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Mercedes-Benz streicht drei Modelle und besinnt sich noch stärker auf den Luxus

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Von: Julian Baumann

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Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, vor einem EQS SUV.
Mercedes-Chef Ola Källenius will den Traditionskonzern noch stärker auf den Luxus ausrichten. © Mercedes-Benz AG – Communications

Mercedes-Chef Ola Källenius hat im Rahmen der Veranstaltung „The Economics of Desire“ die Luxus-Strategie des Stuttgarter Autobauers erklärt.

Stuttgart - Nach der zu Beginn des Jahres erfolgten Abspaltung der Nutzfahrzeugsparte konzentriert sich Autokonzern Mercedes-Benz noch stärker auf den Luxus. Mit dieser Strategie, vorrangig hochpreisige Modelle wie die S-Klasse oder den EQS zu produzieren, ist das Unternehmen trotz Chipkrise und Lieferengpässen sehr erfolgreich. Mercedes konnte den Absatz im ersten Quartal 2022 deutlich steigern. Am 19. Mai hat Mercedes-Chef Ola Källenius im Rahmen der Veranstaltung „The Economics of Desire“ das weitere Vorgehen bei der Luxus-Strategie des Traditionskonzerns erklärt.

Während andere Autohersteller, wie beispielsweise der VW-Konzern, verstärkt auf Volumenmodelle gehen, will Mercedes-Benz weniger Autos für mehr Geld verkaufen. „Was schon immer der Kern unserer Marke war, ist nun auch der Kern unserer Strategie: das Luxussegment“, sagte CEO Ola Källenius beim Strategie-Update. „Im Mittelpunkt seht dabei der Anspruch, die begehrenswertesten Luxusautos der Welt zu bauen.“

Mercedes-Benz: Rückbesinnung auf den Luxus mit drei Produktkategorien

Mercedes-Benz wird die Struktur des Fahrzeugportfolios umgestalten und will künftig 75 Prozent der Investitionen in die Entwicklung von profitablen Marktsegmenten investieren. Das geplante Ziel ist, den Absatzanteil des Top-End-Segments bis 2026 im Vergleich zu 2019 um rund 60 Prozent zu steigern, heißt es in einer Pressemitteilung zu der Veranstaltung. Der Fokus auf das Luxusgeschäft folge der steigenden Kundennachfrage nach solchen Modellen. Der schwäbische Autobauer will sich demnach künftig noch stärker auf die Luxus-Tochtermarken Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach sowie auf die Top-End-Modelle der elektrischen Baureihe Mercedes-EQ und beliebten Modellreihen wie der S- und der G-Klasse konzentrieren.

Mercedes-Benz will sich künftig auf drei Produktkategorien konzentrieren:

Im Rahmen der Luxusstrategie gab es Gerüchte, dass Mercedes die beliebte A-Klasse durch ein neues E-Auto ersetzen will. Zudem hieß es auch, dass die B-Klasse hochpreisigen Modellen weichen könnte. „Ich habe die Spekulationen gelesen“, sagte Ola Källenius bei einem Medien Q&A im Vorfeld der Veranstaltung. Der Mercedes-Chef erklärte, dass die Anzahl der Karosserievarianten von derzeit sieben auf vier reduziert werden soll - genaue Angaben zur Zukunft der A- und B-Klassen machte der CEO nicht. „Den Rest überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft“, so Källenius.

Mercedes-Benz: Neuausrichtung des Traditionskonzerns mit dem Ziel höherer Profitabilität

Mercedes-Benz hat wie jeder andere namhafte Autobauer derzeit mit Lieferengpässen durch die Chipkrise und den unterbrochenen Lieferketten durch den Ukraine-Krieg zu kämpfen. Die Luxus-Strategie trägt jedoch bereits Früchte und Mercedes-Benz ist nach wie vor einer der profitabelsten Autobauer der Welt. Auf dieser Grundlage soll die weitere positive Entwicklung des durchschnittlichen Verkaufspreises in allen Segmenten gefördert werden. Mercedes-Benz strebt unter günstigen Marktbedingungen eine Umsatzrendite von rund 14 Prozent bis Mitte des Jahrzehnts an.

Bei Mercedes-Benz gehen die Luxus- und die E-Auto-Strategie künftig Hand in Hand. „Wir gehen auf allen Ebenen auf Elektrik“, erklärte Ola Källenius bei dem Medien Q&A. Das umfasst in der Kategorie Top-End-Luxury auch die Modelle der Luxusmarke Maybach und der Tuning-Marke AMG. Die Mercedes-Tochter AMG teaserte kürzlich ein erstes vollwertiges E-Auto an. Am Abend des 19. Mai will das Unternehmen das Konzeptfahrzeug „Vision-AMG“ vorstellen und eventuell nähere Details zum Serienmodell bekannt geben.

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