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Porsche Taycan mit deutlichem Auslieferungs-Minus - „Auftragsbestand ungebrochen groß“

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Von: Julian Baumann

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Ein grüner Porsche Taycan Turbo S Cross Turismo fährt auf einer Straße.
Die Nachfrage nach dem elektrischen Porsche Taycan ist groß. Lieferengpässe und Teilemangel bereiten bei der Auslieferung aber Probleme. © Andreas Koslowski/Porsche

Porsche hat bei den Auslieferungen in den ersten neun Monaten des Jahres ein leichtes Plus erzielt. Vom elektrischen Taycan lieferten die Stuttgarter im Vergleich zum Vorjahr aber deutlich weniger aus.

Stuttgart - Die weltweite Autoindustrie hat weiterhin mit mehreren Problemen zu kämpfen. Die seit vielen Monaten anhaltende Chipkrise soll laut einer Berechnung noch bis mindestens 2025 andauern und auch die Lieferprobleme im Zuge des Ukraine-Kriegs bremsen die Autoproduktion. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche konnte laut einer Mitteilung den weltweiten Autoabsatz in den ersten neun Monaten des Jahres dennoch leicht steigern und lieferte 221.512 Fahrzeuge aus. Die Spitzenreiter waren dabei allerdings keine Sportwagen, sondern die beiden SUV-Modelle von Porsche.

In diesem Jahr feiert der Porsche Cayenne, mit dem die Stuttgarter ihre zuvor nur auf Sportwagen bestehende Produktpalette erstmals um einen SUV erweiterten, sein 20-jähriges Jubiläum. Laut der Mitteilung ist der Cayenne, dessen Hauptmarkt die USA ist, weiterhin das gefragteste Porsche-Modell. Der vollelektrische Sportwagen Taycan, mit dem Porsche überaus erfolgreich ins E-Auto-Zeitalter startete, machte in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 bei den Auslieferungen dagegen das Schlusslicht aus.

Porsche steigert Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr - „Begehrlichkeit auf allen Kontinenten hoch“

Volle Auftragsbücher, aber Probleme bei der Auslieferung, machen aktuell nahezu allen namhaften Autoherstellern Probleme. Kunden von Mercedes, Porsche oder auch Tesla mussten mitunter mehrere Monate auf die Auslieferung ihrer Modelle warten. Dass Porsche in den ersten neun Monaten im direkten Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwei Prozent zulegen konnte, ist deshalb nicht selbstverständlich. „In den ersten neun Monaten des Jahres konnten wir trotz einiger Herausforderungen die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr steigern“, sagte Detlev von Platen, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Porsche. „Die Begehrlichkeit von Porsche als moderner Luxusmarke sowie unserer Produkte ist auf allen Kontinenten hoch.“

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Bei den gefragtesten Modellen der legendären Marke zeigt sich allerdings ein eindeutiges Bild. Demnach steht der Cayenne mit 66.769 Auslieferungen auf Platz eins, das kleinere Porsche-SUV Macan folgt mit 59.604 Auslieferungen auf Platz zwei. Die Sportwagen-Ikone Porsche 911 erfreut sich weiterhin wachsender Beliebtheit und wurde in den vergangenen neun Monaten insgesamt 30.611 Mal ausgeliefert. „Der 911er und auch der 718er erfreuen sich einer hohen Nachfrage, man merkt wirklich, dass sich die Leute nach der Pandemie etwas gönnen wollen und natürlich auch die letzten Verbrenner sichern wollen“, hatte Porsche Deutschland-Chef Alexander Pollich bei einem Presserundgang in der neuen Porsche-Niederlassung am Stuttgarter Pragsattel erklärt.

Der vollelektrische Porsche Taycan machte in den Monaten zwischen Januar und September 2022 bei den Auslieferungen noch hinter dem Porsche Panamera (25.452 Auslieferungen) das Schlusslicht aus. Kritiker könnten nun behaupten, dass die Kunden nach wie vor eher an den Verbrenner-Modellen von Porsche, statt an dem Elektro-Sportwagen interessiert sind. Der Grund, warum Porsche von dem eigentlich sehr beliebten E-Auto im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ganze zwölf Prozent weniger ausliefern konnte, ist jedoch auf die unterbrochenen Lieferketten und die anhaltende Chipkrise zurückzuführen. „Beides betrifft den Elektrosportwagen in besonderem Maße“, schreibt Porsche. „Der Auftragsbestand des Taycan ist ungebrochen groß.“

Porsche geht mit „positiver Entschlossenheit“ in den Jahresendspurt

Laut der Mitteilung legte Porsche in Europa und besonders auf dem Heimmarkt in Deutschland bei den Auslieferungen am deutlichsten zu. In Europa, Deutschland ausgenommen, konnten zwischen Januar und September 42.204 Fahrzeuge ausgeliefert werden, was einem Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht - in Deutschland betrug das Plus mit 20.850 Fahrzeugen neun Prozent. Auf dem größten Einzelmarkt, der auch insgesamt der größte Automarkt der Welt ist, konnte Porsche zwar deutlich an Boden gewinnen, die Auslieferungen lagen in China aber immer noch ganz knapp (1 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Dem chinesischen Markt machten die strikten Corona-Lockdowns und der Chipmangel besonders zu schaffen, inzwischen erholt sich Chinas Automarkt jedoch wieder.

Während Mercedes-Benz im dritten Quartal zwar deutlich mehr Autos verkaufen konnte, im Gesamtjahr aber noch immer unter dem Wert des Vorjahres liegt, konnte Porsche die Auslieferungen sogar im direkten Vergleich zum Vorjahr steigern. Dass die Probleme noch nicht überstanden sind, weiß man aber auch in Zuffenhausen. Uns „beschäftigen weiterhin Einschränkungen bei der Belieferung mit Bauteilen, die sich auf die Wartezeiten der Kunden auswirken“, sagte Detlev von Platen. Der Endspurt des vierten Quartals habe begonnen und man müsse wachsam bleiben, was die externen Einflüsse anbelangt. „Zugleich gehen wir die verbleibenden drei Monate des Jahres mit positiver Entschlossenheit und Elan an.“

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