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Raubkatze löst Panik in Mercedes-Werk aus und legt Produktion mehrere Stunden lahm

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Von: Julian Baumann

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Die Produktion in einem Werk von Mercedes-Benz musste für mehrere Stunden unterbrochen werden. Grund dafür war ein Leopard, der dem Standort einen Besuch abstattete.

Stuttgart/Pune - Die Chipkrise, ausgelöst durch einen Lieferengpass von Halbleiterkomponenten, zwang den Autokonzern Mercedes-Benz aus Stuttgart im vergangenen Jahr zu temporären Produktionsunterbrechungen in mehreren Werken. Bereits im Februar 2021 musste Mercedes die Produktion im Rastatter Werk stoppen und auch in Bremen und Sindelfingen standen die Bänder mehrmals temporär still. Durch den Ukraine-Krieg und die unterbrochene Lieferkette musste Mercedes kürzlich die Produktion in Sindelfingen drosseln.

Der Autobauer Mercedes-Benz hat Standorte und Produktionswerke auf der ganzen Welt. In dieser Woche musste die Produktion in einer Fabrik mehrere Stunden lang unterbrochen werden, weil ein Leopard dem Standort einen Besuch abstattete, berichtet die Tierschutzorganisation Wildlife SOS. Dass der Chipmangel und die Folgen des Ukraine-Krieges die Produktion stilllegen, ist in diesen Tagen nicht selten. Dass ein wildes Raubtier eine Autoproduktion lahmlegt, ist dagegen sehr ungewöhnlich, sogar in dem Teil der Welt, wo die meisten freilebenden Leoparden beheimatet sind.

Mercedes-Benz-Werk bekommt ungewöhnlichen Besuch von Raubkatze - Produktion steht still

Seit der Aufspaltung des früheren Daimler-Konzerns in den Autobauer Mercedes-Benz und den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist die Mitarbeiterzahl der beiden nun wirtschaftlich eigenständigen Unternehmen logischerweise geringer geworden. Dennoch arbeiten allein für Mercedes-Benz rund 173.000 Mitarbeiter an Standorten weltweit. Die Mitarbeiter des Mercedes-Benz Werkes im indischen Pune staunten wohl nicht schlecht, als sie am frühen Mittwochmorgen (23. März) eine umherstreunende Raubkatze in der Produktionsanlage entdeckten. Das Tier löste Panik in der Belegschaft aus.

Der Distrikt Chakan in der indischen Stadt Pune (Bundesstaat Maharashtra) ist der Hauptsitz der Mercedes-Tochter Mercedes-Benz India. Die im Jahr 2009 auf über 100 Hektar errichtete Produktionsanlage ist ein sogenanntes CKD-Werk (Completely Knocked Down). Dort werden Autos aus kompletten Teilsätzen gefertigt. Diese Arbeit musste in dem Werk in Pune nach der Entdeckung des Leoparden allerdings für rund sechs Stunden ruhen, schreibt Wildlife SOS. Ein Team der Tierschutzorganisation hatte das gesamte Gelände abgesperrt und versuchte die etwa drei Jahre alte männliche Raubkatze einzufangen.

Leopard verirrt sich in Mercedes-Werk: Rettungsaktion dauert ganze vier Stunden

Obwohl der Bundesstaat Maharashtra eines der größten Vorkommen von freilebenden Leoparden in ganz Indien aufweist, gab es bislang noch kein Tier, das sich in ein Produktionswerk verirrt hatte. Laut Wildlife SOS ist noch immer nicht genau klar, wie sich die große Raubkatze auf das Gelände des Werkes von Mercedes-Benz schleichen konnte. Da die Mitarbeiter unmittelbar nach der Sichtung des Leoparden die Tierschutzorganisation benachrichtigten und diese das Gelände absperrte, wurde bei dem ungewöhnlichen Besuch niemand verletzt. Das verirrte Tier selbst entdeckten die Helfer schließlich in einer Produktionsanlage der Fabrik.

Videoaufnahmen der Tierschutzorganisation Wildlife SOS zeigen die junge Raubkatze im Mercedes-Werk in Indien.
Wie der junge Leopard in das Produktionswerk von Mercedes-Benz gelangen konnte, ist bislang unklar. © Screenshots: Youtube/Wildlife SOS (Fotomontage: BW24).

Gemäß den Sicherheitsvorschriften wurde der junge Leopard in dem Mercedes-Werk aus sicherer Distanz betäubt und konnte schließlich in einer Transportbox aus dem Werk transportiert werden. Der Rettungsvorgang habe etwa vier Stunden gedauert, schreibt die Organisation. Insgesamt stand die Produktion aber ganze sechs Stunden still. Aktuell steht das Tier unter ärztlicher Beobachtung und soll bald wieder in die Freiheit entlassen werden.

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