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„Mache mir große Sorgen“: Neuwagen könnten laut Insider bald unbezahlbar werden

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Von: Nadja Pohr

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Neuwagen von Peugeot stehen in einer Reihe an einem Autohaus in Köln.
Der Automarkt ist von vielen Krisen geprägt. Auswirkungen hat das vor allem auf den Verkauf von Neuwagen. © Christoph Hardt/IMAGO

Stellantis-Chef Carlos Tavares warnt vor den Auswirkungen der Krisen auf dem Automarkt. Er prognostiziert, dass Neuwagen bald nicht mehr bezahlbar seien.

Stuttgart - Autohersteller auf der ganzen Welt haben in den vergangenen Jahren immer wieder mit Krisen zu kämpfen gehabt. Erst litten sie unter der Corona-Pandemie, dann folgte der Chipmangel und aktuell leidet auch die Automobilbranche unter den Folgen des Ukraine-Kriegs. Vor allem die Kunden der Hersteller wie Mercedes-Benz, VW und Co. bekommen die Konsequenzen zu spüren.

Die Herstellung von Neuwagen war durch die jüngsten Krisen besonders betroffen und beeinträchtigt. Mercedes sprach aufgrund des Chipmangels sogar einen Bestellstopp für das meistverkaufte Modell, die E-Klasse, aus. Nun warnt Carlos Tavares, Chef des Autokonzerns Stellantis, vor den Auswirkungen der Automarkt-Krisen auf die Kunden, denn Neuwagen könnten seiner Einschätzung nach bald unbezahlbar werden.

Carlos Tavares bei einer Pressekonferenz
Stellantis-Chef Carlos Tavares macht sich Sorgen um den Automarkt. Er glaubt, dass Neuwagen bald unbezahlbar für Kunden seien. © Vincent Isore/IMAGO

Stellantis-Chef Carlos Tavares macht sich „große Sorgen um Bezahlbarkeit von Autos“

Carlos Tavares, Gesamtchef etlicher Automarken wie Citroen, Peugeot, Opel, Fiat oder Alfa Romeo, nannte in einer Video-Konferenz zahlreiche Gründe, warum Autos bald teurer werden. „Ich mache mir große Sorgen um die Bezahlbarkeit von Autos“, sagt er. Denn neben der Chipkrise spielen weitere Faktoren eine erhebliche Rolle bei der Preisgestaltung. Zum Beispiel, dass bei den Händlern weniger Autos stehen. „Was lange ein Käufer-Markt war, wird zum Verkäufer-Markt“, so Tavares. Dadurch würden auch keine großen Rabatte mehr auf die Fahrzeuge gegeben.

Ebenso sind steigende Stahlpreise und der Kostenanstieg bei anderen Rohstoffen ein Aspekt, der sich am Ende im Preis des Neuwagens beim Endverbraucher bemerkbar macht. Deshalb bereitet der Krieg in der Ukraine der Autoindustrie zusätzlich große Sorgen. Der Stellantis-Chef warnte darüber hinaus auch vor dem E-Auto-Boom: Die Beträge für die Produktion eines E-Autos sind durchschnittlich höher als für die eines herkömmlich angetriebenen Pkw. Um die Kosten dabei niedrig zu halten, plant der Stellantis-Chef auch die Zulieferer in die Pflicht zunehmen.*

Stellantis-Chef äußert gravierende Befürchtung: Der Mittelklasse wird es „nicht mehr möglich sein, Neuwagen zu kaufen“

Carlos Tavares rät den Autoherstellern der Welt, dringend einen Weg zu finden, um die Kosten zu senken. Nur so könne das Fortbewegungsmittel auch in Zukunft für jeden bezahlbar bleiben. Sollte dies jedoch nicht passieren, „wird es der Mittelklasse nicht mehr möglich sein, Neuwagen zu kaufen“, warnt Tavares.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 8. März 2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

Durch die Krisen auf dem Automarkt leidet auch die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Mercedes erhöhte den Preis der G-Klasse deutlich und begründetet dies mit der steigenden Inflation, die „vom Kunden getragen werden müsse“. Um 8.000 Arbeitsplätze zu sichern, investierte Bosch hingegen eine Viertelmillion Euro in einen wichtigen Standort. Dort produziert das Unternehmen aus Baden-Württemberg eigene Chips. *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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