befestigt werden - mit einem Schall-Auslass, der die konventionelle Form eines Auspuff-Endrohres hat.

Eine ähnliche Technologie hat Porsche bereits bei seinem ersten vollelektrischen Modell, dem Taycan, verbaut. Der „Electric Sport Sound“ gibt optional bei höherem Tempo ein summend-grummelndes Geräusch von sich, schreibt Teslamag. Ob neue E-Modelle von Porsche in Zukunft wirklich mit Geräuschsimulator und Fake-Auspuff auf den Markt kommen, ist derzeit aber noch unklar. Ein angemeldetes Patent heißt noch nicht, dass die Technik es auch wirklich in Serie schafft. Angesichts der Tatsache, dass in der Beschreibung auch ein Vibrationserzeuger und Rohre zur Simulation einzelner Zylinder erwähnt werden, scheint es Porsche damit aber durchaus ernst zu meinen. *Kreiszeitung ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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