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Mercedes-Benz senkt Preise für E-Auto-Flaggschiffe EQS und EQE in China deutlich - Absatzzahlen sinken

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Von: Julian Baumann

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Ein Mercedes-Benz EQE bei einer Testfahrt in Frankfurt.
Mercedes-Benz hat die Preise für die elektrischen Leitmodelle EQS und EQE (im Bild) in China deutlich gesenkt. © Mercedes-Benz AG Communications

Die Konkurrenz auf dem chinesischen Automarkt wird immer stärker. Mercedes-Benz hat deshalb die Preise für seine elektrischen Leitmodelle deutlich gesenkt, mit direkten Folgen für die Aktie.

Stuttgart/Peking - Auf dem auch für die deutschen Autokonzerne Mercedes-Benz, BMW und VW wichtigsten Absatzmarkt in China wird die Konkurrenz immer stärker. Jahrzehntelang haben die europäischen und US-amerikanischen Marken den Markt in der Volksrepublik dominiert, durch den E-Auto-Boom drängen aber immer mehr einheimische Unternehmen nach vorne. Weil Autohersteller wie Nio oder BYD ihre E-Autos deutlich günstiger anbieten, als Mercedes-Benz und Co., die Qualität aber immer mehr mithalten kann, entbrennt in China ein regelrechter Preiskampf. Mercedes und BMW sollten deshalb „beunruhigt sein“, sagte ein Experte.

Wie stark die Konkurrenz auf dem Automarkt in China bereits ist, zeigt sich auch am Branchenprimus Tesla. Das Unternehmen von Elon Musk hat die Preise in der Volksrepublik deutlich gesenkt, weswegen die deutschen Traditionskonzerne nachziehen mussten, um nicht abgehängt zu werden. Laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten hat Mercedes-Benz zum einen auf die starke Konkurrenz und zum anderen auf die enttäuschenden Absatzzahlen der beiden elektrischen Leitmodelle EQS und EQE reagiert und die Preise in China drastisch gesenkt. Das wirkte sich aber auch spürbar auf den Aktienwert des Dax-Konzerns aus.

Mercedes-Benz senkt Preise für EQS und EQE in China um durchschnittlich rund 32.000 Euro

Mit der vollelektrischen Luxuslimousine EQS startete der älteste Autokonzern der Welt endgültig ins E-Auto-Zeitalter. Wenig später folgte mit dem EQE, dem elektrischen Pendant zur beliebten E-Klasse, eine weitere elektrische Limousine von Mercedes-Benz. Ausgerechnet auf dem wichtigsten Absatzmarkt ist der Konzern aus Stuttgart mit dem Absatz der beiden Leitmodelle aber offenbar nicht zufrieden, zumal die Konkurrenz auch für die Schwaben immer stärker wird. Man beobachte „dynamische Entwicklungen am Markt kontinuierlich“, erklärte ein Mercedes-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Deshalb habe Mercedes-Benz einige vollelektrische Modelle „am Markt neu positioniert“.

Wie unter anderem Electrive aktuell berichtet, handelt es sich bei diesen vollelektrischen Modellen eben um die beiden Leitmodelle EQS und EQE von Mercedes-Benz. Demnach sind die Listenpreise der beiden E-Limousine in China um umgerechnet rund 32.000 Euro gesunken. Für den EQS müssen Kunden in China nach der Preissenkung, je nach Ausstattung, umgerechnet 113.000 bis 154.000 Euro zahlen. Zuvor lag der Preis rund 30.000 Euro höher. Damit liegen die Preise in China aber noch immer über dem angesetzten Listenpreis in Deutschland, der bei rund 107.000 Euro für das elektrische Mercedes-Flaggschiff beginnt.

Die kleinere elektrische Business-Limousine EQE von Mercedes-Benz wurde in China erst im August eingeführt. Durch die Preissenkungen ist das Modell nun für umgerechnet 64.500 bis 72.500 Euro zu haben und kostete davor zwischen 77.000 und 85.000 Euro - je nach Ausstattung. Durch die Senkung, die am 16. November in Kraft trat, kostet der EQE auf dem chinesischen Markt jetzt in etwa so viel wie auf dem Heimmarkt der Marke (Grundpreis EQE: 70.210 Euro).

„Katastrophale Absatzzahlen“ bei Mercedes-Benz in China: Preissenkungen sollen Abhilfe schaffen

Mit den drastischen Preissenkungen will Mercedes-Benz laut den Berichten zum einen den Absatz in China ankurbeln, reagiert aber auch auf die Vergünstigungen der Konkurrenz. In einer Erklärung zu den neuen Preisen heißt es, dass auch Kunden von der Senkung profitieren sollen, die bereits einen EQS oder EQE gekauft haben. Über autorisierte Mercedes-Händler sollen sie die Kaufdifferenz erstattet bekommen. Nach den Preissenkungen sind die Kosten für das elektrische Flaggschiff EQS von Mercedes-Benz zwar auch in China noch immer relativ hoch, der kleinere EQE liegt damit aber auf einem vergleichbaren Niveau zum China-Modell ET7 von Nio. Der E-Autobauer aus China nimmt aktuell auch Deutschland ins Visier.

Mercedes-Benz hatte in diesem Jahr insgesamt mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen, trotzte diesen aber mit hohen Verkaufspreisen. Dadurch konnte Mercedes-Benz den Konzerngewinn im dritten Quartal verdoppeln. In China geht diese Strategie aber offenbar nicht auf. Wallstreet Online spricht bereits von „katastrophalen Absatzzahlen“ bei Mercedes-Benz in China, die durch die Preissenkungen auf dem größten Automarkt wieder angekurbelt werden sollen. Von den Preissenkungen sind die Aktionäre der Autokonzerne aber offenbar nicht begeistert. Die Mercedes-Aktie sackte um 6,2 Prozent ab, berichtet die dpa, gefolgt von Volkswagen und BMW mit Abgaben von bis zu 4,2 Prozent.

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