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Das neue Porsche-Zentrum in Stuttgart ist weit mehr als nur eine Niederlassung

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Von: Julian Baumann

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Außenfassade des Porsche-Zentrums am Pragsattel (Stuttgart)
Das Porsche-Zentrum am Pragsattel feiert seine offizielle Eröffnung am 29. September. © Julian Baumann/BW24

Von Zuffenhausen an den Pragsattel: Autohersteller Porsche hat im Norden Stuttgarts ein neues Zentrum errichtet, das deutlich mehr ist als nur eine Niederlassung.

Stuttgart - Die Marke Porsche wird gemeinhin mit einer hohen Qualität, einem gewissen Luxus und hochleistungsfähigen Sportwagen und SUVs assoziiert. Bislang war allerdings auch ein bestimmter Stadtteil der Landeshauptstadt Stuttgart mit dem legendären Autobauer verknüpft. Das Stammwerk und auch das beliebte Porsche-Museum werden auch weiterhin in Zuffenhausen bleiben, die Hauptniederlassung, das Porsche-Zentrum „Destination Porsche“ ist inzwischen aber offiziell an den Pragsattel im Stuttgart Norden gezogen. Direkt neben der riesigen Niederlassung der Mercedes-Benz Bank, die inzwischen aber mehr als deutlich vom noch nicht ganz fertigen Porsche-Design Tower überragt wird.

Das U-Bahn-Schild „Pragsattel“ in Stuttgart. Im Hintergrund die Mercedes-Benz Bank (links) und der Porsche Design Tower (rechts).
Am Pragsattel im Stuttgarter Norden überragt der noch nicht ganz fertige Porsche Design Tower inzwischen alle anderen Gebäude. © Julian Baumann/BW24

Statt am Porscheplatz in Zuffenhausen, befindet sich das neue Porsche-Zentrum nun am Siemensplatz in Stuttgart-Nord und liegt nach einer Bauzeit von über 2,5 Jahren in seiner finalen Ausbaustufe. Bei einem Presserundgang sechs Tage vor der offiziellen Eröffnung, bei dem auch BW24 vor Ort war, sind zwar vereinzelt noch kleinere Arbeiten zu sehen, diese sind aber nur noch rudimentär. „Wie das halt bei Bauprojekten so ist“, sagte Alexander Pollich, Geschäftsführer von Porsche Deutschland bei dem Rundgang. „Ein Jahr nach der Eröffnung ist man dann fertig.“ Was man aber bereits jetzt mehr als deutlich sieht, ist die Detailverliebtheit, die den typischen Porsche-Flair atmet und auch die gemütliche Atmosphäre, die den Verantwortlichen ein besonderes Anliegen war.

Porsche Zentrum Stuttgart: Parkservice, Wartelounge und riesige Werkstatt

Wenn Kunden an der Zufahrt zum neuen Porsche-Zentrum am Pragsattel vorfahren, was auch bereits zum aktuellen Zeitpunkt möglich ist, übernimmt ein Mitarbeiter die Schlüssel und parkt das Fahrzeug in einer Parkgarage. Auf dem Vorplatz des Porsche-Zentrums sind zudem vier Schnellladesäulen für E-Autos zu finden, an denen zum Zeitpunkt der Presseführung zwei Modelle des erfolgreichen vollelektrischen Sportwagens Taycan Strom tankten. „Die E-Mobilität ist die Zukunft der Marke Porsche“, machte auch Alexander Pollich deutlich. Wenn die Kunden das Gebäude, dessen Design von dem der Sportwagen inspiriert ist, betreten, werden sie von einem Empfangsmitarbeiter, Host genannt, begrüßt und zum Porscheplatz geleitet.

Dieser Porscheplatz ist nicht mehr der wirkliche Porscheplatz in Zuffenhausen, sondern ein gemütlich eingerichteter Sitzbereich inklusive Bar, an dem die Kunden während der Wartezeit sowohl mit Kalt- als auch mit Heißgetränken versorgt werden. Das Herzstück des Porsche-Zentrums macht im Eingangsbereich allerdings die sogenannte „Racinglinie“ aus, in der verschiedene Porsche-Modelle in einer Startaufstellung aufgestellt sind. Zur Linken des Eingangs wird zudem das „Highlight-Modell“ ausgestellt, aktuell natürlich im Rahmen der E-Auto-Transformation der Porsche Taycan.

Porsche-Modelle auf der „Racingline“ im Porsche-Zentrum am Pragsattel.
Im Porsche-Zentrum am Pragsattel sind mehrere Modelle in einer Startaufstellung ausgestellt. © Julian Baumann/BW24

Der Hauptraum des Porsche-Zentrums am Pragsattel ist in verschiedene thematische Module unterteilt, von einem für die E-Mobilität bis hin zu den beliebten Klassikmodellen. In sechs Büros können sich die Kunden beraten lassen, obwohl die Beratungen selbst nicht in den Büros stattfindet, sondern im offenen Raum. Ein ganz besonders wichtiges Element des neuen Porsche-Zentrums ist neben der Kundenberatung auch die Reparaturmöglichkeit für Porsche-Kunden. Ausgestattet mit 27 Hebebühnen, kann in der großen Werkstatt mit einer Fläche von 3.500 Quadratmetern gleich an mehreren Modellen zeitgleich gearbeitet werden. „Wir haben hier auch die Möglichkeit, Super-Sportwagen zu reparieren“, erklärte Ralph Müller, CEO der Porsche-Niederlassung Stuttgart.

Porsche Zentrum Stuttgart mit Nachfrage zufrieden - Kunden wollen sich noch letzte Verbrenner sichern

Obwohl das neue Porsche-Zentrum „Destination Porsche“ offiziell erst am 29. September seine Eröffnung feiert, können Kunden die Dienste des Zentrums bereits seit einigen Wochen in Anspruch nehmen. Am Standort sei man mit den bisherigen Kundennachfragen sehr zufrieden, sagte Ralph Müller. „Die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen ist wirklich stabil“, erklärte er. „Die Sorgen, dass uns die Kunden wegbleiben, haben wir weder im Service noch im Fahrzeugverkauf.“ Porsche Deutschland-Chef Pollich ergänzte, dass die Fahrzeugverkäufe im ersten Halbjahr deutschlandweit fünf Prozent über dem Wert des Vorjahres lagen.

Zwei Modelle des vollelektrischen Taycan laden vor dem Porsche-Zentrum am Pragsattel an Schnellladestationen.
Die Zukunft von Porsche ist elektrisch. Die Kunden interessieren sich aber auch für synthetische Kraftstoffe. © Julian Baumann/BW24

„Der 911er und auch der 718er erfreut sich einer hohen Nachfrage, man merkt wirklich, dass sich die Leute nach der Pandemie etwas gönnen wollen und natürlich auch die letzten Verbrenner sichern wollen“, sagte Alexander Pollich. „Das merkt man schon, dass die Leute sagen ‚ja, alles wird elektrisch wunderbar, aber wir wollen nochmal the real thing haben‘, das merkt man eindeutig.“ Auch in Bezug auf die E-Fuels, synthetische Kraftstoffe an denen Porsche seit langem forscht, seien die Kunden sehr interessiert. „Man kann nicht immer nur auf die Neufahrzeuge schauen, man muss auch auf die Bestandsflotte schauen und da spielen die E-Fuels aus meiner Sicht eine große Rolle.“

Porsche in Stuttgart: „Uns ist es wichtig, dass wir als Teil der Region wahrgenommen werden“

Mit dem Porsche-Zentrum am Stuttgarter Pragsattel rückt die legendäre Sportwagenmarke noch weiter ans Stuttgarter Zentrum, bleibt durch die Lage aber auch in kurzer Reichweite zum Hauptwerk in Zuffenhausen. „Uns ist es wichtig, dass wir als Teil der Region wahrgenommen werden“, sagte Ralph Müller auf BW24-Nachfrage zum kulturellen Beitrag des Zentrums für die Landeshauptstadt. Dies sei auch das Motto für die Eröffnungsveranstaltung am 29. September. Künftig werde Porsche noch mehr Wert auf Kooperationen mit verschiedenen Organisationen legen. „Destination Porsche sagt ja, Bestimmungs- und Zielort und das wollen wir hier definitiv sein“, so Müller weiter. „Wir freuen uns auch, wenn die Kunden mal so auf einen Kaffee vorbeikommen und dass wir gemeinsam die Porsche-Familie feiern.“

Die Marke Porsche und das neue Zentrum am Pragsattel sollen eben auch am 29. September gefeiert werden. „Wir laden circa 400 Kunden ein“, sagte Ralph Müller. „Im Mittelpunkt steht natürlich die Inszenierung des Gebäudes.“ Genaueres wollten die Verantwortlichen noch nicht preisgeben, man freue sich aber auf die Kunden und werde einen festlichen Rahmen für die Veranstaltung schaffen. Nach dem Neubau des Porsche-Zentrums in Dortmund ist das Gebäude in Stuttgart das zweite mit einer neuartigen Architektur, aber die erste Porsche-Niederlassung in diesem Stil. Als Werksniederlassung bezeichnet sich das Porsche-Zentrum am Pragsattel nämlich weiterhin, auch wenn es rund vier Kilometer von Zuffenhausen entfernt liegt.

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