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Mercedes-Benz macht Ernst: Finales Modell mit Verbrennungsmotor soll 2023 auf den Markt kommen

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Von: Julian Baumann

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Ein Mercedes-Benz E 400 d 4MATIC Coupé fährt auf einer Straße.
Die neue Generation der Mercedes-E-Klasse wird laut dem Entwicklungschef das letzte Modell auf einer Verbrenner-Architektur sein. © Mercedes-Benz AG - Global Communication

Mercedes-Benz macht Ernst: Laut Entwicklungschef Markus Schäfer ist die kommende E-Klasse das finale Modell auf einer Verbrenner-Architektur.

Stuttgart - Der Wandel beim ältesten Autohersteller der Welt ist nach wie vor in vollem Gange. Mercedes-Benz hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, ab 2030, überall dort, wo es die Marktbedingungen zulassen, ausschließlich E-Autos verkaufen zu wollen. Mit dem nun endgültigen Verbrenner-Aus in den EU-Staaten ab 2035 wird die Transformation hin zur Produktion von elektrischen Fahrzeugen wohl insgesamt weiter beschleunigt. Mercedes-Benz hatte erst vor wenigen Wochen die SUV-Version der elektrischen Business-Limousine EQE vorgestellt und damit das angekündigte EQ-Quartett komplettiert.

Die fünf E-Autos von Mercedes-Benz auf Basis der Plattform „EVA2“ (Electric Vehicle Architecture) sind allerdings erst der Anfang. Der Traditionskonzern hatte bereits angekündigt, ab 2025 für jedes Modell eine vollelektrische Version anbieten zu wollen. Während die E-Auto-Produktion hochgefahren wird, kommt die Verbrenner-Produktion auch beim Erfinder des Automobils allmählich zu einem Ende. Gegenüber der Automobilwoche bestätigte Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer, dass die kommende E-Klasse das finale Modell auf einer Verbrenner-Architektur sein wird.

Mercedes-Benz und das Verbrenner-Ende: Finale E-Klasse soll Ende des Jahres vorgestellt werden

Als Mercedes-Benz Mitte Mai die erweiterte Luxus-Strategie des Konzerns vorstellte, wurde neben weiteren Modellen der Baureihe EQ sowie exklusiven Derivaten auch die nächste Generation der E-Klasse angekündigt. „Wir haben im Grunde zwei Varianten: Wir haben die klassische E-Klasse, die es als Verbrenner und als Plug-in-Hybrid geben wird und die wir im nächsten Jahr auf den Markt bringen“, hatte Mercedes-Strategiechefin Carolin Strauß im BW24-Interview erklärt. „Und gleichzeitig kommt jetzt auch der EQE als vollelektrische Variante auf den Markt.“ Wie der Konzern nun bekannt gab, soll die neue und finale Version der beliebten Business-Limousine Ende des Jahres vorgestellt werden und im Frühjahr 2023 auf den Markt kommen.

Die Mercedes-E-Klasse ist eines der bekanntesten Modelle mit dem Stern und wird bereits seit dem Jahr 1993 unter diesem Modellnamen hergestellt. In Albanien ist eine Mercedes-E-Klasse Baujahr 1993 mit über 1,5 Millionen Kilometern auf dem Tacho noch immer im Einsatz. Mit der kommenden Generation schließt Mercedes-Benz dieses Kapitel aber ab. „Nach heutigem Stand ist die E-Klasse mit ihren Derivaten das letzte Modell von Mercedes-Benz, das auf einer reinen Verbrenner-Plattform entsteht“, sagte Entwicklungschef Markus Schäfer der Automobilwoche. „Damit ist das Kapitel dieser Plattform beendet und hat viele Millionen Fahrzeuge getragen.“

Mercedes-Benz setzt auf E-Autos: „Zukunft liegt sicher nicht in zehn verschiedenen Antrieben“

Dass die kommende E-Klasse das letzte Modell auf einer Verbrenner-Architektur sein wird, zeigt, dass Mercedes-Benz bei der Transformation zur E-Mobilität Ernst macht. Da auch die Luxus-Limousine S-Klasse und das Mittelklassemodell C-Klasse auf der Architektur basieren, legt nahe, dass es auch von diesen Modellen keine neuen Fahrzeuggenerationen mehr geben wird. Während der EQS als elektrische S-Klasse und der EQE als elektrische E-Klasse bezeichnet wird, steht eine wirkliche elektrische Mercedes-C-Klasse noch vor der Premiere. Laut Medienberichten soll der EQC als Einstiegsmodell in die EQ-Fahrzeugpalette dienen, von der Technik des Forschungs-Fahrzeugs EQXX profitieren und im Jahr 2024 auf den Markt kommen.

Die angekündigte elektrische C-Klasse wird, wie bereits der EQS und der EQE sowie deren SUV-Versionen, auf einer reinen E-Auto-Architektur basieren. Damit hätte Mercedes-Benz tatsächlich wie angekündigt ab 2025 von jedem Modell eine elektrische Variante auf dem Markt, da die Einstiegsmodelle A- und B-Klasse laut übereinstimmenden Berichten gestrichen werden sollen. „Die Zukunft liegt sicher nicht in zehn verschiedenen Antrieben“, sagte Markus Schäfer und erteilte auch der wasserstoffbasierten Brennstoffzelle eine Absage. „Bei Stückkosten, bei Energieeffizienz und dem benötigten Bauraum für die Tanks sehen wir erhebliche Nachteile.“

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