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Kosten für Mietwagen auf Rekord-Hoch - „Dagegen verblasst der Anstieg der Spritpreise“

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Von: Julian Baumann

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Ein Auto fährt auf einer Straße in Richtung Sonnenuntergang
Die Mietpreise für Autos sind erneut deutlich gestiegen und liegen in diesem Jahr höher, als jemals zuvor (Symbolbild). © ADAC Autovermietung

Die Osterfeiertage stehen an, doch wer sich für einen Ausflug ein Auto mieten will, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise sind erneut deutlich gestiegen.

Stuttgart - Autovermieter wie das Unternehmen Sixt mit Hauptsitz in Pullach bei München bieten inzwischen in vielen europäischen und auch außereuropäischen Ländern Mietwagen an. Wer sich für einen Ausflug an den anstehenden Osterfeiertagen ein Modell von Mercedes-Benz, BMW oder anderen Herstellern ausleihen will, muss in diesem Jahr aber erneut deutlich mehr Geld auf den Tisch legen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, sind die Mietpreise für Autos nach einer kurzen Beruhigung im vergangenen Herbst wieder deutlich angestiegen.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich durch den Ukraine-Krieg und die unterbrochenen Lieferketten derzeit in einer schwierigen Lage. Der Benzin- und Dieselpreis ist drastisch gestiegen, was Autofahren aktuell insgesamt sehr teuer macht. Auch die immer beliebter werdenden E-Autos von Herstellern wie Mercedes oder Tesla bieten dabei keine wirkliche Alternative, da auch die Stromkosten immens gestiegen sind. Durch die anhaltende Corona-Krise verfügen die Autovermieter zudem über deutlich weniger Neuwagen, als noch vor der Pandemie. Deshalb steigen auch die Preise im zweiten Jahr in Folge an.

Auto-Mietpreise: Kunden müssen mehr zahlen, Vermieter profitieren deutlich

Im Jahr 2019 war ein Mietauto in manchen Ländern noch für rund sechs Euro pro Tag verfügbar. Im Jahr 2021 lag dieser Preis in vielen Regionen bereits bei der dreifachen Summe und kletterte immer weiter. Für die anstehenden Osterfeiertage werden aber Mietpreise erwartet, die höher liegen als jemals zuvor, berichtet die Wirtschaftswoche. Laut den deutschen Mietportalen billiger-mietwagen.de und Sunny Cars sind die Preise pro Tag nochmals gestiegen. Während die Kunden demnach deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, freut dieser Anstieg die Autovermieter. „Dagegen verblasst der Anstieg der Spritpreise und erst recht die allgemeine Inflationsrate“, sagte ein Manager eines Autovermieters.

Die Statistik von billiger-mietwagen.de zeigt in den europäischen Großstädten eine sehr unterschiedliche Preisgestaltung:

StadtMietpreis 2019 (pro Tag)Mietpreis 2021 (pro Tag)Mietpreis 2022 (pro Tag)
Stuttgart35,20 Euro43,40 Euro47,28 Euro
Berlin41,62 Euro49,13 Euro56,44 Euro
Wien38,30 Euro46,52 Euro59,90 Euro
London33,64 Euro47,70 Euro63,52 Euro
Rom30,22 Euro18,69 Euro57,73 Euro

(Quelle: billiger-mietwagen.de/Wirtschaftswoche)

Obwohl Stuttgart deutschlandweit für sehr hohe Wohnungsmietpreise berüchtigt ist, ist die Automiete in der Schwabenhauptstadt trotz Preisanstieg noch immer günstiger als beispielsweise in Berlin. Ein besonders deutlicher Einschnitt lässt sich in der italienischen Hauptstadt Rom feststellen. Dort sank der Automietpreis zwischen 2019 und 2021 deutlich ab, stieg in diesem Jahr aber wieder um das Dreifache an. Für diese Preisexplosion ist laut der Wirtschaftswoche der im Vergleich zu 2021 deutliche Mangel an Mietwagen verantwortlich.

Corona-Pandemie und Lockdown prägen Preispolitik der Autohersteller

Zu Beginn des ersten Corona-Jahrs 2020 hatten die großen Autovermieter ihr Fahrzeugportfolio deutlich aufgestockt. Durch die Lockdowns und das immer weiter verschärfte Reiseverbot blieben sie aber zunehmend auf den Fahrzeugen sitzen. Um das stark beeinträchtigte Geschäft zu retten, verkauften Sixt, Hertz und Co. im Sommer 2020 rund 70 Prozent ihres Fuhrparks wieder und versuchten möglichst schnell, auch die laufenden Bestellungen bei den Autohändlern loszuwerden. Als das Reisen im vergangenen Sommer wieder möglich war, hatten die Autovermieter demnach nicht mehr genug Autos auf Lager. Dieses Problem setzt sich bis heute fort.

Auch die Autohersteller steckten durch die Corona-Pandemie in der Krise und konnten deutlich weniger Fahrzeuge bauen. Deshalb gab es im Jahr 2021 bei Sixt auch keine Modelle von Mercedes. Die Autobauer überdachten die Strategie und versuchten, ihre Modelle direkt an Firmenkunden zu verkaufen. In diesem Fall konnten sie den Listenpreis für die Neuwagen verlangen, statt den Autovermietern einen Rabatt von bis zu einem Drittel anbieten zu müssen. „Wenn wir derzeit Autos wollen, müssen wir auch mehr oder weniger Liste zahlen“, so ein Manager der Vermieterbranche.

Wer für das verlängerte Osterwochenende oder auch für die nicht mehr allzu weit entfernten Sommermonate ein Mietauto sucht, sollte sich demnach im Vorfeld über die Mietpreise am Urlaubsort informieren. In Miami (91,46 Euro) und New York (79,64 Euro) ist die Automiete in diesem Jahr beispielsweise besonders teuer. In Faro (Portugal) ist der Preis im Vergleich zu den Vorjahren zwar auch deutlich gestiegen, liegt mit 40,64 Euro aber noch immer nur bei der Hälfte der US-Metropolen.

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